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202625.10.

Speisewasservorwärmer: ND/HD, Anzapfdampf, Grädigkeit TTD/DCA

Instandhaltung & QualitätAktualisiert am 25.10.202626 Min. Lesezeit

In Ihrem Industriekraftwerk oder Ihrer KWK-Anlage arbeiten Turbine und Kessel eines japanischen Herstellers. Im Wärmeschaltbild stehen 低圧給水加熱器 und 高圧給水加熱器, an den Dampfleitungen 第1抽気 und 第2抽気, im Betriebshandbuch ist von ドレン und 脱気器 die Rede. Gleichzeitig sinkt die Austrittstemperatur eines Vorwärmers langsam, und Sie möchten wissen, ob die Rohre verschmutzt sind oder etwas anderes dahintersteckt.

Dieser Beitrag ordnet die japanischen Begriffe den deutschen und englischen Fachwörtern zu, erklärt den Unterschied zwischen ND- und HD-Vorwärmer und zeigt, wie Sie die Anzapfdampfmenge aus der Wärmebilanz berechnen. Danach geht es um die beiden Kennzahlen, mit denen man den Zustand eines Vorwärmers beurteilt: TTD (terminal temperature difference) und DCA (drain cooler approach), im deutschen Sprachgebrauch meist obere und untere Grädigkeit.

Am Ende finden Sie eine Checkliste für die Fehlersuche, Fragen an den japanischen Lieferanten und eine englische Musteranfrage. Ein Grundsatz zieht sich durch alles: Trennen Sie den Wirkungsgrad des gesamten Kreisprozesses von der Wärmebilanz eines einzelnen Vorwärmers.

Inhalt
  1. Japanische Begriffe zu Speisewasservorwärmern im Überblick
  2. Was ist ein Speisewasservorwärmer?
  3. ND- und HD-Vorwärmer: Wo sie im Kreislauf sitzen
  4. Warum Anzapfdampf den Wirkungsgrad verbessert
  5. Anzapfdampfmenge aus der Wärmebilanz berechnen
  6. TTD und DCA (obere und untere Grädigkeit): So lesen Sie die Leistung eines Vorwärmers
  7. Kondensatkaskade und Füllstandsregelung
  8. Kosten, Druckverlust und Platzbedarf
  9. Neubeschaffung oder Austausch: Bedingungen vereinheitlichen
  10. Normen und Regelwerke: HEI, ASME und der europäische Rahmen
  11. Checkliste: Wenn TTD oder DCA abdriften
  12. Fragen an den japanischen Lieferanten
  13. Grenzen dieses Beitrags
  14. FAQ
  15. Quellen

Japanische Begriffe zu Speisewasservorwärmern im Überblick

Die Tabelle enthält Begriffe aus japanischen Wärmeschaltbildern, R&I-Fließbildern und Handbüchern. Die Umschrift in Romaji hilft, beim Lieferanten gezielt nach einem Begriff zu fragen; die englische Spalte zeigt, was Sie in englischsprachigen Lieferantenunterlagen meist lesen.

Tabelle 1: Japanische Begriffe mit deutscher und englischer Entsprechung

Der Sprachgebrauch kann je nach Hersteller und Anlage abweichen. Wenn ein Begriff in Ihren Unterlagen anders verwendet scheint, klären Sie die Bedeutung mit dem Lieferanten.

JapanischRomajiDeutschEnglisch
給水加熱器kyusui kanetsukiSpeisewasservorwärmerFeedwater heater (FWH)
低圧給水加熱器 / 高圧給水加熱器teiatsu / koatsu kyusui kanetsukiND-Vorwärmer / HD-VorwärmerLP / HP feedwater heater
抽気(第1抽気、第2抽気…)chuki (dai-ichi chuki…)Anzapfdampf, Anzapfung 1, Anzapfung 2 … Welche Nummer den höchsten Druck hat, zeigt das Schaltbild.Extraction steam, bleed steam
脱気器dakkikiEntgaser (offener Mischvorwärmer)Deaerator
復水器 / 復水ポンプfukusuiki / fukusui pumpKondensator / KondensatpumpeCondenser / condensate pump
給水ポンプkyusui pumpKesselspeisepumpeBoiler feed pump (BFP)
ドレンdorenHeizkondensat (mantelseitig kondensierter Anzapfdampf)Heater drains
過熱低減部 / 凝縮部 / ドレン冷却部kanetsu teigen-bu / gyoshuku-bu / doren reikyaku-buEnthitzungszone / Kondensationszone / Unterkühlzone (Kondensatkühler)Desuperheating / condensing / drain cooling zone
胴側 / 管側do-gawa / kan-gawaMantelseite / RohrseiteShell side / tube side
水室 / 管板 / U字管suishitsu / kanban / U-ji-kanWasserkammer / Rohrboden / U-RohreChannel (water box) / tubesheet / U-tubes
カスケード(ドレン逆流)kasukedo (doren gyakuryu)Kaskadenführung des Heizkondensats: vom Vorwärmer mit höherem Druck zum nächsten mit niedrigerem Druck (gemeint ist der reguläre Weg, keine unerwünschte Rückströmung)Drain cascade
非常ドレンhijo dorenNotablaufEmergency (alternate) drain
ベントbentoEntlüftung (für nicht kondensierbare Gase)Vent
再生サイクル / 熱収支saisei saikuru / netsu shushiRegenerativer Kreisprozess / WärmebilanzRegenerative cycle / heat balance

TTD und DCA stehen auch in japanischen Unterlagen oft als englische Abkürzung. 逆流 (gyakuryu) bedeutet allgemein „Rückströmung“, etwa Wasser, das in die Anzapfleitung zurückläuft. Lesen Sie den Begriff deshalb im Zusammenhang.

Was ist ein Speisewasservorwärmer?

Ein Speisewasservorwärmer ist ein Wärmeübertrager, der das zum Kessel zurückfließende Wasser mit Anzapfdampf aus der Turbine vorwärmt. Er hebt die Speisewassertemperatur stufenweise an, sodass der Kessel weniger Brennstoffwärme braucht. Einen Kreisprozess, der Wärme auf diese Weise intern an das Speisewasser zurückgibt, nennt man regenerativen Kreisprozess; die Speisewasservorwärmung ist sein Kernstück.

Das Wasser aus dem Kondensator muss vor dem Kessel auf Druck gebracht und erwärmt werden. Die Pumpen erhöhen vor allem den Druck, die Vorwärmer die Temperatur. Der Anzapfdampf wird der Turbine während der Entspannung entnommen und unterscheidet sich deshalb in Entnahmestelle und Druck vom Abdampf, der in den Kondensator geht.

