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202629.10.

Bezugssauerstoff-Umrechnung NOx: Formel und Werte in Japan

Instandhaltung & QualitätAktualisiert am 29.10.202621 Min. Lesezeit

Im Prüfbericht eines japanischen Kessels steht „NOx 60 ppm (O2 5 % kansan)“. Ihr Genehmigungsbescheid begrenzt NOx dagegen in mg/m³ im Normzustand, trocken, bei 3 % O2 (so etwa § 3 der 44. BImSchV für mittelgroße Feuerungsanlagen mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen). Beide Zahlen lassen sich erst vergleichen, wenn Sauerstoffbezug, Feuchtebezug, Einheit und Bezugstemperatur übereinstimmen.

Die O2-Umrechnung (O2換算, O2 kansan) rechnet eine gemessene NOx- oder Staubkonzentration so um, als enthielte das Abgas einen festen Bezugssauerstoffgehalt. Japan verwendet dafür die Formel C = Cs × (21 − On) / (21 − Os); der Bezugswert On ist gesetzlich je Anlagenart festgelegt. Die deutschen Vorschriften arbeiten mit derselben Formelstruktur.

Dieser Beitrag erklärt, was die Formel bewirkt und warum sie die 21 enthält, und rechnet ein Verdünnungsbeispiel durch. Er listet Japans Bezugssauerstoffgehalte auf und vergleicht sie mit Deutschland, der EU und den USA, soweit wir die Werte prüfen konnten. Außerdem zeigt er, wie Sie die Angabe eines japanischen Lieferanten auf Ihre Basis umrechnen, und endet mit Checkliste, Fragen an den Lieferanten und einer E-Mail-Vorlage.

Inhalt
  1. Was die O2-Umrechnung in einem japanischen Datenblatt bedeutet
  2. Warum auf einen Bezugssauerstoffgehalt umgerechnet wird
  3. Rechenbeispiel: Verdünnung ändert den umgerechneten Wert nicht
  4. Japans Bezugssauerstoffgehalte nach Anlagenart
  5. Japans Bezugssauerstoffgehalt im Vergleich mit Deutschland, EU und USA
  6. Trockenbezug, ppm und mg/m³: Was sonst noch übereinstimmen muss
  7. Den NOx-Wert eines japanischen Lieferanten auf Ihre Basis umrechnen
  8. Checkliste und Fragen an den japanischen Lieferanten
  9. Grenzen dieses Leitfadens
  10. FAQ
  11. Quellen

Was die O2-Umrechnung in einem japanischen Datenblatt bedeutet

Japanische Spezifikationen und Prüfberichte nennen die Sauerstoffbasis direkt beim Wert, zum Beispiel „NOx 150 ppm (O2 4 % kansan)“ oder „O2 12 % kansan-Wert“. Lesen Sie das als „umgerechnet auf 4 % O2“. Der gesetzliche Bezugswert heißt Bezugssauerstoffgehalt (hyojun sanso nodo, 標準酸素濃度; wörtlich „Standard-Sauerstoffkonzentration“).

Die Formel steht in den Anmerkungen zu den Emissionsgrenzwerttabellen für Staub und Stickstoffoxide in der Durchführungsverordnung (Shiko kisoku) zum Luftreinhaltegesetz (Taiki Osen Boshi Ho, 大気汚染防止法):

C = Cs × 21 − On21 − Os
C: NOx-Konzentration nach der Umrechnung [ppm]  Cs: gemessene NOx-Konzentration [ppm]  On: Bezugssauerstoffgehalt [%]  Os: gemessener Sauerstoffgehalt im Abgas [%]

Das japanische Recht gibt NOx als cm³ je m³ Abgas bei 0 °C und 1 atm an. 1 cm³ in 1 m³ entspricht 1 ppm (Volumenanteil); Sie können ppm also direkt in die Formel einsetzen. Für Staub gilt dieselbe Formel, nur die Einheit ist g je m³ Abgas bei 0 °C und 1 atm.

Die „21“ ist der Sauerstoffgehalt der Luft. Trockene Luft enthält rund 20,95 Vol.-% Sauerstoff, und Japan rundet auf 21. Auch die deutschen Vorschriften (TA Luft, 44. BImSchV) rechnen mit 21; die US-EPA verwendet dagegen 20,9, wie weiter unten gezeigt wird.

Die vier Größen der Formel haben jeweils eine andere Herkunft:

Abbildung 1: Die vier Größen der O2-Umrechnung

Zwei Werte werden gemessen, einer ist gesetzlich festgelegt, einer ist das Ergebnis.

