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202626.10.

JIS-Rauheit: Ra, Rz und Dreieckszeichen (▽▽▽) lesen

Zeichnungen & NormenAktualisiert am 26.10.202627 Min. Lesezeit

Eine Zeichnung eines japanischen Kunden oder Lieferanten liegt auf dem Tisch. Eine Fläche trägt Ra 1.6, eine Dichtfläche Rz 6.3, und auf einem älteren Blatt im selben Paket steht neben einer Bohrung ▽▽▽ und am Flansch „6.3S“. Alle vier sind Angaben zur Oberflächenrauheit (表面粗さ, hyomen arasa). Sie stammen aber aus verschiedenen Ausgaben von JIS (Japanese Industrial Standards), und einige sind ältere Schreibweisen, die der aktuelle Standard nicht mehr verwendet.

Japanische Zeichnungen schreiben den Dezimalpunkt (Ra 1.6). In diesem Beitrag verwenden wir im Fließtext das Komma und lassen nur wörtlich zitierte Zeichnungsangaben unverändert.

Das genaue Lesen ist wichtig, weil dasselbe Zeichen Unterschiedliches bedeuten kann. Ra und Rz erfassen verschiedene Merkmale einer Oberfläche, deshalb ist Rz auf derselben Fläche ein Mehrfaches von Ra. Außerdem hat „Rz“ in der Ausgabe 2001 von JIS B 0601 seine Bedeutung gewechselt. Lesen Fertigung und Prüfung eine alte Zeichnung unterschiedlich, wird ein Teil nach der einen Zahl gefertigt und nach der anderen beanstandet.

Dieser Beitrag erklärt, was Ra und Rz messen und wie Sie altes Rz, Rmax und Dreieckszeichen (▽) lesen. Er ordnet JIS gegenüber DIN EN ISO 4287, DIN EN ISO 21920 und den alten DIN-Angaben ein und nennt typische Rauheiten gängiger Fertigungsverfahren. Am Ende folgen eine Schnellübersicht, eine Checkliste für die Rückfrage an die japanische Seite, ein Textbeispiel für die Anfrage und ein FAQ. Der Stand der Normen wurde zum 1. Oktober 2026 geprüft.

Inhalt
  1. Schnellübersicht: Rauheitsangaben auf japanischen Zeichnungen
  2. Ra und Rz: Was die beiden Zahlen messen
  3. JIS B 0601: Altes Rz und neues Rz
  4. Welche Normen heute gelten: JIS, DIN EN ISO 4287 und DIN EN ISO 21920
  5. Oberflächenzeichen nach JIS lesen
  6. Dreieckszeichen (▽▽▽) auf japanischen Zeichnungen
  7. Typische Ra-Werte je Fertigungsverfahren
  8. Wie die Rauheit gemessen wird
  9. Ist eine feinere Rauheitsangabe immer besser?
  10. Checkliste: Was Sie mit der japanischen Seite klären sollten
  11. Grenzen dieses Beitrags
  12. Zusammenfassung
  13. FAQ
  14. Quellen

Schnellübersicht: Rauheitsangaben auf japanischen Zeichnungen

Ordnen Sie mit dieser Tabelle zunächst zu, was Sie vor sich haben. Die Details finden Sie in den folgenden Abschnitten.

Was Sie sehenWas es meist bedeutetHerkunftWas zu tun ist
Ra 1.6Arithmetischer Mittenrauwert, Obergrenze 1,6 µmAktuelle JIS B 0031 / B 0601 (Ra wie in ISO 4287 definiert)Ra wie angegeben messen
Rz 6.3 auf einer Zeichnung nach JIS B 0601:2001 oder jüngerGrößte Höhe des Rauheitsprofils, Obergrenze 6,3 µmJIS B 0601:2001 und jünger (entspricht Rz nach ISO 4287)Rz (größte Höhe) messen
Rz auf einer Zeichnung nach JIS B 0601:1994 oder älterMöglicherweise Zehnpunkthöhe (juten heikin arasa, heute RzJIS)JIS B 0601:1994 und älterZeichnungsdatum und angewandte Norm prüfen; schriftlich bestätigen lassen
Ry, Rmax oder ein Wert mit „S“ (z. B. 6.3S)Größte Höhe (heutiges Rz)JIS B 0601:1994 (Ry), 1982 (Rmax)Als größte Höhe behandeln; Ausgabe bestätigen. Achtung: „Rmax“ wird im deutschen Sprachgebrauch anders verwendet (siehe unten)
Wert mit „a“ (z. B. 1.6a)Arithmetischer Mittenrauwert (Ra)Ältere JIS-SchreibweiseAls Ra lesen
Wert mit „Z“ (z. B. 6.3Z)Zehnpunkthöhe (altes Rz, heute RzJIS)Ältere JIS-SchreibweiseRzJIS oder einen Ersatzwert vereinbaren
▽▽▽▽ / ▽▽▽ / ▽▽ / ▽Alte Oberflächenzeichen (shiage kigo); mehr Dreiecke bedeuten eine glattere FlächeÄltere JIS-Schreibweise; Bereiche aus den Referenztabellen der Ausgaben von 1994Bereiche aus Abbildung 6 nur als Anhaltswert verwenden; einen Ra-Wert vereinbaren
~ (Tilde)Fläche bleibt unbearbeitet (Guss-, Schmiedehaut)Alte OberflächenzeichenKlären, ob dennoch eine Grenze gilt
Zusammengestellt aus JIS B 0601:2013, JIS B 0031:2003 und den Referenztabellen japanischer Werkzeug- und Bauteilhersteller (siehe Quellen).

Ra und Rz: Was die beiden Zahlen messen

Kurz gesagt: Ra ist der Mittelwert der Abweichungen über das gesamte Profil, Rz der Abstand zwischen der höchsten Spitze und dem tiefsten Tal. JIS nennt Ra den arithmetischen Mittenrauwert und Rz die größte Höhe des Rauheitsprofils. Beide werden in Mikrometern (µm) angegeben.