Der übliche geschlossene Vorwärmer ist ein Rohrbündelwärmeübertrager. Das Speisewasser strömt in den Rohren, der Anzapfdampf kondensiert auf der Mantelseite und gibt seine Wärme über die Rohrwand ab, ohne dass sich die Medien mischen. Das entstehende Heizkondensat wird in einem anderen Vorwärmer, im Entgaser oder an anderer Stelle im System zurückgewonnen.

Auch der Entgaser erwärmt Wasser, allerdings durch direkten Kontakt von Dampf und Wasser. Seine Hauptaufgabe ist es, gelöste Gase auszutreiben, daher unterscheiden sich Aufbau und Zweck vom geschlossenen Vorwärmer. Die Temperatur allein reicht für die Entgasung nicht: Die freigesetzten Gase müssen auch abgeführt werden.

ND- und HD-Vorwärmer: Wo sie im Kreislauf sitzen

Eine typische Speisewasserstrecke verläuft so: Kondensator, Kondensatpumpe, ND-Vorwärmer, Entgaser, Kesselspeisepumpe, HD-Vorwärmer, Kessel. In realen Anlagen gibt es meist mehrere Vorwärmstufen, jede mit eigener Anzapfung.

ND-Vorwärmer liegen in der Regel in der Kondensatleitung vor dem Entgaser. HD-Vorwärmer sitzen hinter der Kesselspeisepumpe und erwärmen Speisewasser, das bereits unter hohem Druck steht. „Niederdruck“ und „Hochdruck“ beziehen sich also vor allem auf den Druck des Speisewassers auf der Rohrseite, nicht nur auf den Anzapfdruck.

Abbildung 1 zeigt eine vereinfachte Speisewasserstrecke. Blau ist Wasser, Orange ist Anzapfdampf.

Abbildung 1: Das Speisewasser wird von kalt nach heiß geführt, jeder Vorwärmer hat seine eigene Anzapfung

Blau ist Wasser, Orange ist Anzapfdampf. Die Kondensatführung zeigt Abbildung 5.

Dampfturbine (HD → ND)HD-AnzapfungZum EntgaserND-AnzapfungKessel(Speisewasser)HD-VorwärmerSpeisepumpeEntgaserND-VorwärmerKondensatorKond.-pumpeSpeisewasser fließt von rechts nach links und wird stufenweise wärmer

Vereinfachtes Schema. Anzahl der Stufen, Rohrführung, Anzapfstellen und Pumpenanordnung unterscheiden sich von Anlage zu Anlage.

Innerhalb eines Vorwärmers sind der Speisewasserdruck auf der Rohrseite und der Dampfdruck auf der Mantelseite verschieden. Wasser unter hohem Druck lässt sich mit Dampf niedrigeren Drucks erwärmen, weil die Rohrwand beide Medien trennt und die Wärme über die Temperaturdifferenz übertragen wird. Verfolgen Sie in den Zeichnungen zuerst den Speisewasserweg und prüfen Sie dann die Auslegungsdrücke von Rohr- und Mantelseite jedes Vorwärmers getrennt.

Beim Lesen eines R&I-Fließbilds hilft diese Reihenfolge: zuerst die Hauptspeisewasserleitung vom Kondensator bis zum Kessel als einen Weg nachziehen, dann Anzapf-, Kondensat- und Entlüftungsleitungen ergänzen. So verwechseln Sie die Funktion der Leitungen seltener.

Verwechseln Sie die Vorwärmer nicht mit dem Kondensator. In beiden kondensiert Dampf, doch der Kondensator schlägt den Turbinenabdampf nieder, während der Vorwärmer das zurückfließende Wasser erwärmt.

Im Inneren eines geschlossenen Vorwärmers: drei Zonen

Trifft der Anzapfdampf auf die Außenseite der Rohre, gibt er Wärme an das Speisewasser ab und kondensiert. Dabei wird Verdampfungswärme frei, deshalb lässt sich die übertragene Wärmeleistung nicht allein aus der Temperaturänderung des Dampfes berechnen.

Das Speisewasser tritt in eine Wasserkammer ein, durchströmt die Rohre und kehrt in eine Austrittskammer zurück. Bei U-Rohr-Bauweise liegen Ein- und Austritt am selben Rohrboden, doch nicht jeder Vorwärmer hat dieselbe Rohrführung. Abbildung 2 zeigt das Prinzip eines U-Rohr-Vorwärmers.

Abbildung 2: Im geschlossenen Vorwärmer bleiben rohrseitiges und mantelseitiges Medium getrennt

Prinzipschnitt eines U-Rohr-Vorwärmers. Das Speisewasser tritt unten ein, wendet in den U-Rohren und tritt oben aus.

Speisewasser ausSpeisewasser einAnzapfdampf in den MantelraumKondensatablaufDampf kondensiert an den RohrenWasserkammerRohrbodenU-Rohre

Rohrzahl, Trennwände und Stützbleche sind vereinfacht, um den Strömungsweg zu zeigen. Enthitzungs- und Unterkühlzone sind nicht dargestellt.

Viele Vorwärmer haben bis zu drei Zonen. Die Enthitzungszone nutzt die Überhitzungswärme des Anzapfdampfes, die Kondensationszone vor allem die Kondensationswärme, und die Unterkühlzone (Kondensatkühler) entzieht dem Heizkondensat vor dem Austritt weitere Wärme, sodass weniger Wärme stromab weitergegeben wird. Ein bestimmter Vorwärmer kann alle drei Zonen haben oder nur eine oder zwei davon.

Weil die Zonen unterschiedlich arbeiten, wirken sich Füllstand und Verschmutzung auf die Austrittstemperaturen jeweils anders aus. Die Zonen bestimmen auch die Obergrenze der Speisewasser-Austrittstemperatur: Mit Enthitzungszone kann das Speisewasser heißer austreten als die Sättigungstemperatur beim Manteldruck.

In einer reinen Kondensationszone ist die treibende Temperaturdifferenz der Abstand zwischen Sättigungstemperatur des Dampfes und Speisewassertemperatur. Hier wirken sich Heizfläche und Verschmutzung aus.

Warum Anzapfdampf den Wirkungsgrad verbessert

Der Hauptnutzen der Vorwärmung ist eine geringere Wärmezufuhr im Kessel und damit ein höherer thermischer Wirkungsgrad des Kreisprozesses. Statt das kalte Kondensat vollständig mit Brennstoff zu erwärmen, übernimmt der Anzapfdampf den Teil bei niedriger Temperatur. Dadurch steigt die mittlere Temperatur der Wärmezufuhr im Kessel.