Cs gemessenNOx- oder Staubkonzentration aus dem Analysator
Os gemessener O2Sauerstoff im selben Abgas. Werte über 20 % werden als 20 % eingesetzt
On Bezugs-O2Gesetzlich festgelegt je Anlagenart und Stoff
C umgerechnetDieser Wert wird mit dem Emissionsgrenzwert verglichen

Die Begrenzung von Os auf 20 % stammt aus den Anmerkungen zu Anlage 2 und Anlage 3-2 der Durchführungsverordnung (Staub und NOx).

On wählen Sie nicht selbst. Der Wert hängt von der Anlagenart und vom Stoff ab (NOx oder Staub). Ein Kessel, der nur Gas verbrennt, verwendet zum Beispiel 5 %; die wichtigsten Werte finden Sie in der Tabelle weiter unten.

Warum auf einen Bezugssauerstoffgehalt umgerechnet wird

Die Umrechnung gibt allen Anlagen denselben Maßstab. Ein Kessel oder Verbrennungsofen verbrennt Brennstoff mit dem Sauerstoff der Luft, und der nicht verbrauchte Sauerstoff verlässt den Schornstein mit dem Abgas. Luft enthält 21 % Sauerstoff, das Abgas jedoch weniger.

Die folgende Abbildung zeigt, wo der Sauerstoff bleibt:

Abbildung 2: Wie die Verbrennung den Sauerstoffgehalt senkt

Die Verbrennung verbraucht Sauerstoff aus der Luft. Nur der Rest gelangt ins Abgas.

LuftBrennstoffVerbrennungAbgas 21 % O2Öl, Gas usw.verbraucht O2wenige % O2

Der O2-Gehalt im Abgas hängt davon ab, wie viel Luft im Verhältnis zum Brennstoff zugeführt wird (Luftverhältnis).

Der O2-Gehalt im Abgas hängt stark vom Luftverhältnis ab, mit dem die Anlage läuft. Ein höheres Luftverhältnis bedeutet mehr Sauerstoff im Abgas, ein niedrigeres weniger.

Das Luftverhältnis (kuki-hi, 空気比; auch Luftzahl λ) ist die tatsächlich zugeführte Luftmenge geteilt durch die Luftmenge, die für eine vollständige Verbrennung nötig ist.

Weil der O2-Gehalt vom Betrieb abhängt, lassen sich Rohkonzentrationen zweier Anlagen nicht auf derselben Skala vergleichen. Die Umrechnung aller Ergebnisse auf einen festen O2-Gehalt löst dieses Problem.

Rechenbeispiel zur Verdünnung

Nehmen wir einen Abgasstrom von 100 Nm³/min mit 3 % O2. Nm³ (Normkubikmeter, in Japan norumaru ryube) ist ein Volumen, umgerechnet auf 0 °C und 1 atm; in Deutschland entspricht das dem Normzustand (m³ i. N.).

Enthält das Gas 200 ppm NOx, beträgt der NOx-Strom 100 × 200 × 10−6 = 0,02 Nm³/min. Der Sauerstoffstrom beträgt 3 Nm³/min.

Ein ppm-Wert ist nur eine Konzentration; wer Außenluft zumischt, kann ihn beliebig senken. Mischt man 100 Nm³/min Frischluft bei, beträgt der Gesamtstrom 200 Nm³/min. Diese Luft bringt 21 Nm³/min Sauerstoff mit, der gesamte Sauerstoffstrom steigt also auf 24 Nm³/min oder 12 %.

Die folgende Abbildung zeigt die Bilanz:

Abbildung 3: Abgas mit Luft verdünnen

Die NOx-Menge bleibt gleich. Nur die Konzentration sinkt.

Abgas100 Nm3/min, 3 % O2
O2: 3 Nm3/min
NOx: 0,02 Nm3/min (200 ppm)
+ Frischluft100 Nm3/min, 21 % O2
O2: 21 Nm3/min
NOx: 0 Nm3/min
= Verdünntes Abgas200 Nm3/min, 12 % O2
O2: 24 Nm3/min
NOx: 0,02 Nm3/min (100 ppm)

Der NOx-Strom beträgt weiterhin 0,02 Nm³/min, daher sinkt die Konzentration auf 0,02 ÷ 200 = 100 ppm. Dieselbe NOx-Menge verlässt den Schornstein, doch die Zahl halbiert sich.

Ein Konzentrationsgrenzwert wäre wenig wert, wenn Verdünnung ihn einhalten könnte. Die O2-Umrechnung schließt diese Lücke, indem sie fragt, welche Konzentration sich bei einem festen O2-Gehalt, etwa 6 %, ergäbe. Das japanische Umweltministerium erklärt, die Umrechnung auf den Standard-Sauerstoffgehalt solle verhindern, dass Betreiber Emissionsgrenzwerte durch Verdünnen des Abgases mit Luft einhalten. Auch die TA Luft lässt Luft, die zur Verdünnung oder Kühlung zugeführt wird, bei der Bestimmung der Massenkonzentration unberücksichtigt.