Vergrößert man eine bearbeitete Fläche, sieht man eine Folge kleiner Spitzen und Täler. Schneidet man die Fläche quer und entfernt die längerwelligen Anteile (die Welligkeit), erhält man das Rauheitsprofil. Ra und Rz werden aus einem festen Abschnitt dieses Profils berechnet, der Einzelmessstrecke lr (in JIS: 基準長さ, kijun nagasa).

Abbildung 1: Ra und Rz am selben Rauheitsprofil (Schemabild)

Ra mittelt die Abweichungen von der Mittellinie. Rz ist der Abstand zwischen der höchsten Spitze und dem tiefsten Tal.

RzHöchste SpitzeTiefstes TalRa (halbe Breite des hellen Bandes)Mittellinie← Einzelmessstrecke (dieser Abschnitt geht in die Berechnung ein) →

Das Schemabild veranschaulicht das Prinzip und zeigt kein gemessenes Profil. Die Definitionen folgen JIS B 0601:2013.

Ra ist der Mittelwert der Beträge der Abstände zwischen Profil und Mittellinie. Da es das ganze Profil mittelt, verändert ein einzelner Kratzer den Wert kaum. Wegen dieser Stabilität wird Ra häufig verwendet, um die Rauheit eines Teils insgesamt vorzugeben.

Rz addiert innerhalb der Einzelmessstrecke die Höhe der höchsten Spitze und die Tiefe des tiefsten Tals. Eine einzelne herausragende Spitze oder tiefe Riefe schlägt deshalb stark auf den Wert durch. Rz wird oft für Dichtflächen und Gleitflächen (Flächen, die aufeinander reiben) vorgegeben, weil dort schon kleine örtliche Fehler zu Leckage oder Verschleiß führen können.

Abbildung 2: Ra und Rz im Vergleich

Die beiden Größen betrachten verschiedene Merkmale. Ihre Werte stimmen daher auch auf derselben Fläche nicht überein.

Ra (arithmetischer Mittenrauwert)
Rz (größte Höhe des Rauheitsprofils)
Was wird erfasst?
Mittelwert der Beträge der Abweichungen von der Mittellinie
Höhe der höchsten Spitze plus Tiefe des tiefsten Tals
Einfluss eines einzelnen Kratzers
Gering; im Wert kaum sichtbar
Groß; der Kratzer kann den Wert bestimmen
Stabilität
Von Messort zu Messort relativ stabil
Streut stärker mit dem Messort
Typische Anwendung
Allgemeine Bearbeitungsflächen, Passflächen, die meisten Teilemerkmale
Dichtflächen, Gleitflächen und andere Flächen, bei denen örtliche Fehler zählen
Größe auf derselben Fläche
Kleinere Zahl
Ein Mehrfaches von Ra (das Verhältnis hängt von der Fläche ab)

Definitionen nach JIS B 0601:2013. Die typischen Anwendungen sind aus technischen Unterlagen von Fertigungsunternehmen zusammengefasst.

JIS B 0601: Altes Rz und neues Rz

Ein Rz auf einer älteren japanischen Zeichnung bedeutet nicht unbedingt das, was Rz heute bedeutet. Bis zur Ausgabe 1994 von JIS B 0601 stand Rz für die Zehnpunkthöhe (十点平均粗さ, juten heikin arasa). Ab der Ausgabe 2001 steht Rz für die größte Höhe des Rauheitsprofils. Das Symbol ist dasselbe, die Berechnung eine andere.

Die Zehnpunkthöhe ist der Mittelwert der Höhen der fünf höchsten Spitzen plus der Mittelwert der Tiefen der fünf tiefsten Täler. Weil auf jeder Seite über fünf Punkte gemittelt wird, liefert sie tendenziell eine kleinere Zahl als das heutige Rz, das nur von der einen höchsten Spitze und dem einen tiefsten Tal abhängt.

Auch das Symbol für die größte Höhe hat sich verschoben: Rmax in der Ausgabe 1982, Ry in der Ausgabe 1994 und Rz seit 2001. Die Zehnpunkthöhe wurde aus der internationalen Norm ISO 4287:1997 gestrichen. Weil sie in Japan so verbreitet war, blieb sie in JIS als Referenz in einem Anhang unter dem Symbol RzJIS erhalten.

Abbildung 3: Symbolwechsel über die Ausgaben von JIS B 0601

In der Ausgabe 2001 hat Rz seine Bedeutung gewechselt.

AUSGABE 1982Rmax und RzGrößte Höhe = Rmax. Zehnpunkthöhe = Rz
AUSGABE 1994Ry und RzDie größte Höhe heißt jetzt Ry. Die Zehnpunkthöhe bleibt Rz
AUSGABE 2001Rz und RzJISDie größte Höhe heißt jetzt Rz. Die Zehnpunkthöhe wandert als RzJIS in einen Anhang
AUSGABE 2013 (AKTUELL)Rz und RzJISÜbernimmt die Symbole von 2001. Die alten Definitionen lassen sich als RzJIS94 und RzJIS82 unterscheiden
Das Symbol Ra hat sich nicht geändert. Die Mittenrauheit (Center-Line-Average) älterer Normen steht in der aktuellen Norm aber noch als Ra75 in einem Anhang.

Nach Haupttext und Anhängen JA und JB von JIS B 0601:2013 sowie technischen Unterlagen von Mitutoyo und Keyence.

JIS B 0031:2003, die Norm für die Angabe der Oberflächenbeschaffenheit in Zeichnungen, besagt sinngemäß: Eine Angabe, die nach einer älteren Norm gemacht wurde, wird nach den damals geltenden Regeln ausgelegt. Ob ein Rz auf einer Zeichnung die größte Höhe oder die Zehnpunkthöhe meint, hängt also davon ab, wann die Zeichnung entstand und welche Norm sie anwendet.