Die Anzapfung hat allerdings ihren Preis: Entnommener Dampf leistet in den folgenden Turbinenstufen keine Arbeit mehr. Brennstoffeinsparung heißt nicht automatisch mehr Leistung, vergleichen Sie den Wirkungsgrad daher anhand von Wärmezufuhr und Nettoarbeit.

Der thermische Wirkungsgrad ist die Nettoarbeit geteilt durch die zugeführte Wärme. Ergänzt man den einfachen Clausius-Rankine-Prozess um die Aufteilung des Anzapfdampfes und die Pumpenarbeit, wird die Wirkung der Vorwärmung deutlich. Ebenso wird klar, warum mehr Anzapfung nicht immer besser ist: Anzapfdrücke, Stufenzahl und Temperaturanstieg je Stufe müssen zusammen mit Turbine und Kessel geplant werden.

Eine höhere Speisewassertemperatur verändert auch die Bedingungen an den Heizflächen des Kessels. Die Auslegungswerte des Speisewassers einzuhalten ist wichtig. Die Wirkung, Temperaturschwankungen zu verringern, sollten Sie aber getrennt vom Gewinn an Prozesswirkungsgrad bewerten.

Erwärmt ein ND-Vorwärmer das Wasser vor dem Entgaser, braucht der Entgaser weniger Heizdampf. Auch das Heizkondensat wird zurückgewonnen, sodass der Prozess Wasser und Wärme wiederverwendet. Änderungen der Anzapfmengen einzelner Stufen müssen trotzdem anhand der Gesamtbilanz beurteilt werden.

Speisewasservorwärmer und Economiser

Beide erwärmen das Wasser vor dem Kessel, doch die Wärmequelle ist eine andere. Der Speisewasservorwärmer nutzt vor allem Anzapfdampf aus der Turbine, der Economiser (Eco) die Wärme des Rauchgases im Kessel. Im deutschen Kesselbau heißt der Eco manchmal ebenfalls „Speisewasservorwärmer“; prüfen Sie deshalb in Unterlagen, welche Wärmequelle gemeint ist.

Wenn Sie einen Vorwärmer ergänzen, bewerten Sie ihn zusammen mit der Rauchgasseite. Wärmeres Speisewasser am Eco-Eintritt verändert, wie viel Wärme der Eco zurückgewinnen kann. Verfolgen Sie deshalb, wohin die Wärme in der gesamten Anlage fließt.

Manche Vorwärmer mit ähnlichem Namen erwärmen Wasser mit Fremddampf oder Abwärme statt mit Turbinenanzapfung. Dann sollten Sie Wärmequelle und Bilanzgrenze klar benennen und die Betrachtung von der regenerativen Vorwärmung trennen.

Anzapfdampfmenge aus der Wärmebilanz berechnen

Für einen einzelnen Vorwärmer setzen Sie die vom Speisewasser aufgenommene Wärme gleich der Wärme, die der Anzapfdampf bis zum Heizkondensat abgibt. Wenn Sie jeden Strom über seine spezifische Enthalpie (aus Druck und Temperatur) beschreiben, ist die Kondensation in der Rechnung enthalten.

Ein fiktives Beispiel: Der Speisewasserstrom beträgt 10 kg/s, die Enthalpie steigt von 590 auf 740 kJ/kg (flüssiges Wasser bei etwa 140 °C und 175 °C, dieselben Temperaturen wie in Abbildung 4). Jedes Kilogramm Speisewasser nimmt 150 kJ auf, die Wärmeleistung beträgt also 1500 kJ/s, das sind 1500 kW.

Angenommen, der Anzapfdampf tritt mit 2800 kJ/kg ein (leicht überhitzter Dampf bei etwa 1 MPa) und das Heizkondensat verlässt den Vorwärmer mit 610 kJ/kg (Flüssigkeit bei etwa 145 °C). Jedes Kilogramm Anzapfdampf gibt dann 2190 kJ ab. Die benötigte Anzapfdampfmenge ist 1500 geteilt durch 2190, wie Abbildung 3 zeigt.

Abbildung 3: Wärmeleistung auf der Speisewasserseite geteilt durch die Wärmeabgabe je Kilogramm Dampf

Lehrbuchfall für einen geschlossenen Vorwärmer, ohne zulaufendes Kaskadenkondensat und ohne Wärmeverluste an die Umgebung.

(1) Benötigte Wärme auf der Speisewasserseite
Q = mw (haus − hein)
Q = 10 × (740 − 590) = 1500 kW
(2) Gleichsetzen mit der Wärme aus dem Anzapfdampf
ms = Qhs − hk
= 15002800 − 610
= etwa 0,685 kg/s
Q: Wärmeleistung [kW]; mw: Speisewasserstrom [kg/s]; ms: Anzapfdampfstrom [kg/s]; hein, haus: spezifische Enthalpie des Speisewassers am Ein- und Austritt [kJ/kg]; hs, hk: spezifische Enthalpie des Anzapfdampfes am Eintritt und des Heizkondensats am Austritt [kJ/kg]. Die Werte zeigen nur das Vorgehen und stehen für keine bestimmte Anlage.

In diesem Beispiel beträgt die Anzapfdampfmenge etwa 6,8 % des Speisewasserstroms. Das ist nicht unbedingt derselbe Anteil wie bezogen auf den Frischdampfstrom der Turbine, denn weitere Anzapfungen, Zusatzwasser oder zulaufendes Kondensat verändern die Bezugsgröße.

Die 1500 kW sind an das Speisewasser übertragene Wärme, keine zusätzliche elektrische Leistung. Den Verlust an Turbinenarbeit und die Pumpenleistung abzuziehen, gehört zur Berechnung des gesamten Kreisprozesses.

Für reale Berechnungen entnehmen Sie die Enthalpien der Wasserdampftafel (z. B. IAPWS-IF97) passend zu Druck, Temperatur und Phase. Temperaturdifferenz mal spezifische Wärmekapazität ist nur eine grobe Abschätzung.

Läuft Kaskadenkondensat aus einem Vorwärmer mit höherem Druck zu, gehört dieser Zulauf als Eingang in die Wärmebilanz. Wer annimmt, dass die gesamte Wärme aus frischem Anzapfdampf stammt, überschätzt die benötigte Anzapfdampfmenge.