Rechenbeispiel: Verdünnung ändert den umgerechneten Wert nicht

Rechnen wir nun beide Zustände aus dem vorigen Abschnitt auf 6 % O2 um. Der erste ist die Grundrechnung, der zweite bestätigt, was nach der Verdünnung geschieht.

Vor der Verdünnung

Für Abgas mit 3 % O2 und 200 ppm NOx setzen Sie Os = 3 und On = 6 ein. Der umgerechnete Wert beträgt rund 167 ppm:

200 × 21 − 621 − 3 = 200 × 1518 ≈ 167 ppm

Der gemessene O2-Gehalt (3 %) liegt unter dem Bezugswert (6 %), deshalb ist der umgerechnete Wert kleiner als die gemessenen 200 ppm.

Nach der Verdünnung mit überschüssiger Luft

Nach Zugabe von 100 Nm³/min Frischluft hat das Gas 12 % O2 und 100 ppm NOx. Auf 6 % O2 umgerechnet, ergeben sich wieder rund 167 ppm:

100 × 21 − 621 − 12 = 100 × 159 ≈ 167 ppm

Damit hilft es einer Anlage nicht mehr, durch Zumischen von Luft das Abgasvolumen zu vergrößern, um einen Konzentrationsgrenzwert zu unterschreiten. Der Vergleich zeigt beide Zustände nebeneinander:

Abbildung 4: Verdünnung halbiert den Rohwert, nicht den umgerechneten Wert

Die gemessene Konzentration sinkt auf die Hälfte, aber beide Fälle ergeben bei 6 % O2 167 ppm.

Vor der Verdünnung
Nach Zugabe von 100 Nm3/min Luft
Abgasstrom
Vorher: 100 Nm3/min
Nachher: 200 Nm3/min
O2-Gehalt Os
Vorher: 3 % (3 Nm3/min)
Nachher: 12 % (24 Nm3/min)
NOx-Strom
Vorher: 0,02 Nm3/min
Nachher: 0,02 Nm3/min (unverändert)
Gemessenes NOx Cs
Vorher: 200 ppm
Nachher: 100 ppm
NOx bei 6 % O2 (C)
Vorher: etwa 167 ppm
Nachher: etwa 167 ppm

Die umgerechneten Werte stimmen überein, weil der gesamte zusätzliche Sauerstoff aus der Verdünnungsluft stammt.

Das Verhältnis (21 − Os)/21 erklärt den Grund. Es ist der Anteil des Abgases, der Verbrennungsgas und keine Verdünnungsluft ist. Bei 3 % O2 beträgt dieser Anteil 18/21, bei 12 % sind es 9/21.

Teilt man einen Messwert durch diesen Anteil, erhält man die unverdünnte Konzentration, das Äquivalent bei „0 % O2“. Sowohl 200 ÷ (18/21) als auch 100 ÷ (9/21) ergeben rund 233 ppm. Die O2-Umrechnung multipliziert dann mit dem Bezugsanteil, bei On = 6 also mit 15/21: 233 × 15/21 ≈ 167 ppm.

Zur Merkregel: Der Bezugswert (On) steht oben, der Messwert (Os) unten. Je weiter der gemessene O2-Gehalt über dem Bezugswert liegt (je stärker das Gas verdünnt ist), desto stärker liegt der umgerechnete Wert über dem gemessenen.

Japans Bezugssauerstoffgehalte nach Anlagenart

Japan legt On je Anlagenart in der Durchführungsverordnung zum Luftreinhaltegesetz fest. Die NOx-Werte stehen in den Anmerkungen zu Anlage 3-2 (beppyo), die Staubwerte in den Anmerkungen zu Anlage 2. Kessel teilen sich nach Brennstoff in drei Gruppen: 5 % für Gas, 4 % für flüssige und 6 % für feste Brennstoffe.

Die Tabelle nennt die wichtigsten Anlagenarten, geprüft am Verordnungstext auf e-Gov, der offiziellen japanischen Gesetzesdatenbank:

Abbildung 5: Japans Bezugs-O2 (On) für die wichtigsten Anlagenarten

Kessel teilen sich nach Brennstoff in drei Gruppen. Dieselmotoren und Gasturbinen haben hohe Werte, Gas- und Ottomotoren 0 %.