Ältere Zeichnungen setzen teils einen Buchstaben hinter die Zahl, etwa „1.6a“, „6.3S“ oder „6.3Z“. In den Referenztabellen japanischer Hersteller, die aus der alten Norm übernommen sind, steht „a“ für den arithmetischen Mittenrauwert, „S“ (oder „s“) für die größte Höhe und „Z“ (oder „z“) für die Zehnpunkthöhe.

Wenn Sie eine alte Zeichnung weiterverwenden oder eine mit alter Schreibweise erhalten, suchen Sie im Schriftfeld (表題欄, hyodairan) und in den Hinweisen (注記, chuki) nach der angewandten Norm. Bleibt es unklar, einigen Sie sich mit der japanischen Seite vor Arbeitsbeginn auf eine Lesart. Schreiben Sie etwa eine geforderte Zehnpunkthöhe als RzJIS um, damit Besteller und Fertiger denselben Wert meinen.

Welche Normen heute gelten: JIS, DIN EN ISO 4287 und DIN EN ISO 21920

Laut Katalog der Japanese Standards Association (JSA) gilt zum 1. Oktober 2026: JIS B 0601:2013 definiert die Kenngrößen, JIS B 0031:2003 regelt die Angabe in der Zeichnung. Keine der beiden Normen wurde zurückgezogen oder ersetzt.

JIS B 0031 erhielt im März 2022 die Änderung 1. Sie folgte darauf, dass eine von JIS B 0031 zitierte Filternorm ersetzt wurde, und änderte die Zeichnungssymbole nicht.

Abbildung 4: Wichtige Normen zur Oberflächenrauheit

Definition, Zeichnungsangabe und Messung sind in getrennten Normen geregelt.

JIS B 0601:2013
ProfilBegriffe, Definitionen und Kenngrößen, darunter Ra und Rz. Entspricht ISO 4287:1997
JIS B 0031:2003
ProfilAngabe der Oberflächenbeschaffenheit in Zeichnungen. Änderung 1 im Jahr 2022. Entspricht ISO 1302:2002
JIS B 0633:2001
ProfilRegeln und Verfahren der Beurteilung, u. a. Wahl der Einzelmessstrecke und 16-%-Regel. Entspricht ISO 4288:1996
JIS B 0651:2001
ProfilEigenschaften von Tastschnittgeräten, etwa Tasterform und Messkraft. Änderung 1 im Jahr 2022
JIS-B-0681-Reihe
FlächenhaftDreidimensionale Oberflächenbeschaffenheit. Teil 2 (2018) definiert Sa, Sz und weitere Kenngrößen. Entspricht ISO 25178
ISO-21920-Reihe
InternationalNeue internationale Norm für die Profilrauheit, 2021 erschienen. Ersetzte u. a. ISO 4287, 4288 und 1302. In Deutschland als DIN EN ISO 21920-1 bis -3 (2022-12)

Der JIS-Stand stammt aus dem Katalog JSA Webdesk vom 1. Oktober 2026.

International hat ISO im Dezember 2021 die Reihe ISO 21920 veröffentlicht, die unter anderem ISO 4287, ISO 4288 und ISO 1302 ersetzt. Die ISO-Ausgaben, denen die aktuellen JIS-Normen entsprechen, sind damit überholt.

Im JSA-Katalog war zum Prüfzeitpunkt keine JIS-Norm zu ISO 21920 aufgeführt, wohl aber bietet JSA japanische Übersetzungen an.

Zur Orientierung: Lesen Sie japanische Zeichnungen nach JIS B 0601:2013 und JIS B 0031:2003, und behandeln Sie eine Zeichnung, die ISO 21920 zitiert, als andere Norm. ISO 21920 ändert die Berechnung einiger Kenngrößen, und fachliche Kommentare weisen darauf hin, dass dieselbe Fläche andere Werte liefern kann.

Auch JIS zieht nach. Die Liste der geplanten JIS-Änderungen der JSA (Stand 11. September 2026) nennt die Angleichung von JIS B 0031 an ISO 21920-1 und von JIS B 0633 an ISO 21920-3. Der Beginn der Ausarbeitung ist für Juli 2026 vorgesehen.

Ein Termin für die Änderung steht nicht fest. Zitieren Sie Normen in Zeichnungen und internen Vorgaben daher immer mit Ausgabejahr. Die Reihe JIS B 0681 behandelt die flächenhafte (3D-)Rauheit; sie läuft parallel zu den Profilkenngrößen wie Ra und Rz und ersetzt sie nicht.

Einordnung für Leser mit DIN-Praxis

In Deutschland sind DIN EN ISO 1302 (Zeichnungsangaben), DIN EN ISO 4287 (Kenngrößen) und DIN EN ISO 4288 (Regeln und Verfahren) im Dezember 2022 durch DIN EN ISO 21920-1, -2 und -3 abgelöst worden. Die aktuellen JIS-Normen entsprechen noch der Vorgängergeneration (ISO 1302, 4287 und 4288). Eine Zeichnung nach JIS und eine nach DIN EN ISO 21920 gehören damit zu verschiedenen Normgenerationen. Nach Angaben der DGQ führen die Änderungen teilweise zu anderen Ergebnissen, selbst wenn Ra und Rz vorgegeben sind.

Die DGQ nennt als sichtbaren Unterschied ein ergänztes Symbol (mit einer zusätzlichen Linie über dem Dreieck) und die geänderte Standard-Annahmeregel (Max-Regel statt 16-%-Regel). Beides hilft, eine Zeichnung nach DIN EN ISO 21920 von einer JIS-Zeichnung zu unterscheiden. Prüfen Sie dennoch die zitierte Norm im Schriftfeld, bevor Sie sich auf das Symbolbild verlassen.