Ziehen Sie in einem Rechenblatt zuerst eine Bilanzgrenze um den Vorwärmer und listen Sie alle Ströme auf, die sie kreuzen. Entscheiden Sie dann, ob die einfache Gleichung aus Dampf und Speisewasser genügt oder ob Kaskadenkondensat und Entlüftung mit hinein müssen.

TTD und DCA (obere und untere Grädigkeit): So lesen Sie die Leistung eines Vorwärmers

Eine sinkende Speisewasser-Austrittstemperatur bedeutet für sich allein noch keine verschmutzten Rohre. Ändern sich Anzapfdruck, Speisewasserstrom oder Eintrittstemperatur, ändert sich die Austrittstemperatur auch bei einem einwandfreien Vorwärmer. Deshalb verfolgt man die Leistung über zwei Temperaturdifferenzen.

  • TTD (terminal temperature difference) = Sättigungstemperatur beim Manteldruck (Anzapfdampfdruck) − Speisewasser-Austrittstemperatur
  • DCA (drain cooler approach) = Kondensat-Austrittstemperatur − Speisewasser-Eintrittstemperatur

So sind die Begriffe in ASME PTC 12.1 und in den EPRI-Leitfäden zur Überwachung der Wärmerate definiert. In deutschen Wärmeschaltbildern und Simulationsprogrammen (etwa Ebsilon) heißen die entsprechenden Werte meist obere und untere Grädigkeit. Die Zuordnung ist aber nicht überall einheitlich, prüfen Sie deshalb die Definition in den jeweiligen Unterlagen. Abbildung 4 zeigt mit fiktiven Werten, wo jede Temperatur gemessen wird.

Abbildung 4: Messstellen nebeneinanderlegen, um TTD und DCA zu lesen

Angenommene Werte: Sättigungstemperatur 180 °C, Speisewasser 140 → 175 °C, Kondensataustritt 145 °C.

Temp.[°C]Sättigungstemperatur beim Manteldruck: 180 °CSpeisewasser ein 140 °CSpeisewasser aus 175 °CKondensat aus 145 °CDCA = 145 − 140 = 5 KTTD = 180 − 175 = 5 KTemperaturanstieg des SpeisewassersNur schematisch. Die waagrechte Achse zeigt keine Heizfläche.

TTD = mantelseitige Sättigungstemperatur − Speisewasser-Austrittstemperatur. DCA = Kondensat-Austrittstemperatur − Speisewasser-Eintrittstemperatur. Bei Vorwärmern mit Enthitzungszone kann die TTD negativ sein.

In Abbildung 4 sind beide Werte nur zur Veranschaulichung 5 K. Das ist kein Grenzwert, der für jeden Vorwärmer gilt. Vergleichen Sie die Messwerte mit den Auslegungswerten, den Garantiebedingungen und den Werten desselben Vorwärmers im sauberen Zustand bei gleicher Last.

Laut EPRI werden die Erwartungswerte für TTD und DCA meist dem Wärmeschaltbild entnommen; ASME PTC 12.1 bietet ein genaueres Verfahren auf Basis der Auslegungsdaten des Herstellers.

Nur zur Orientierung: Ein EPRI-Leitfaden zur Füllstandsregelung von Vorwärmern verwendet eine Referenzanlage mit einer TTD von 5 °F (etwa 3 K) bei allen Lasten und nennt für die DCA bei Volllast etwa 10–15 °F (etwa 5–8 K). Die Auslegungswerte Ihres Vorwärmers stehen in seiner eigenen Wärmebilanz und seinem Datenblatt.

Die DCA beschreibt die Arbeit der Unterkühlzone und gilt daher für Vorwärmer ohne diese Zone nicht in gleicher Weise. Auch die Aussage der TTD hängt davon ab, ob eine Enthitzungszone vorhanden ist; manche Bauarten arbeiten mit negativer TTD. Ordnen Sie jede Kennzahl dem Aufbau aus den Zeichnungen zu.

Worauf eine Änderung von TTD oder DCA hindeuten kann

Prüfen Sie zuerst, ob sich die Wärmequelle verändert hat. Sinkt die Austrittstemperatur zusammen mit dem Anzapfdruck, ist auch die mantelseitige Sättigungstemperatur gesunken, und die Bedingungen für die frühere Austrittstemperatur haben sich geändert. Steigt die TTD bei etwa gleichem Anzapfdruck und Speisewasserstrom, sollten Sie die Wärmeübertragung untersuchen.

Tabelle 2 fasst typische Muster zusammen. Verstehen Sie jedes Muster als Ansatz für die Untersuchung, nicht als Diagnose: Auch mehrere Anzeichen zusammen brauchen Befunde aus der Inspektion oder die Historie der Wasserchemie, um eine Ursache zu bestätigen.

Tabelle 2: Symptome, mögliche Ursachen und was Sie zuerst prüfen

Vergleichen Sie Werte bei gleicher Last im Beharrungszustand. Die Muster sind typisch, aber nicht sicher.

SymptomMögliche UrsachenZuerst prüfen
Austrittstemperatur sinkt, Anzapfdruck sinkt ebenfallsÄnderung auf der Wärmequellenseite (niedrigere Sättigungstemperatur im Mantel)Anzapfdruck, Last, Turbinenzustand
TTD steigt, Anzapfdruck und Durchfluss konstantVerschmutzte Rohre, verschlossene (gestopfte) Rohre, zu hoher Füllstand (Rohre überflutet), angesammelte nicht kondensierbare GaseFüllstandsanzeige, Entlüftungsmenge, rohrseitiger Druckverlust
DCA steigtFüllstand auf oder unter dem Eintritt der Unterkühlzone, sodass Dampf in die Zone gelangt; Nachverdampfung im KondensatkühlerFüllstandsanzeige und Sollwert, Ansprechen des Standregelventils
Rohrseitiger Druckverlust steigt, Temperaturanstieg sinktVerschmutzung oder veränderter Strömungsweg in den RohrenVergleich bei gleichem Durchfluss, Aufzeichnungen der Wasserchemie
Kondensatmenge steigt, Füllstand steigt schnellRohrleck (Speisewasser unter hohem Druck dringt in den Mantel), auch Störungen an Kondensatventil oder -leitungDruck Rohr- gegen Mantelseite, Füllstand, Verlauf der Kondensatmenge

Die Auswirkungen des Füllstands auf TTD und DCA stützen sich auf EPRI-Leitfäden zur Füllstandsregelung von Vorwärmern. Prüfen Sie auch die Lage der Druckmessstellen und Fehler der Thermometer, bevor Sie die Ursache im Vorwärmer suchen.