Anlage
NOx (Anlage 3-2)
Staub (Anlage 2)
Kessel, nur Gas
NOx: 5 %
Staub: 5 %
Kessel, flüssiger Brennstoff (Schweröl usw.)
NOx: 4 %
Staub: 4 % (einschließlich flüssiger Brennstoff mit Gas im Mischbetrieb)
Kessel, fester Brennstoff (Kohle usw.)
NOx: 6 %
Staub: 6 %
Metall-Wärmeofen
NOx: 11 %
Staub: 11 %
Zementbrennofen
NOx: 10 %
Staub: 10 %
Abfallverbrennungsanlage
NOx: 12 %
Staub: 12 %
Dieselmotor
NOx: 13 %
Staub: 13 %
Gasturbine
NOx: 16 %
Staub: 16 %
Gasmotor, Ottomotor
NOx: 0 %
Staub: 0 %

Entnommen den Anmerkungen zu Anlage 2 und Anlage 3-2 der Durchführungsverordnung (e-Gov-Text, Stand Oktober 2026; die aktuell gültige Fassung prüfen). Bei NOx bilden kleine Kessel mit weniger als 10 m² Heizfläche eigene Kategorien (fester Brennstoff 6 %, flüssiger Brennstoff 4 %). Bei Staub gilt für einige Anlagen, etwa Kessel für Schwarzlauge und Anlagen mit Strom als Wärmequelle, C = Cs ohne Umrechnung.

Bei vielen der wichtigsten Anlagenarten haben NOx und Staub denselben On-Wert. Die beiden Tabellen gruppieren die Anlagen jedoch unterschiedlich; prüfen Sie daher für jeden Stoff, unter welchen Eintrag Ihre Anlage fällt.

Für NOx gibt es einige Sonderfälle. Bei bestimmten Bleioxid-Öfen gilt C = Cs ohne Umrechnung, und Glasschmelzöfen, die ausschließlich mit reinem Sauerstoff befeuert werden, multiplizieren den umgerechneten Wert mit einem zusätzlichen Faktor 1/4. Fällt Ihre Anlage in eine dieser Gruppen, fragen Sie den Lieferanten, welche Formel er angewendet hat.

Beispiel: Prüfung eines gasbefeuerten Kessels

Ein reiner Gaskessel (On = 5) misst 8 % O2 und 80 ppm NOx. Der umgerechnete Wert beträgt rund 98 ppm:

80 × 21 − 521 − 8 = 80 × 1613 ≈ 98 ppm

Diese 98 ppm werden mit dem Emissionsgrenzwert in Anlage 3-2 verglichen. Für einen reinen Gaskessel mit einem Abgasvolumenstrom von 40.000 bis unter 500.000 m³N/h beträgt der nationale Grenzwert 100 cm³/m³ (100 ppm). Der Abgasvolumenstrom ist hier der maximale Stundenwert, umgerechnet auf 0 °C und 1 atm.

Sie können auch vom Grenzwert rückwärts rechnen, um den zugehörigen Rohmesswert zu erhalten. Umgestellt lautet die Formel Cs = C × (21 − Os) / (21 − On):

Cs = 100 × 21 − 821 − 5 = 100 × 1316 ≈ 81 ppmBei 8 % O2 entspricht ein Rohwert von rund 81 ppm dem Grenzwert von 100 ppm.

Diese Rückrechnung ist eine Orientierung, um den Analysator im Betrieb zu lesen. Ob die Anlage konform ist, entscheidet sich anhand von Grenzwert und Bedingungen, die tatsächlich für sie gelten; dazu können Übergangsregelungen je nach Errichtungsdatum und strengere Präfekturgrenzwerte gehören.

Fließen Analysatorwerte in einen Bericht ein, muss der Analysator außerdem ordnungsgemäß kalibriert sein.

Umgerechnete Werte helfen auch, wenn sich die Betriebsbedingungen ändern. Wer die Verbrennungsluft mit einem Luftvorwärmer vorwärmt, spart zum Beispiel Energie, muss aber prüfen, ob die NOx-Konzentration steigt; mit umgerechneten Werten wird der Vorher-nachher-Vergleich einfacher.

Japans Bezugssauerstoffgehalt im Vergleich mit Deutschland, EU und USA

Andere Rechtsräume nutzen dasselbe Prinzip, aber oft mit anderen Bezugswerten. Die Tabelle enthält nur Werte, die wir im Verordnungstext oder in einer verlässlichen Sekundärquelle bestätigen konnten. Ihr eigener Bescheid hat Vorrang vor jeder allgemeinen Regel.