Eine zweite Falle betrifft den Namen „Rz“. Nach DIN 4768 (ältere deutsche Praxis) war Rz die gemittelte Rautiefe, also der Mittelwert der fünf Einzelrautiefen der Einzelmessstrecken, und Rmax die größte dieser Einzelrautiefen. Das ist nicht die japanische Zehnpunkthöhe, die aus fünf Spitzen und fünf Tälern gebildet wird. Gleicher Name, andere Definition: Fragen Sie bei einem „Rz“ oder „Rmax“ aus Japan nach, ob ein Einzelwert oder ein Mittelwert über mehrere Einzelmessstrecken gemeint ist.

Auch die Dreieckszeichen kennen Sie vielleicht aus dem deutschen Normenwerk: Sie stammen aus der inzwischen zurückgezogenen DIN 3141, die mehrere Zuordnungsreihen zu Rauheitswerten enthielt. Die Zuordnung aus den japanischen Referenztabellen (Abbildung 6) ist davon unabhängig. Übertragen Sie keine der beiden Tabellen auf die andere.

Oberflächenzeichen nach JIS lesen

Aus der Form des Häkchen-Symbols lesen Sie, ob Materialabtrag zulässig ist. Aus Kenngröße und Wert daneben lesen Sie die Anforderung. JIS fasst Rauheit, Welligkeit, Fehler und Ähnliches unter dem Begriff Oberflächenbeschaffenheit (表面性状, hyomen seijo) zusammen und kennt drei Grundsymbole.

Abbildung 5: Symbole der Oberflächenbeschaffenheit und Positionen der Angaben

Die Symbolform zeigt, ob Materialabtrag erforderlich ist. Die Positionen a–e nehmen die Anforderungen auf.

cabdeGrundsymbolAbtrag erforderlichAbtrag unzulässigPositionen der Angaben
a, bKenngröße und WertPosition a: Übertragungsbereich oder Einzelmessstrecke sowie Kenngrößensymbol und Wert. Weitere Kenngrößen stehen in b
cFertigungsverfahrenDas Verfahren oder die Oberflächenbehandlung, mit der die Fläche entsteht, etwa Drehen, Schleifen oder Beschichten
d, eRillenrichtung und BearbeitungszugabePosition d: Rillenrichtung und ihre Lage. Position e: Bearbeitungszugabe

Schemabild nach JIS B 0031:2003. Die Proportionen entsprechen nicht den Bildern der Norm.

Das Grundsymbol gilt, wenn es keine Rolle spielt, ob Material abgetragen wird (durch Zerspanen, Schleifen oder Ähnliches). Ein ergänzter Querstrich, der das Symbol zum Dreieck schließt, bedeutet „Materialabtrag erforderlich“. Ein ergänzter Kreis bedeutet „Materialabtrag unzulässig“: Die Fläche bleibt im Gusszustand oder im Lieferzustand des Halbzeugs.

Für eine Anforderung verlängert die Zeichnung den langen Schenkel des Symbols durch eine Waagerechte und schreibt Kenngröße und Wert darunter, etwa „Ra 1.6“. Der Wert ist eine Obergrenze, die Einheit µm wird weggelassen. Fertigungsverfahren oder Rillenrichtung kommen an die Positionen c und d in Abbildung 5.

Die Rillenrichtung (筋目, sujime) ist die Richtung der Spuren von Werkzeug oder Schleifscheibe. JIS kennt Symbole für Rillen parallel zur Projektionsebene, senkrecht dazu, gekreuzt, mehrfach gerichtet, kreisförmig, radial und ungerichtet.

Wie „max“ die Annahmeregel ändert

Ohne Zusatz gilt die 16-%-Regel. Das Teil ist in Ordnung, wenn höchstens 16 % der Messwerte, die auf allen Einzelmessstrecken einer Messstrecke ermittelt wurden, den vorgegebenen Wert überschreiten.

Mit dem Zusatz „max“, etwa „Rzmax 6.3“, gilt die Max-Regel (Höchstwert-Regel): Kein Messwert an irgendeiner Stelle der Fläche darf die Grenze überschreiten. Das ist eine deutlich strengere Anforderung. Bei Ober- und Untergrenze werden sie mit U und L gekennzeichnet.

Eine der wichtigsten Änderungen der geplanten Überarbeitung von JIS B 0031 ist, ISO 21920-1 zu folgen: Die 16-%-Regel entfällt, nur die Max-Regel bleibt. Zeichnungen nach der heutigen JIS B 0031:2003 gelten weiterhin nach der 16-%-Regel als Standard.

Dreieckszeichen (▽▽▽) auf japanischen Zeichnungen

Als Anhaltswert gilt: ▽▽▽ entspricht Ra 0,4–1,6, ▽▽ entspricht Ra 3,2–6,3 und ▽ entspricht Ra 12,5–25 (µm). Die Dreiecke sind eine ältere Schreibweise, die als Oberflächenzeichen (仕上げ記号, shiage kigo) bezeichnet wird. Je mehr Dreiecke, desto glatter die Fläche.

Abbildung 6: Alte Oberflächenzeichen und Ra bzw. Rz (Richtwerte)

Zuordnung zur Orientierung, entnommen den Referenztabellen älterer JIS-Ausgaben.

Oberflächenzeichen
Ra, µm
Altes Ry / altes Rz, µm
Bearbeitungsgrad
▽▽▽▽
Ra0,012–0,2
Altes Ry / Rz0,05–0,8
GradFeinstschlichten (Präzisionsbearbeitung)
▽▽▽
Ra0,4–1,6
Altes Ry / Rz1,6–6,3
GradFeinschlichten
▽▽
Ra3,2–6,3
Altes Ry / Rz12,5–25
GradSchlichten
▽
Ra12,5–25
Altes Ry / Rz50–100
GradSchruppen
~
Ra50–100
Altes Ry / Rz200–400
GradOhne Materialabtrag

Aus den Auszügen von MISUMI und Linex zu den Referenztabellen in JIS B 0601:1994 und JIS B 0031:1994. Einheit: µm. Altes Ry entspricht dem heutigen Rz, altes Rz dem heutigen RzJIS. Die Bezeichnungen der Bearbeitungsgrade sind sinngemäß übertragen. Die Referenztabelle vermerkt, dass die Zuordnung nur der Bequemlichkeit dient und nicht exakt ist.