Ein steigender rohrseitiger Druckverlust beweist keine Verschmutzung, wenn gleichzeitig der Durchfluss gestiegen ist. Vergleichen Sie Trends im selben Durchflussbereich zusammen mit Temperaturen und Wasseranalysen, bevor Sie Reinigung oder Inspektion beschließen.

Betriebsdaten für die Trendauswertung aufzeichnen

Tägliche Aufzeichnungen lassen sich besser vergleichen, wenn Last, Speisewasserstrom, alle Temperaturen, Manteldruck und Füllstand zum selben Zeitpunkt erfasst werden. Betrachten Sie die Trends vor und nach Laständerungen statt nur die Alarmhistorie.

Ergänzen Sie im Protokoll die Uhrzeit, die Last und die aus dem Manteldruck berechnete Sättigungstemperatur. Mit Thermometerwerten allein lässt sich ein Problem der Wärmequelle nicht von einem Problem der Wärmeübertragung unterscheiden; mit dem Druck gelingt das.

Berücksichtigen Sie die Trägheit der Messtechnik. Werte unmittelbar nach einer großen Laständerung sind keine Werte aus dem Beharrungszustand.

Kondensatkaskade und Füllstandsregelung

Wird das Heizkondensat vom Vorwärmer mit höherem Druck jeweils zum nächsten mit niedrigerem Druck geführt, spricht man von einer Kaskade. Die Wärme des Kondensats wird stromab genutzt, doch Druckdifferenz und Kondensatmenge müssen geregelt werden. Manche Anlagen pumpen das Kondensat stattdessen vorwärts in die Speisewasserleitung; prüfen Sie, welche Schaltung Ihre Anlage hat.

Gelangt Kondensat mit höherem Druck in einen Vorwärmer mit niedrigerem Druck, kann ein Teil nachverdampfen. Kondensatleitungen und Ventile müssen deshalb für eine Zweiphasenströmung mit Entspannungsdampf ausgelegt und ausgewählt werden, nicht nur für Flüssigkeit.

Ist der Füllstand im Mantel zu hoch, überflutet das Wasser Rohrfläche, die eigentlich vom kondensierenden Dampf beheizt werden soll, und die Leistung sinkt. Bei Störungen kann Wasser zudem über die Anzapfleitung in die Turbine zurücklaufen; deshalb sind die vorgesehenen Alarme und Schutzeinrichtungen wichtig. ASME TDP-1 behandelt dieses Risiko, den Wassereinbruch in die Turbine (turbine water induction), für fossil befeuerte Kraftwerke.

Ist der Füllstand zu niedrig, kann Dampf in die Unterkühlzone gelangen, und das Kondensat wird nicht wie ausgelegt gekühlt. Der Normalfüllstand wird für jede Bauart festgelegt; eine Höhe, die für alle Vorwärmer passt, gibt es nicht.

Abbildung 5 trennt am Beispiel zweier Vorwärmer den normalen Kondensatweg vom Notablauf.

Abbildung 5: Normalen Kondensatweg und Notablauf getrennt prüfen

Beispiel: Das Kondensat wird vom Vorwärmer mit höherem Manteldruck in den benachbarten mit niedrigerem Manteldruck zurückgeführt. Ziel des Notablaufs und Schutzmaßnahmen legt die Auslegung jeder Anlage fest.

Vorwärmer AHöherer ManteldruckNormalstand geregeltVorwärmer BNiedrigerer ManteldruckNutzt KondensatwärmeLCStandsignal verstellt das VentilAusgelegtes Zieldes NotablaufsNotablauf (Beispiel eines getrennten Wegs)Anzapfung, Speisewasser, Entlüftung, Schutz nicht dargestellt

LC = Standregelung (level control). Die eingezeichneten Rohre stehen nur für Heizfläche unterhalb des Füllstands; Lage der Zonen und Zonentrennung sind nicht dargestellt. Öffnungsbedingungen des Notablaufventils, Speisewasser-Umführung, Absperrung der Anzapfung und weitere Verriegelungen lassen sich aus diesem Schema nicht ableiten.

Ist ein Rohr undicht, dringt Speisewasser unter hohem Druck in den Mantel, die Kondensatmenge nimmt zu und der Füllstand kann schnell steigen. Ein hoher Füllstand kann auch von einem defekten Kondensatventil oder einem blockierten Kondensatweg kommen; folgen Sie deshalb den Schutzfunktionen, für die die Anlage ausgelegt ist.

Im Betrieb wird üblicherweise geprüft, ob die Anzeige am Standglas mit dem Signal des Messumformers übereinstimmt, ob die Ventile ansprechen und ob die Druckverhältnisse stromab normal sind. Verstellen Sie den Füllstand im Betrieb nicht probeweise auf einen beliebigen Wert. Prüfen Sie zu den Zeitpunkten und mit den Methoden, die die Betriebsanweisungen der Anlage vorgeben.

Die Entlüftung führt nicht kondensierbare Gase ab; prüfen Sie ihren Weg getrennt vom Kondensatweg. Gase, die sich an den Rohren sammeln, behindern die Wärmeübertragung. Die Entlüftungsmenge ist deshalb kein bloßer Dampfverlust, den man möglichst klein hält.

Füllstandsprobleme, sinkende Austrittstemperatur und Änderungen des Druckverlusts treten oft gemeinsam auf. Statt sie einzeln zu behandeln, verfolgen Sie in zeitlicher Reihenfolge, welche Strömungs- oder Regeländerung zuerst kam. So grenzen Sie ein, wo Sie prüfen müssen.

Kosten, Druckverlust und Platzbedarf

Ein zusätzlicher Vorwärmer bringt Ausrüstung zur Wärmerückgewinnung mit sich, außerdem Ausrüstung für Anzapfdampf und Kondensat. Beziehen Sie beim Vergleich von Varianten Pumpen, Armaturen, Messtechnik und Wartungsflächen ein, nicht nur den Preis des Vorwärmers.

Kleine Anlagen sind nicht automatisch schlechtere Kandidaten, große nicht automatisch bessere. Betriebsstunden, Lastschwankungen, Brennstoffpreise und bestehende Rohrleitungen verschieben das Verhältnis von Nutzen und Kosten.

Höhere Kosten

Zu den Investitionskosten gehören Vorwärmer, Unterstützungen, Fundament, Isolierung, Anzapf- und Kondensatleitungen. Planen Sie auch Armaturen und Messtechnik für den jeweiligen Druck ein und die Leittechnik, die die Schutzfunktionen umsetzt.