AnlageJapan (On)Deutschland (44. BImSchV)EU (Industrieemissions-Richtlinie)USA (Beispiele)
Gasbefeuerter Kessel5 %3 % (flüssige oder gasförmige Brennstoffe)3 % (flüssige und gasförmige Brennstoffe)3 % O2, trocken, in vielen Landes- und Regionalvorschriften für Kessel (z. B. South Coast AQMD, Regel-1146-Reihe)
Ölbefeuerter Kessel4 %3 %3 %Bescheid prüfen
Kohle-/Festbrennstoffkessel6 %6 %6 %Bescheid prüfen
Gasturbine16 %15 %15 %15 % (40 CFR 60 Subpart KKKK)
Dieselmotor13 %Nicht bestätigtNicht bestätigtBescheid prüfen
Gasmotor0 %Nicht bestätigt15 %15 % bei Fremdzündungsmotoren, wenn Grenzwerte in ppmvd gelten (40 CFR 60 Subpart JJJJ)
Abfallverbrennungsanlage12 %Nicht eigens geprüft (17. BImSchV, setzt die EU-Vorgaben um)11 % (3 % bei Altöl)7 % (z. B. 40 CFR 60 Subpart Eb, Subpart EEEE)
„Nicht bestätigt“ bedeutet, dass wir keinen allgemeinen Wert prüfen konnten; maßgeblich ist der Bescheid der Anlage. Die deutschen Werte stammen aus § 3 der 44. BImSchV (mittelgroße Feuerungs-, Gasturbinen- und Verbrennungsmotoranlagen); größere Anlagen und Sonderanlagen fallen unter andere Verordnungen. Die EU-Werte stammen aus Anhang V (Feuerungsanlagen) und Anhang VI (Abfallverbrennung) der Richtlinie 2010/75/EU.

Drei Unterschiede fallen auf:

  • Motoren. Japan rechnet Gas- und Ottomotoren auf 0 % O2 um, die EU-Richtlinie (für Gasmotoren) und die US-Vorschriften für Fremdzündungsmotoren verwenden 15 %. Derselbe Motor zeigt daher auf japanischer Basis eine etwa 3,5-fach höhere Zahl (21/6 = 3,5).
  • Gasturbinen. Japan nutzt 16 %, Deutschland, die EU und die USA 15 %. Dasselbe Gas liefert bei 15 % O2 einen um 20 % höheren Wert als bei 16 % (6/5 = 1,2).
  • Die Konstante. Japan, die EU-Vorschriften und die deutschen Verordnungen schreiben die Formel mit 21, die US-EPA-Vorschriften verwenden 20,9, zum Beispiel Cadj = Cmeas × (20,9 − 7)/(20,9 − %O2) für 7 % O2. Der Effekt ist gering: Die Umrechnung von 200 ppm von 3 % auf 6 % O2 ergibt mit 21 den Wert 166,7 ppm, mit 20,9 den Wert 166,5 ppm.

In Deutschland gelten für Anlagen mit nachgeschalteter Abgasreinigung in der TA Luft (Nr. 5.1.2) zusätzliche Regeln zur Umrechnung, etwa dazu, in welchen Zeiten überhaupt auf den Bezugssauerstoff umgerechnet wird. Einzelheiten entnehmen Sie der für Ihre Anlage gültigen Fassung.

Manche Grenzwerte sind gar keine Konzentrationen. Subpart KKKK lässt zum Beispiel auch leistungsbezogene Grenzwerte in lb/MWh zu, die sich allein mit der O2-Umrechnung nicht mit einem japanischen ppm-Wert vergleichen lassen.

Trockenbezug, ppm und mg/m³: Was sonst noch übereinstimmen muss

Der O2-Bezug ist nur eine von vier Bezugsgrößen, die zusammenpassen müssen. Die anderen drei sind Feuchte, Einheit und Bezugstemperatur.

Trocken oder feucht

Deutsche Emissionswerte beziehen sich auf das Abgas im Normzustand (273,15 K; 101,3 kPa) nach Abzug des Feuchtegehalts an Wasserdampf, also auf trockenes Abgas. US-Vorschriften schreiben ppmvd („parts per million by volume, dry“) und definieren Cmeas und %O2 auf trockener Basis. Japanische Ergebnisse werden häufig auf trockenes Abgas (kawaki gasu, 乾きガス) bezogen angegeben; ein Messbericht einer kommunalen Verbrennungsanlage nennt zum Beispiel Werte „auf Basis trockenen Gases, umgerechnet auf 12 % O2“.