Verstehen Sie diese Bereiche als Gesprächsgrundlage, nicht als Umrechnung. Trägt eine Zeichnung noch Dreieckszeichen, bitten Sie die japanische Seite, für jede Fläche einen einzigen Ra-Wert (oder Rz-Wert) zu bestätigen und die Zeichnung zu aktualisieren oder einen Hinweis zu ergänzen.

Lässt sich Ra in Rz umrechnen?

Es gibt keine exakte Umrechnungsformel. Ra ist ein Mittelwert, Rz ein Abstand zwischen Spitze und Tal, das Verhältnis beider hängt daher von der Form der Fläche ab. Eine gleichmäßige Fläche mit wenigen Kratzern ergibt ein kleines Verhältnis, eine Fläche mit verstreuten tiefen Riefen ein großes. Auch die Erläuterung zu den Anwendungsbeispielen in JIS B 0031:2003 vermerkt, dass Rz häufig deutlich mehr als das Dreifache von Ra beträgt.

Die verbreitete Faustregel „Rz ist etwa das Vierfache von Ra“ ergibt sich aus der Anordnung der Referenztabelle in Abbildung 6. Die Normzahlreihe ordnet Ra 1,6 dem Wert 6,3 und Ra 3,2 dem Wert 12,5 zu, jeweils im Verhältnis 4. Das hilft bei der Wahl von Zeichnungswerten, ist aber keine Formel, mit der man einen Messwert in den anderen überführt.

Man kann also eine in Ra vorgegebene Fläche nicht in Rz messen, durch vier teilen und als „i. O.“ werten. Messen Sie die Kenngröße, die die Zeichnung vorgibt: Ra, wenn dort Ra steht, Rz, wenn dort Rz steht.

Typische Ra-Werte je Fertigungsverfahren

Gedrehter Flansch mit sichtbaren Werkzeugspuren neben einem geschliffenen Stahlblock

Grob gilt: Drehen und Fräsen erreichen etwa Ra 1,6, Schleifen Ra 0,2–1,6, Läppen und Superfinish Ra 0,2 oder feiner. Diese Zahlen schwanken stark mit Werkzeug, Vorschub, Werkstoff und Maschinenzustand.

Die technischen Daten von MISUMI enthalten eine Tabelle mit Rauheitsbereichen je Verfahren. Schon beim Drehen reicht die Spanne von Ra 0,1–0,4 bei sorgfältig geführter Präzisionsbearbeitung bis Ra 12,5 und mehr beim Schruppen. Der Verfahrensname allein legt die Rauheit also nicht fest.

Abbildung 7: Ra-Bereiche je Fertigungsverfahren (Richtwerte)

Je weiter links, desto glatter. Der dunkle Abschnitt ist der als „Präzision“ geführte Bereich, der helle Abschnitt der übrige Bereich.

Superfinish0,025–0,2
Läppen0,025–0,2
Honen0,1–1,6
Schleifen0,1–12,5
Drehen (außen)0,1–100
Reiben0,4–6,3
Ausbohren0,8–12,5
Fräsen0,8–25
Senkerodieren0,8–12,5
Gießen, Schmieden3,2–100
Ra 0,01250,1251,2512,5125

Aus der Tabelle „Rauheitsbereiche nach Bearbeitungsverfahren“ in den technischen Daten von MISUMI (Ra, µm), mit logarithmischer Achse gezeichnet. Es sind keine JIS-Grenzwerte; die tatsächlichen Werte hängen von Werkzeug, Vorschub, Werkstoff und weiteren Bedingungen ab. Für das Erodieren führt die Tabelle keinen Bereich „Präzision“.

Auch Sanwa Needle Bearing, ein japanischer Präzisionsfertiger, nennt für das Drehen Ra 1,6–0,8 als üblichen Bereich. Das Unternehmen weist darauf hin, dass Ra 0,4 oder feiner meist nur zuverlässig erreicht wird, wenn zusätzlich geschliffen wird. Seine Richtwerte je Verfahren für die Präzisionsbearbeitung decken sich im Wesentlichen mit den dunklen Abschnitten in Abbildung 7.

Auch die alten Bearbeitungsgrade der Oberflächenzeichen in Abbildung 6 geben einen Hinweis auf das Verfahren. Der Präzisionsteilefertiger Sado Seimitsu beschreibt sie als reine Richtwerte. Durch den Fortschritt bei Werkzeugmaschinen und Schneidwerkzeugen erreiche man heute schon durch Zerspanen Ra 1,6 und feiner, beim Drehen etwa Ra 0,8.

Die Rauheit wird nicht allein vom letzten Arbeitsgang bestimmt. Ein Teil, das Härte braucht, wird typischerweise auf Form zerspant, gehärtet und angelassen und anschließend geschliffen. Dabei wird der Härteverzug entfernt und die Endrauheit erreicht.

Eine Angabe von Ra 0,4 oder feiner lässt sich durch Zerspanen allein kaum sicher halten und führt oft zu einem zusätzlichen Schleif- oder Polierschritt. Wer die Unterschiede zwischen Zerspanen, Schleifen und Gießen kennt, kann besser abschätzen, wie sich eine Rauheitsangabe auf den Fertigungsablauf auswirkt.

Wie die Rauheit gemessen wird

Prüfer richtet ein Bauteil an einem Tastschnittgerät auf einer Messplatte aus

Das Standardmessmittel ist das Tastschnittgerät. Ein Diamanttaster mit gerundeter Spitze fährt die Fläche ab, und das Gerät zeichnet seine vertikale Bewegung als Profil auf. JIS B 0651 sieht einen kegelförmigen Taster mit kugelförmiger Spitze vor und nennt Spitzenradien von 2 µm, 5 µm und 10 µm.