Bei einer Nachrüstung zählen auch Stillstandszeit und Einbindung in die bestehende Anlage zu den Kosten. Rechnen Sie als jährlichen Nutzen nicht nur die Brennstoffeinsparung; berücksichtigen Sie Prüfkosten, Eigenbedarf und Ausfallzeiten.

Vergleichen Sie auf einheitlicher Basis, etwa Brennstoff bei gleicher Leistung oder Nettoleistung bei gleicher Brennstoffzufuhr. Betriebsdaten aus unterschiedlichen Lasten oder Umgebungsbedingungen führen zu einer falschen Bewertung des Vorwärmers.

Mehr Stufen erlauben es, den Anzapfdampf in kleineren Temperaturschritten zu nutzen, bringen aber auch mehr Heizfläche, Rohrleitungen und Messtechnik. Die Grundfrage lautet: Rechtfertigt der Gewinn einer weiteren Stufe den zusätzlichen Bau- und Wartungsaufwand?

Höherer Druckverlust auf der Speisewasserseite

Das Speisewasser verliert in Rohren und Wasserkammern des Vorwärmers Druck durch Reibung und Umlenkungen. Die Pumpenauslegung muss die gesamte Förderhöhe des Systems einschließlich Rohrleitungen abdecken.

Prüfen Sie den Druckverlust beim maximalen Durchfluss und im gesamten erwarteten Betriebsbereich, nicht nur im Nennpunkt. Wenn Sie Ein- und Austrittsdruck sowie Durchfluss im sauberen Zustand aufzeichnen, haben Sie eine Referenz, um spätere Verschmutzung oder Verstopfung zu erkennen.

Ein Vorwärmer mit höherem Druck hat nicht zwangsläufig einen größeren Druckverlust. Rohrdurchmesser, Rohrzahl, Länge des Strömungswegs und Anzahl der Durchgänge bestimmen den Strömungswiderstand unabhängig von der Druckstufe.

Eine geringere Strömungsgeschwindigkeit in den Rohren senkt den Druckverlust, beeinflusst aber Wärmeübertragung und Baugröße. Wägen Sie Wärmeübertragung und Pumpenkosten gemeinsam ab.

Mehr Platzbedarf

Planen Sie neben der Aufstellfläche des Vorwärmers auch Platz für Inspektion und Demontage ein. Zu prüfen sind etwa die Öffnungsrichtung der Wasserkammer, die Seite, von der aus die Rohre inspiziert werden, und bei manchen Bauarten der Platz zum Ziehen des Rohrbündels.

Wärmeübertrager mit geöffneter Wasserkammer, Rohrboden und Rohrenden sichtbar
KI-generiertes Bild eines zur Inspektion geöffneten Wärmeübertragers (zur Veranschaulichung)

Sind Armaturen und Rohrleitungen dicht um den Vorwärmer angeordnet, mögen Routineprüfungen noch möglich sein, größere Reparaturen werden aber schwierig. Gleichen Sie Gerüste, Hebezeuge und Ausbauwege mit den Wartungsanweisungen des Herstellers und dem Gebäudelayout ab.

Liegende und stehende Vorwärmer unterscheiden sich nicht nur in der Grundfläche, sondern auch in der Abstützung und der nötigen Höhe über dem Gerät. Auch die Höhenlage des Kondensataustritts und der Leitungswiderstand spielen eine Rolle; ein Vorwärmer lässt sich also nicht einfach in jeden freien Raum setzen.

Neubeschaffung oder Austausch: Bedingungen vereinheitlichen

Geben Sie beim Angebotsvergleich allen Lieferanten dieselben Eintrittsbedingungen und dieselben geforderten Austrittsbedingungen vor. Unterschiede bei Speisewasserstrom und -druck, Anzapfdampfzustand oder zulaufendem Kondensat verändern Heizfläche, Werkstoffe und Ventilgrößen.

Ein Vorwärmer, der im Nennpunkt die Leistung erfüllt, kann beim Anfahren oder in Teillast sein Kondensat trotzdem nicht abführen. Geben Sie den Lieferanten Betriebsbereich sowie An- und Abfahrbedingungen vor und klären Sie, wie das Kondensat bei sinkendem Anzapfdruck abgeführt wird. Tabelle 3 nennt die Punkte, die Sie abgleichen sollten.

Tabelle 3: Thermische, Druck- und Wartungsbedingungen abgleichen, bevor Sie Preise vergleichen

Punkte, bei denen Spezifikation und Angebot häufig auseinanderlaufen, mit den jeweils zu prüfenden Unterlagen.

PunktAbzugleichende BedingungenZu prüfende Unterlagen
Thermische LeistungSpeisewasserstrom, Eintrittsbedingungen, Anzapfdampfzustand, zulaufendes KondensatWärmebilanz, Garantiepunkt, Betriebsbereich
PumpenleistungZulässiger Druckverlust auf der Speisewasserseite und maximaler DurchflussDruckverlustberechnung, Förderhöhenplanung des Systems
Druckstufe und WerkstoffeAuslegungsbedingungen Rohr- und Mantelseite, WasserchemieGerätespezifikation, Werkstoffliste, Prüfplan
Füllstand und KondensatNormales Ziel des Kondensats, Wege bei Teillast und StörungSystemschaltbild, Regelbeschreibung, Schutzbedingungen
Wartung und AufstellungÖffnungsrichtung, Hebezeuge, Ausbauweg, StillstandsdauerAufstellungsplan, Wartungsanweisungen, Leistungsumfang

Verallgemeinern Sie nicht aus einem einzelnen Preisbeispiel. Vergleichen Sie Gesamtkosten bei gleicher Leistungsgarantie und gleichem Umfang von Montage und Wartung.

Vereinbaren Sie vor dem Kauf, wie die Leistung nach der Inbetriebnahme nachgewiesen wird. Halten Sie Druck- und Temperaturmessstellen, Bedingungen der Durchflussmessung und den Lastbereich für den Vergleich in den Inbetriebnahmeprotokollen fest.

Austrittstemperaturen vor und nach dem Austausch zu vergleichen, ist ein schwächerer Nachweis als ein Vergleich von Wärmeleistung oder Temperaturdifferenzen, die auf gleiche Bedingungen umgerechnet sind. Wurde auch die Messtechnik erneuert, trennen Sie deren Einfluss von einer Leistungsänderung des Vorwärmers.