Abgas aus der Erdgasverbrennung enthält viel Wasserdampf, daher liegt ein Feuchtwert deutlich unter dem Trockenwert. Steht im japanischen Datenblatt nicht „trocken“, fragen Sie nach. Wenden Sie die O2-Formel nicht gleichzeitig auf einen feuchten NOx-Wert und einen trockenen O2-Wert an.

ppm oder mg/m³

Japan gibt NOx-Grenzwerte als Volumenanteil an (cm³/m³ oder ppm). Deutschland und die EU nennen sie als Masse je Volumen (mg/m³ im Normzustand), und die EU-Grenzwerte drücken NOx als NO2 aus. Zur Umrechnung von ppm in mg/m³ multipliziert man mit der molaren Masse und teilt durch das molare Volumen bei der Bezugstemperatur:

  • Bei 0 °C und 101,3 kPa (deutscher und EU-Normzustand sowie japanisches „N“): 1 ppm NO2 = 46,01 ÷ 22,41 ≈ 2,05 mg/m³
  • Bei 20 °C (68 °F) und 101,3 kPa (US-EPA-Standardbedingungen nach 40 CFR 60.2): 1 ppm NO2 ≈ 1,91 mg/m³

Ob Sie zuerst auf O2 umrechnen oder zuletzt, spielt keine Rolle, solange beide Werte auf derselben trockenen Basis stehen. Entscheidend ist die richtige Bezugstemperatur. Ein „Nm³“ aus Japan oder der EU gilt bei 0 °C, „standard“ in US-Vorschriften bedeutet dagegen 20 °C. Der Unterschied zwischen 1 atm (101,325 kPa) und den 101,3 kPa der deutschen Angabe liegt bei etwa 0,03 % und ist vernachlässigbar.

Den NOx-Wert eines japanischen Lieferanten auf Ihre Basis umrechnen

Liegen die Rohmesswerte vor (gemessenes NOx Cs und gemessener O2 Os, beide trocken), wenden Sie Ihre eigene Formel und Ihren Bezugswert direkt an. Das ist der sauberste Weg. Haben Sie nur einen umgerechneten Wert, können Sie ihn von einem Bezug auf einen anderen umrechnen, weil sich der gemessene O2 herauskürzt:

C2 = C1 × 21 − Oref221 − Oref1
C1: Wert beim Bezug Oref1 (z. B. Japans On)  C2: Wert bei Ihrem Bezug Oref2. Beide Werte müssen auf trockener Basis stehen. Verwenden Sie 20,9 statt 21, wenn Ihre Vorschrift das verlangt.

Gehen Sie so vor:

  1. Japanische Basis lesen. Ermitteln Sie den O2-Bezug (den Vermerk „○ % kansan“), trocken oder feucht und die Einheit (ppm oder mg/m³N bei 0 °C).
  2. Ihre Basis ermitteln. Entnehmen Sie Bezugs-O2, Feuchtebezug, Einheit, Bezugstemperatur und Mittelungszeit Ihrem Bescheid, nicht einer allgemeinen Regel.
  3. O2-Bezug neu umrechnen mit der obigen Formel, oder aus den Rohmesswerten neu berechnen.
  4. Einheit umrechnen, wenn Ihr Grenzwert in mg/m³ (Normzustand) angegeben ist, mit der Bezugstemperatur, die Ihre Vorschrift nennt.
  5. Vergleichbares vergleichen. Prüfen Sie, ob Lastzustand, Brennstoff und Mittelungszeit der japanischen Prüfung zu dem passen, was Ihr Grenzwert abdeckt.

Drei fiktive Beispiele, mit der Konstante 21 gerechnet:

  • Gasbefeuerter Kessel. Der Lieferant garantiert 60 ppm bei 5 % O2. Bei 3 % O2: 60 × (21 − 3)/(21 − 5) = 60 × 18/16 = 67,5 ppm. In mg/m³ (Normzustand, trocken, als NO2) sind das etwa 67,5 × 2,05 ≈ 138 mg/m³ bei 3 % O2.
  • Gasturbine. Der Prüfbericht zeigt 15 ppm bei 16 % O2. Bei 15 % O2: 15 × (21 − 15)/(21 − 16) = 15 × 6/5 = 18 ppm, also etwa 18 × 2,05 ≈ 37 mg/m³.
  • Gasmotor. Das Datenblatt nennt 200 ppm bei 0 % O2. Bei 15 % O2: 200 × (21 − 15)/21 ≈ 57 ppm, also etwa 117 mg/m³.

Das Gasmotor-Beispiel zeigt, warum die Basis zählt. Ein japanischer Wert, der weit über einem Grenzwert bei 15 % O2 zu liegen scheint, kann nach der Umrechnung deutlich darunter liegen, und ein scheinbar konformer Gasturbinenwert kann ihn überschreiten. Verstehen Sie diese Ergebnisse nur als Vorprüfung und bestätigen Sie den endgültigen Vergleich mit Ihrem Bescheid, der Behörde oder dem Lieferanten.