Auch die Messrichtung ist geregelt. Nach JIS B 0633 wird ohne Angabe in der Zeichnung in der Richtung gemessen, in der Ra oder Rz am größten werden, also quer zur Rillenrichtung. Misst man entlang der Werkzeugspuren, erhält man einen Wert unterhalb der tatsächlichen Rauheit.

Einzelmessstrecke und Messstrecke

Um die Rauheit vom übrigen Profil zu trennen, muss man festlegen, welche Wellenlängen als Rauheit gelten. Diese Grenze ist die Grenzwellenlänge λc (Lambda c), sie ist gleich der Einzelmessstrecke lr.

Die Standardmessstrecke ln umfasst fünf Einzelmessstrecken (in ISO 21920 spricht man von der Auswertelänge). JIS B 0633 wählt sie je nach Rauheit wie folgt:

  • Ra über 0,02 bis 0,1: Einzelmessstrecke 0,25 mm, Messstrecke 1,25 mm
  • Ra über 0,1 bis 2: Einzelmessstrecke 0,8 mm, Messstrecke 4 mm
  • Ra über 2 bis 10: Einzelmessstrecke 2,5 mm, Messstrecke 12,5 mm
  • Rz über 0,5 bis 10: Einzelmessstrecke 0,8 mm, Messstrecke 4 mm
  • Rz über 10 bis 50: Einzelmessstrecke 2,5 mm, Messstrecke 12,5 mm

Diese Bereiche gelten für nichtperiodische Profile, bei denen Spitzen und Täler unregelmäßig verteilt sind, etwa auf geschliffenen Flächen. Bei periodischen Profilen wie auf gedrehten Flächen wird die Einzelmessstrecke aus dem mittleren Rillenabstand (RSm) gewählt.

Die meisten Funktionsflächen an üblichen Maschinenteilen liegen im Bereich 0,8 mm Einzelmessstrecke und 4 mm Messstrecke. Ändert man die Grenzwellenlänge, ändert sich der Wert auf derselben Fläche. Halten Sie daher die Messbedingungen zusammen mit den Ergebnissen fest, sobald Sie Messungen vergleichen.

Das Messgerät selbst muss zuverlässig sein. Prüfen Sie es mit Rauheitsnormalen (粗さ標準片, arasa hyojunhen) und führen Sie Kalibrierung und Rückführung wie bei Längenmessmitteln.

Profilrauheit und flächenhafte Rauheit

Ra und Rz sind Profilkenngrößen, die entlang einer einzigen Linie gemessen werden. Die flächenhafte Rauheit erfasst dagegen die Höhen einer ganzen Fläche, etwa mit einem Laser-Mikroskop oder einem Weißlichtinterferometer, und bewertet sie als Fläche. Berührungslose Verfahren haben den Vorteil, das Teil nicht zu beschädigen.

Flächenkenngrößen beginnen mit S und sind in JIS B 0681-2 definiert (entspricht ISO 25178-2). Sa überträgt Ra auf die Fläche (arithmetische mittlere Höhe), Sz überträgt Rz (größte Höhe). Die flächenhafte Auswertung gilt als weniger anfällig für die Streuung durch Messort und Messrichtung, die bei Profilverfahren auftritt.

Dennoch sind Sa und Ra, ebenso Sz und Rz, nicht zwingend gleich, da sich Messbereich und Filterung unterscheiden.

Gibt die Zeichnung Ra vor, bewerten Sie als Profilrauheit. Die Angabe flächenhafter Anforderungen in Zeichnungen regelt eine eigene Norm, JIS B 0681-1:2023.

Ist eine feinere Rauheitsangabe immer besser?

Behandschuhte Hände halten eine Stufenwelle, um geschliffene und gedrehte Durchmesser unter einer Lampe zu vergleichen

Nein. Legen Sie die Rauheit nach Funktion der Fläche und Fertigungskosten fest. Ein feinerer Wert als die Funktion verlangt, erhöht Arbeitsgänge, Durchlaufzeit und Kosten, ohne das Produkt unbedingt zu verbessern.

Abbildung 8: Vier Funktionen, bei denen die Rauheit zählt

Welche Rauheit eine Fläche braucht, hängt von ihrer Aufgabe ab.

Gleiten (aufeinander reibende Flächen)Beeinflusst Reibung und Verschleiß. Herausragende Spitzen schneiden in das Gegenstück ein, daher zählen neben dem Mittelwert auch die höchsten Spitzen
Dichten (Leckageschutz)Eine tiefe Riefe wird zum Leckpfad. Kleine örtliche Fehler zählen, deshalb wird oft Rz vorgegeben
SchwingfestigkeitDie meisten Ermüdungsbrüche gehen von der Oberfläche aus; eine rauere Oberfläche senkt die Schwingfestigkeit. Nur dort vorgeben, wo wechselnde Lasten wirken
Optik und HaftungBeeinflusst Glanz und Anmutung, das Ergebnis von Beschichten oder Lackieren, Kleben und den Sitz von Passungen
Flächen ohne Funktion bleiben meist im Zustand wie bearbeitet. Ein feinerer Wert verbessert die Leistung dort nicht.

Schwingfestigkeit nach technischem Material des Kobelco Research Institute; Gleiten und Dichten nach Unterlagen von Sado Seimitsu und NOK.

Reale Auslegungsvorgaben zeigen, wie die Werte je nach Anwendung abgestuft werden. Der O-Ring-Katalog von NOK (auf Grundlage von JIS B 2401-2:2012) legt die Rauheit der Kontaktflächen, gegen die ein O-Ring dichtet, nach Anwendung fest.

Für statische Dichtungen ohne Druckpulsation nennt er Ra 1,6 / Rz 6,3, mit Pulsation Ra 0,8 / Rz 3,2 und für dynamische Dichtungen Ra 0,4 / Rz 1,6. Die Einführschräge ist mit Ra 3,2 / Rz 12,5 angegeben; für Nutflanke und Nutgrund gibt es je Anwendung eigene Werte.