Inspektions- und Reparaturprotokolle

Besteht der Verdacht auf ein Rohrleck, gleichen Sie die Druckdifferenz zwischen Rohr- und Mantelseite mit den Änderungen von Füllstand und Kondensatmenge ab. Die Leckrichtung kann sich mit den Druckverhältnissen ändern; gehen Sie nicht davon aus, dass sich ein im Stillstand gefundenes Leck im Betrieb genauso verhält.

Prüfen Sie bei der Reparaturplanung Rohrwerkstoff, Wanddicke und Schadensort, statt sich auf die Instandsetzung des undichten Rohrs zu beschränken. Häufen sich Schäden in einem Bereich, suchen Sie nach Ursachen für Wiederholungen wie strömungsinduzierten Schwingungen oder dem Zustand der Stützbleche.

Die Wasserchemie beeinflusst den Zustand der Rohroberflächen. Verknüpfen Sie die Analysen von Speisewasser und Kondensat deshalb mit den Wartungsprotokollen. Prüfen Sie, ob die Konditionierung zu den Werkstoffen passt, und ändern Sie die chemische Behandlung nicht allein auf Grundlage allgemeiner Richtwerte zur Wasserqualität.

Beim Öffnen eines Vorwärmers sind heißes Wasser und Restdruck im Spiel. Abschalten, Absperren, Entleeren und Abkühlen richten sich nach den Arbeitsanweisungen der Anlage. Sie betreffen alle angeschlossenen Systeme (Anzapfung und Kondensat ebenso wie Speisewasser), nicht nur die Rohrseite.

Leistungsprüfungen und Bauteilinspektionen liefern unterschiedliche Informationen; nutzen Sie beide. Eine gute Austrittstemperatur beweist keine dichten Rohre. Prüfen Sie drucktragende Teile nach dem Prüfplan der Anlage.

Führen Sie Betriebsbedingungen, Leistungskennzahlen, Inspektionsbefunde und Reparaturen in einer gemeinsamen Historie. Diese Aufzeichnung ist die Grundlage für Heizfläche und Wartungsmerkmale, wenn der Vorwärmer das nächste Mal ersetzt wird.

Normen und Regelwerke: HEI, ASME und der europäische Rahmen

Japanische Lieferanten beziehen sich bei Vorwärmern für Exportprojekte häufig auf US-Normen. Fragen Sie den Lieferanten, nach welcher der folgenden Normen der Vorwärmer ausgelegt oder geprüft wurde, falls überhaupt.

  • HEI Standards for Closed Feedwater Heaters (HEI 2622, 9. Ausgabe): Norm des Heat Exchange Institute zu Leistung, rohrseitigem Druckverlust sowie mechanischer Auslegung und Werkstoffen. Klären Sie die aktuelle Ausgabe beim HEI oder Ihrem Normenvertrieb.
  • ASME PTC 12.1-2015, Closed Feedwater Heaters: Prüfregel zur Bestimmung von TTD, DCA sowie rohr- und mantelseitigem Druckverlust. ASME führt die Ausgabe 2015 als R2026 (stabilized maintenance). Für Vorwärmer mit Teildurchgang-Unterkühlzone (partial-pass drain cooling) gilt sie nicht.
  • ASME TDP-1-2023, Prevention of Water Damage to Steam Turbines Used for Electric Power Generation: Fossil-Fueled Plants: behandelt den Schutz vor Wassereinbruch in die Turbine, einschließlich der Absperrsysteme der Vorwärmer.

Für den Einsatz in der EU kommt die Druckgeräterichtlinie (DGRL) 2014/68/EU hinzu. Sie regelt das Inverkehrbringen; technische Detailanforderungen an unbefeuerte Druckbehälter finden sich in harmonisierten Normen wie EN 13445, in Deutschland wird außerdem häufig das AD 2000-Regelwerk angewendet. Wie die Druckräume eingestuft werden, welches Konformitätsbewertungsverfahren gilt und wie eine japanische Auslegung nach JIS oder ASME in diesen Nachweis eingeht, ist projektspezifisch zu klären, mit dem Lieferanten und der benannten Stelle.

Im Betrieb unterliegen Druckbehälter in Deutschland den Prüfungen nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV, §§ 15 und 16 mit Anhang 2 Abschnitt 4). Ob eine befähigte Person oder eine zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) prüft und welche Fristen gelten, hängt von der Einstufung ab und ist vom Betreiber festzulegen. In Österreich und der Schweiz gelten die dortigen Vorschriften. Produktkonformität (DGRL) und wiederkehrende Prüfungen im Betrieb (BetrSichV) sind getrennte Pflichten.

Checkliste: Wenn TTD oder DCA abdriften

Bei Alarmen und sicherheitsrelevanten Abweichungen gelten zuerst die vorgesehenen Schutzmaßnahmen und Betriebsanweisungen. Für die anschließende Ursachensuche, etwa bevor Sie eine Reinigung oder eine Inspektion planen, hilft diese Liste.

  • Stammen die Werte aus dem Beharrungszustand bei einer Last, die mit der Referenz vergleichbar ist?
  • Hat sich der Anzapfdruck geändert? Berechnen Sie die Sättigungstemperatur aus dem aktuellen Manteldruck neu.
  • Haben sich Speisewasserstrom oder Speisewasser-Eintrittstemperatur geändert?
  • Stimmen Standglas und Füllstandsmessumformer überein? Liegt der Füllstand am normalen Sollwert?
  • Spricht das Standregelventil normal an, und weicht seine Öffnung von der Referenz ab?
  • Ist die Entlüftungsleitung offen und durchströmt wie ausgelegt?
  • Ist der rohrseitige Druckverlust bei gleichem Durchfluss gestiegen?
  • Hat die Kondensatmenge zugenommen oder ist der Füllstand unruhig geworden (mögliches Rohrleck)?
  • Sitzen Thermometer und Druckmessstellen an denselben Stellen wie bei der Referenzmessung, und sind sie kalibriert?
  • Hat der Vorwärmer eine Enthitzungszone und eine Unterkühlzone? (Davon hängt ab, was TTD und DCA aussagen.)
  • Welche Auslegungswerte für TTD und DCA stehen im Datenblatt oder in der Wärmebilanz?

Fragen an den japanischen Lieferanten

Stellen Sie diese Fragen, wenn die erhaltenen Unterlagen sie nicht beantworten.