Checkliste und Fragen an den japanischen Lieferanten

Gehen Sie diese Checkliste durch, bevor Sie einen japanischen Emissionswert mit Ihrem Grenzwert vergleichen:

  • O2-Bezug des japanischen Werts (z. B. „O2 4 % kansan“) und Ihres Grenzwerts
  • Trocken- oder Feuchtbezug, sowohl für den Schadstoff als auch für den O2-Messwert
  • Einheit: ppm (cm³/m³N), mg/m³ im Normzustand oder eine massenstrom- bzw. leistungsbezogene Einheit
  • Bezugstemperatur und -druck (0 °C, 20 °C oder 25 °C; 101,3 kPa)
  • NOx als NO2 oder als NO ausgedrückt, wenn der Grenzwert in Masseneinheiten steht
  • Formelkonstante: 21 oder 20,9
  • Last, Brennstoff und Betriebsart während der Prüfung
  • Mittelungszeit (Momentanwert, Stundenmittel, Tagesmittel) und Messverfahren (in Japan JIS K 0104; in Deutschland z. B. DIN EN 14792 für NOx; die Verfahren nicht ohne Rückfrage gleichsetzen)
  • Ob der Wert eine Garantie, ein Auslegungswert oder ein Messergebnis ist
  • Besondere Formeln (keine Umrechnung oder der Faktor 1/4 bei Öfen mit reiner Sauerstoffverbrennung)

Fragen, die Sie der japanischen Seite stellen können:

  1. Auf welchen O2-Bezug ist der NOx-Wert (oder Staubwert) umgerechnet, und ist es der japanische Bezugssauerstoffgehalt für diese Anlagenart?
  2. Stehen NOx- und O2-Wert beide auf trockener Basis?
  3. Können Sie die gemessenen Rohwerte für NOx und O2 aus der Prüfung vor der Umrechnung nennen?
  4. Bei welcher Last, mit welchem Brennstoff und unter welchen Umgebungsbedingungen wurde geprüft, und über welche Mittelungszeit?
  5. Können Sie die Garantie bei unseren Bezugsbedingungen angeben (O2 in %, trocken, Einheit, Bezugstemperatur)?

Diese E-Mail-Vorlage können Sie für die Anfrage anpassen:

E-Mail-Vorlage: NOx-Daten auf unserer Basis anfragen

Betreff: NOx-Emissionsdaten für [Anlage / Modell] – Bestätigung der Bezugsbasis

Sehr geehrte/r [Name],

vielen Dank für den Prüfbericht zu [Anlage / Modell]. Der Bericht nennt NOx mit [Wert] ppm bei „O2 [x] % kansan“. Unser Bescheid begrenzt den Wert auf [Wert] [mg/m³ i. N. / ppmvd] bei [y] % O2, trocken, [Bezugstemperatur], [Mittelungszeit].

Könnten Sie bitte bestätigen, ob NOx- und O2-Werte auf trockener Basis stehen, und uns die gemessenen Rohwerte für NOx und O2 mit Last und Brennstoff während der Prüfung zusenden? Wir wären Ihnen außerdem dankbar, wenn Sie den garantierten NOx-Wert bei [y] % O2, trocken, in [Einheit] angeben könnten.

Mit freundlichen Grüßen
[Ihr Name]
[Unternehmen]

Grenzen dieses Leitfadens

  • Die japanischen Werte sind nationale Standards aus der Durchführungsverordnung zum Luftreinhaltegesetz. Präfekturen können strengere Grenzwerte festlegen, und für ältere Anlagen können Übergangsregelungen gelten.
  • Die deutschen und EU-Werte in der Tabelle sind Beispiele aus § 3 der 44. BImSchV und der Richtlinie 2010/75/EU; für Ihre Anlage gilt, was im Bescheid und in der jeweils einschlägigen Verordnung steht (z. B. TA Luft, 13., 17. oder 44. BImSchV).
  • Die Bezugssauerstoffgehalte außerhalb Japans unterscheiden sich je nach Vorschrift, Bundesstaat, Anlagengröße und Genehmigung. Die Vergleichstabelle gibt Beispiele, nicht Ihren anwendbaren Grenzwert an.
  • Die Umrechnung eines bereits umgerechneten Werts setzt voraus, dass beide auf derselben trockenen Basis stehen und die ursprüngliche Umrechnung die Standardformel verwendet hat. Wer von den Rohmesswerten ausgeht, vermeidet diese Annahme.
  • Der Beitrag behandelt NOx- und Staubkonzentrationen. Japan regelt Schwefeloxide (SOx) anders (siehe FAQ), und manche Grenzwerte sind massenstrom- oder leistungsbezogen.
  • Konformitätsentscheidungen liegen bei der Umweltabteilung (in Deutschland oft mit dem Immissionsschutzbeauftragten) und bei der zuständigen Behörde. Nutzen Sie diesen Leitfaden, um die richtigen Fragen zu stellen, nicht als Konformitätsbewertung.