Schon rund um eine einzelne O-Ring-Nut gilt also: Bewegte Flächen erhalten feine Werte, Flächen, die die Dichtung nur bei der Montage überfährt, dürfen rauer sein. Laut Katalog beeinflusst die Rauheit des Nutbereichs bei dynamischer Anwendung Reibung und Verschleiß, bei statischer Anwendung die Frage, ob sich der Gummi so an die Gegenfläche anschmiegt, dass er sicher dichtet. Für die Auslegung in Europa gelten zusätzlich die Angaben Ihres Dichtungsherstellers.

Beispiel: Rauheit Fläche für Fläche festlegen (fiktiv)

Das folgende Beispiel ist erfunden und soll nur die Überlegung zeigen. Angenommen, eine Stufenwelle, ähnlich einer Motorabtriebswelle, wird durch Drehen gefertigt. Würde man auf allen Flächen „Ra 0.4“ vorgeben, müssten alle Durchmesser geschliffen werden, was Arbeitsgänge und Kosten erhöht.

Sortieren Sie stattdessen nach Funktion. Die Fläche unter der Lippe des Wellendichtrings dient dem Gleiten und dem Dichten zugleich und braucht daher eine feine Oberfläche. Der Lagersitz soll eine stabile Passung ergeben. Die übrigen Durchmesser und Stirnflächen berühren kein Gegenstück und können im Zustand wie gedreht bleiben.

Wählt man etwa Ra 0,4 für die Dichtfläche, Ra 0,8 für den Lagersitz und Ra 3,2–6,3 für alles Übrige, müssen nur die beiden Stellen geschliffen werden, die es erfordern. Die Zahlen dienen nur der Veranschaulichung. In der Praxis richten Sie sich nach den Empfehlungen der Dichtungs- und Lagerhersteller.

Beachten Sie auch die nachfolgenden Prozesse. Bei manchen Beschichtungsarten zeichnet sich die Rauheit des Untergrunds in der Schicht ab, daher sollten Sie festlegen, ob der Zeichnungswert vor oder nach der Behandlung gilt. JIS B 0031 enthält Anwendungsbeispiele, die Anforderungen vor und nach einer Oberflächenbehandlung getrennt angeben.

Auch Flächen mit engen Maßtoleranzen, etwa Passflächen, brauchen eine entsprechend feine Rauheit. MISUMI erklärt: Bei einer rauen Fläche verschleißen die Spitzen durch Reibung rasch, und das Maß weicht vom Sollwert ab. Legen Sie Toleranz und Rauheit deshalb gemeinsam fest und gehen Sie dabei von der Aufgabe der Fläche aus.

Checkliste: Was Sie mit der japanischen Seite klären sollten

Bevor Sie ein Teil nach einer japanischen Zeichnung fertigen oder prüfen, lassen Sie sich diese Punkte vom japanischen Kunden, Konstrukteur oder Lieferanten schriftlich bestätigen.

  • Welche Ausgabe gilt? Suchen Sie im Schriftfeld und in den Hinweisen nach Zeichnungsdatum und zitierter Norm, etwa JIS B 0601:2013 oder JIS B 0601:1994.
  • Was bedeutet jedes Rz? Fragen Sie bei Zeichnungen vor 2001 nach, ob Rz die größte Höhe (heutiges Rz) oder die Zehnpunkthöhe (RzJIS) meint.
  • Einzelwert oder Mittelwert? Klären Sie bei Rz und Rmax, ob der größte Einzelwert oder der Mittelwert über mehrere Einzelmessstrecken gilt. Die Gewohnheiten nach DIN 4768 und JIS können sich unterscheiden.
  • Was ersetzt die Dreieckszeichen? Verlangen Sie für ▽, ▽▽, ▽▽▽ oder ▽▽▽▽ einen einzigen Ra- oder Rz-Wert je Fläche, statt mit den Richtbereichen zu arbeiten.
  • Was bedeuten die Buchstaben hinter dem Wert? Lassen Sie „a“, „S“ und „Z“ (Ra, größte Höhe, Zehnpunkthöhe) bestätigen, falls sie vorkommen.
  • Welche Annahmeregel gilt? 16-%-Regel (ohne Zusatz) oder Max-Regel („max“)? Gibt es Ober- und Untergrenzen mit U und L?
  • Welche Messbedingungen gelten? Grenzwellenlänge (Einzelmessstrecke), Messstrecke, Tasterradius und Messrichtung, vor allem wenn Ihr Labor und das japanische Labor übereinstimmende Werte liefern müssen.
  • Vor oder nach der Oberflächenbehandlung? Bei beschichteten oder lackierten Flächen: Für welchen Zustand gilt der Rauheitswert?
  • Welche Norm gilt, wenn ISO oder DIN beteiligt sind? Zitiert Ihre Zeichnung oder Ihr Vertrag DIN EN ISO 21920, DIN EN ISO 4287 oder eine ältere DIN-Angabe (etwa DIN 4768 oder DIN 3141), klären Sie, welche Norm Vorrang hat.
  • Ist ein Wert feiner als die Funktion verlangt? Erzwingt eine Angabe zusätzliches Schleifen, fragen Sie, ob auf Flächen ohne Funktion ein gröberer Wert zulässig ist.