  • Welche Zonen hat jeder Vorwärmer (Enthitzung, Kondensation, Unterkühlung)?
  • Wie hoch sind die Auslegungswerte für TTD und DCA jedes Vorwärmers bei Nennlast und in Teillast?
  • Wo liegt der normale Füllstandssollwert, und wo liegen die Alarmstufen hoch, hoch-hoch und tief?
  • Wohin führen normaler Kondensatablauf und Notablauf, und was öffnet das Notablaufventil?
  • Welche Anzapfung ist in Ihren Schaltbildern „Nr. 1“ (第1抽気): die mit dem höchsten oder dem niedrigsten Druck?
  • Welche Schutzeinrichtungen verhindern, dass Wasser über die Anzapfleitung in die Turbine gelangt (Absperrung der Anzapfung, Rückschlagklappen, Abschaltung bei Füllstand hoch-hoch)?
  • Welche Betriebsbedingungen sind zulässig, wenn ein Vorwärmer außer Betrieb genommen wird (Umführung, Lastbegrenzung)?
  • Nach welchem Regelwerk wurden die Vorwärmer mechanisch ausgelegt (z. B. HEI, ASME, JIS), und nach welchem Verfahren wurde die thermische Leistung geprüft (z. B. ASME PTC 12.1)? Gibt es eine Konformitätsbewertung nach DGRL?
  • Welcher Rohrwerkstoff ist eingesetzt, und welche Grenzwerte der Wasserchemie gelten?

Musteranfrage (auf Englisch)

Mit japanischen Lieferanten wird technische Korrespondenz meist auf Englisch geführt. Passen Sie die Teile in eckigen Klammern an Ihre Anlage an.

Subject: [Plant name] HP Heater No. [X]: Design TTD/DCA and level settings

Dear [Name],

Over the past [period], the feedwater outlet temperature of HP Heater No. [X] (高圧給水加熱器) has dropped by about [value] °C at [load] % load. Extraction pressure and feedwater flow are about the same as our baseline.

Our calculated TTD has risen from [value] K to [value] K, and DCA from [value] K to [value] K.

To help us find the cause, could you send the following?

  • Design TTD and DCA at [load] % and 100 % load
  • Normal level setpoint and alarm levels, with their reference elevation
  • Whether this heater has desuperheating and drain cooling zones
  • Recommended checks for venting and level control before an internal inspection

Our trend data is attached. Thank you for your support.

Best regards,
[Name]
[Company]

Grenzen dieses Beitrags

  • Alle Zahlen in den Beispielen (Durchflüsse, Enthalpien, Temperaturen) sind fiktiv und zeigen nur das Vorgehen.
  • Die Muster in Tabelle 2 sind typisch, aber nicht sicher. Mehrere Ursachen können gleichzeitig wirken; eine Bestätigung braucht Inspektionsbefunde.
  • Die zitierten EPRI-Werte für TTD und DCA dienen nur der Orientierung. Maßgeblich sind die Auslegungswerte Ihres Vorwärmers.
  • Aufbau, Zonenanordnung, Kondensatführung und Schutzlogik unterscheiden sich je nach Hersteller und Anlage. Folgen Sie den Betriebsanweisungen der Anlage und den Vorgaben des Lieferanten.
  • Entscheidungen über Betrieb, Absperrung und Prüfung liegen bei den verantwortlichen Fachleuten der Anlage im Rahmen der geltenden Regelwerke und Vorschriften (in Deutschland u. a. DGRL für das Inverkehrbringen und BetrSichV für den Betrieb).

FAQ

Worin unterscheiden sich ND- und HD-Vorwärmer?

Vor allem im Druck des Speisewassers. ND-Vorwärmer liegen vor dem Entgaser, HD-Vorwärmer hinter der Kesselspeisepumpe. Anzapfdruck auf der Mantelseite und Speisewasserdruck auf der Rohrseite sind getrennte Größen; prüfen Sie beide in der Spezifikation.

Warum verbessert die Anzapfung den Wirkungsgrad?

Die Anzapfung verringert die Arbeit in den hinteren Turbinenstufen, die Vorwärmung senkt aber die Wärme, die der Kessel liefern muss. Anzapfstellen und Stufenzahl werden so ausgelegt, dass sich das Verhältnis von Nettoarbeit zu Wärmezufuhr verbessert.

Ist der Entgaser ein Speisewasservorwärmer?

Ja. Im regenerativen Kreisprozess lässt er sich als offener Mischvorwärmer betrachten. Er erwärmt Wasser durch Mischen mit Dampf und treibt gelöste Gase aus; anders als im geschlossenen Vorwärmer mischen sich die Medien.

Kann das Speisewasser heißer austreten als die Sättigungstemperatur des Anzapfdampfes?

Ja, bei Vorwärmern mit Enthitzungszone. Diese Zone nutzt die Überhitzungswärme des Anzapfdampfes, sodass der Speisewasseraustritt über der Sättigungstemperatur beim Manteldruck liegen kann. Die TTD wird dann negativ.

Sind kleinere Werte für TTD und DCA immer besser?

Nicht grundsätzlich. Beurteilen Sie sie anhand der Auslegung, des Aufbaus und der eigenen Referenzwerte des Vorwärmers bei gleichen Betriebsbedingungen. Gerade die TTD sagt je nach Enthitzungszone etwas anderes aus, und manche Bauarten haben eine negative TTD.

Kann die Anlage mit einem abgeschalteten Vorwärmer weiterlaufen?

Das hängt von der Speisewasser-Umführung, der Absperrung der Anzapfung und den Grenzwerten der Speisewassertemperatur des Kessels ab. Zulässige Last und Schutzmaßnahmen für den Betrieb ohne Vorwärmer stehen in den Betriebsanweisungen der Anlage.

Quellen

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Über die Redaktion

MONOSCOPE-RedaktionFOUNDER & EDITOR

Rund zehn Jahre bei einem Anlagenhersteller und einem Anlagenbauunternehmen in Angebot, Konstruktion und Inbetriebnahme von Anlagen tätig, danach Wechsel ins Online-Marketing. Berät heute B2B-Hersteller zu ihren Websites und hilft ihnen, Produkte und Technik verständlich zu erklären. Besitzt die japanischen staatlichen Lizenzen als Energy Manager und als Elektro-Chefingenieur der dritten Klasse.

Betreibt seit 2017 einen Technik-Blog (über 500 Artikel) und einen japanischsprachigen YouTube-Kanal mit rund 20.000 Abonnenten. Jeder Leitfaden entsteht aus der Perspektive der japanischen Werkshalle und wird mit den zitierten Normen abgeglichen.

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