FAQ

Was gilt, wenn der gemessene O2-Gehalt über 20 % liegt?

Setzen Sie 20 % ein. Nach den japanischen Vorschriften für Staub und NOx wird ein Os über 20 % wie 20 % behandelt; ein Messwert von 20,5 % geht also als 20 in die Formel ein. Nähert sich Os der 21 %, geht der Nenner 21 − Os gegen null, und der umgerechnete Wert würde extrem groß.

Anlagen, bei denen On gleich Os festgelegt ist oder C = Cs gilt, werden gar nicht umgerechnet.

Was bedeutet „umgerechnet auf 0 % O2“?

Es ist die Konzentration vor jeder Verdünnung durch Luft. Mit On = 0 lautet die Formel C = Cs × 21/(21 − Os). Japan verwendet 0 % für Gasmotoren und Ottomotoren.

Ein Gasmotor mit Os = 10 % und 300 ppm NOx ergibt zum Beispiel 300 × 21/11 ≈ 573 ppm, und dieser Wert wird mit dem Grenzwert verglichen. Für dasselbe Gas ist ein 0-%-Wert immer größer als ein 6-%-Wert; gleichen Sie deshalb den O2-Bezug an, bevor Sie Berichte vergleichen.

Rechnet Japan auch SOx auf O2 um?

Nein. Japan regelt Schwefeloxide mit der „K-Wert-Regelung“ (K-chi kisei), die aus der effektiven Schornsteinhöhe und einer regionalen Konstante K eine zulässige stündliche Emissionsmenge ableitet. Die Formel lautet q = K × 10−3 × He², wobei He die korrigierte Schornsteinhöhe ist. In Deutschland werden SO2-Emissionen dagegen in der Regel als Massenkonzentration bei Bezugssauerstoffgehalt begrenzt, also ähnlich wie NOx.

In ausgewiesenen Gebieten gelten in Japan außerdem Gesamtmengenbegrenzungen und Brennstoffstandards. Schwefel im Brennstoff kann bei Kesseln zudem Tieftemperaturkorrosion verursachen.

Wie hängt die O2-Umrechnung mit dem Luftverhältnis zusammen?

Das Luftverhältnis m lässt sich aus dem Sauerstoff im Abgas näherungsweise als m ≈ 21/(21 − O2) schätzen. Auf dieser Grundlage liest sich der Faktor (21 − On)/(21 − Os) als „Luftverhältnis bei der Messung ÷ Bezugsluftverhältnis“.

Die Luftverhältnis-Formel ist aber eine Näherung, daher stimmen beide nicht exakt überein. Die O2-Umrechnung ist eine Rechnung für die Regulierung, das Luftverhältnis ein Betriebswert zur Verbrennungsführung.

Wer das Luftverhältnis senkt, ohne es zu stark zu verringern, reduziert die vom Abgas abgeführte Wärme.

Wie rechne ich ppm bei 15 % O2 auf ppm bei 3 % O2 um?

Multiplizieren Sie mit (21 − 3)/(21 − 15) = 3, oder mit (20,9 − 3)/(20,9 − 15) ≈ 3,03, wenn Ihre Vorschrift 20,9 verwendet. 9 ppm bei 15 % O2 entsprechen rund 27 ppm bei 3 % O2. Beide Werte müssen auf trockener Basis stehen. Für mg/m³ multiplizieren Sie anschließend mit 2,05 (NO2, 0 °C).

Quellen

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Über die Redaktion

MONOSCOPE-RedaktionFOUNDER & EDITOR

Rund zehn Jahre bei einem Anlagenhersteller und einem Anlagenbauunternehmen in Angebot, Konstruktion und Inbetriebnahme von Anlagen tätig, danach Wechsel ins Online-Marketing. Berät heute B2B-Hersteller zu ihren Websites und hilft ihnen, Produkte und Technik verständlich zu erklären. Besitzt die japanischen staatlichen Lizenzen als Energy Manager und als Elektro-Chefingenieur der dritten Klasse.

Betreibt seit 2017 einen Technik-Blog (über 500 Artikel) und einen japanischsprachigen YouTube-Kanal mit rund 20.000 Abonnenten. Jeder Leitfaden entsteht aus der Perspektive der japanischen Werkshalle und wird mit den zitierten Normen abgeglichen.

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