Textbeispiel für die Rückfrage

Das folgende Muster können Sie an Ihren Fall anpassen. „Sehr geehrte Damen und Herren, auf der Zeichnung Nr. [Nummer] ist für die Fläche [Bezeichnung] „Rz 6.3“ angegeben. Das Schriftfeld nennt keine Ausgabe von JIS B 0601. Bitte bestätigen Sie, ob damit die größte Höhe (JIS B 0601:2001 oder jünger) oder die Zehnpunkthöhe (RzJIS) gemeint ist, ob die 16-%-Regel oder die Max-Regel gilt und ob der Wert vor oder nach der Oberflächenbehandlung gilt.“

Grenzen dieses Beitrags

  • Die Zuordnungen von Dreieckszeichen zu Ra und von Ra zu Rz stammen aus Referenztabellen, die selbst anmerken, dass die Beziehung nur der Bequemlichkeit dient und nicht exakt ist. Es sind keine Annahmekriterien.
  • Die Hinweise zu DIN 4768, DIN 3141 und DIN EN ISO 21920 sind eine Einordnung aus allgemein zugänglichen Fachquellen. Sie ersetzen weder die Normtexte noch einen Vergleich der Kenngrößen, Filter und Annahmeregeln zwischen JIS und DIN EN ISO.
  • Die Rauheit je Fertigungsverfahren schwankt mit Werkzeug, Vorschub, Werkstoff und Maschine. Die genannten Bereiche sind veröffentlichte Richtwerte, keine Leistungsangaben eines bestimmten Betriebs.
  • Der Normenstand wurde zum 1. Oktober 2026 geprüft. JIS B 0031 und JIS B 0633 sollen überarbeitet werden, die Regeln können sich ändern. Prüfen Sie die aktuellen Ausgaben, bevor Sie sich darauf verlassen.
  • Betriebs- und Branchenpraxis unterscheiden sich. Wo eine Kundenspezifikation, eine Branchennorm oder die Empfehlung eines Dichtungs- oder Lagerherstellers gilt, hat sie Vorrang vor den allgemeinen Hinweisen hier.

Zusammenfassung

Das Wichtigste in Kürze
  • Ra ist die mittlere Abweichung des Profils, Rz die höchste Spitze plus das tiefste Tal. Auf derselben Fläche ist Rz ein Mehrfaches von Ra.
  • In JIS bis 1994 bedeutete Rz die Zehnpunkthöhe, ab 2001 die größte Höhe. Prüfen Sie bei alten Zeichnungen die angewandte Norm.
  • Zum 1. Oktober 2026 gelten JIS B 0601:2013 und JIS B 0031:2003. International und in Deutschland gilt inzwischen DIN EN ISO 21920; die Angleichung von JIS B 0031 und verwandten Normen ist vorbereitet.
  • Dreieckszeichen zu Ra und Ra zu Rz sind Richtzuordnungen aus alten JIS-Referenztabellen. Eine exakte Umrechnungsformel gibt es nicht.
  • Das „Rz“ nach DIN 4768 und das „Rz“ der alten JIS sind verschieden definiert. Lassen Sie sich bei Unklarheit Definition und Annahmeregel bestätigen.
  • Feiner ist nicht immer besser. Legen Sie die Rauheit Fläche für Fläche nach Gleiten, Dichten, Schwingfestigkeit, Optik und Kosten fest.

Die Oberflächenrauheit ist die Zahl, die drei Rollen verbindet: Der Konstrukteur schreibt sie in die Zeichnung, der Fertiger stellt sie her, der Prüfer misst sie. Ist ein altes Symbol unklar, prüfen Sie zuerst die angewandte Norm und das Zeichnungsdatum und einigen Sie sich mit der japanischen Seite auf eine einzige Lesart.

FAQ

Was bedeutet ▽▽▽ auf einer japanischen Zeichnung?

Es ist ein altes JIS-Oberflächenzeichen für eine fein bearbeitete Fläche. Referenztabellen ordnen ihm grob Ra 0,4–1,6 µm zu. Die Zuordnung ist nicht exakt; lassen Sie sich daher von der japanischen Seite einen Ra-Wert bestätigen.

Ist das Rz nach JIS dasselbe wie das Rz nach ISO?

Ab der Ausgabe 2001 von JIS B 0601 bedeutet Rz die größte Höhe und entspricht Rz nach ISO 4287:1997. Vor 2001 war JIS-Rz die Zehnpunkthöhe, die die aktuelle JIS als RzJIS führt. ISO 21920 ändert die Berechnung einiger Kenngrößen. Prüfen Sie daher, welche ISO-Norm eine Zeichnung zitiert, bevor Sie Werte als gleichwertig behandeln.

Was ist RzJIS?

RzJIS ist die Zehnpunkthöhe: der Mittelwert der fünf höchsten Spitzen plus der Mittelwert der fünf tiefsten Täler. Es ist das alte JIS-Rz, das in einem Anhang von JIS B 0601 als Referenz erhalten blieb.

Ist das alte Rz nach DIN 4768 dasselbe wie das alte Rz nach JIS?

Nein, die Definitionen unterscheiden sich. Nach DIN 4768 ist Rz der Mittelwert der Einzelrautiefen der fünf Einzelmessstrecken, das alte JIS-Rz (Zehnpunkthöhe) wird aus fünf Spitzen und fünf Tälern gebildet. Bei „Rz“ oder „Rmax“ auf einer alten Zeichnung sollten Sie daher die Definition vom Aussteller bestätigen lassen.

Kann ich Ra mit einem Faktor in Rz umrechnen?

Nein. Das Verhältnis hängt von der Fläche ab. Die Regel „Rz ≈ 4 × Ra“ stammt aus der Zuordnung bevorzugter Werte in Referenztabellen, nicht aus Messungen. Messen Sie die Kenngröße, die die Zeichnung vorgibt.

Quellen

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Über die Redaktion

MONOSCOPE-RedaktionFOUNDER & EDITOR

Rund zehn Jahre bei einem Anlagenhersteller und einem Anlagenbauunternehmen in Angebot, Konstruktion und Inbetriebnahme von Anlagen tätig, danach Wechsel ins Online-Marketing. Berät heute B2B-Hersteller zu ihren Websites und hilft ihnen, Produkte und Technik verständlich zu erklären. Besitzt die japanischen staatlichen Lizenzen als Energy Manager und als Elektro-Chefingenieur der dritten Klasse.

Betreibt seit 2017 einen Technik-Blog (über 500 Artikel) und einen japanischsprachigen YouTube-Kanal mit rund 20.000 Abonnenten. Jeder Leitfaden entsteht aus der Perspektive der japanischen Werkshalle und wird mit den zitierten Normen abgeglichen.

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