SPS-Vergleich: Mitsubishi, Keyence, Omron und Siemens

Eine neue Maschine eines japanischen Herstellers trifft ein. Im Schaltschrank sitzt eine Mitsubishi-MELSEC-SPS, in den Zeichnungen steht „Sequencer“, und Ihr Werksstandard ist Siemens oder Beckhoff. Oder Sie wollen eine Anlage aus Japan bestellen, und der Hersteller fragt, welche Steuerung Sie wünschen. In beiden Fällen lautet die Frage: Wozu verpflichten Sie sich eigentlich, wenn Sie eine SPS-Marke wählen?
Die kurze Antwort: Mit dem SPS-Hersteller wählen Sie ein Softwarepaket, ein industrielles Netzwerk, die anschließbaren Geräte und die Menschen, die das Programm schreiben und instand setzen können. Die Leistung der CPU zählt weniger als dieses Gesamtpaket. Entscheidend sind meist drei Fragen: Welche Marke setzen Ihre bestehenden Linien und Kunden bereits ein? Welches Netzwerk sprechen Ihre Servos und Sensoren? Wer schreibt und wartet das Programm?
Dieser Leitfaden vergleicht vier große SPS-Hersteller, drei japanische und einen deutschen: Mitsubishi Electric, Keyence, Omron und Siemens. Er behandelt aktuelle Serien, Programmiersoftware, Netzwerke und Sprachen auf Grundlage der offiziellen Herstellerangaben mit Stand Oktober 2026. Danach folgen sechs Auswahlkriterien, drei fiktive Szenarien, ein Vorgehen in sechs Schritten und eine Liste mit Fragen an den japanischen Maschinenbauer.
Inhalt
- Warum die Marke wichtiger ist als die CPU
- Mitsubishi, Keyence, Omron und Siemens im Überblick
- Die vier Hersteller: aktuelle Serien und Besonderheiten
- Netzwerke und Sprachen: Wo sich die Marken wirklich unterscheiden
- Sechs Kriterien für die Wahl des SPS-Herstellers
- Beispielszenarien: Die sechs Kriterien in der Anwendung
- Auswahlprozess in sechs Schritten
- Fragen an den japanischen Maschinenbauer
- Grenzen dieses Leitfadens
- FAQ
- Quellen
Warum die Marke wichtiger ist als die CPU
Eine SPS (speicherprogrammierbare Steuerung, englisch PLC für Programmable Logic Controller) nimmt Signale von Sensoren und Schaltern auf und steuert nach ihrem Programm Motoren und Ventile. Das Grundprinzip ist bei allen Marken gleich: Eingänge lesen, Logik abarbeiten, Ausgänge schreiben und diesen Zyklus schnell wiederholen.
Unterschiede zeigen sich bei allem, was mit der SPS „mitgekauft“ wird. Mit der Marke legen Sie weitgehend fest: Programmiersoftware, Netzwerk, Bandbreite kompatibler Geräte, verfügbares Fachpersonal und die Ersatzteilversorgung.
Das Umfeld entscheidet stärker als die CPU-Leistung.
Welche Faktoren am stärksten wiegen, hängt von der Werksgröße und vom Zielort der Anlage ab.
Die internationale Norm für SPS-Programmiersprachen, IEC 61131-3 (in Europa als EN 61131-3 übernommen, in Deutschland DIN EN 61131-3), definiert fünf Sprachen, darunter Kontaktplan (KOP, englisch ladder diagram) und Strukturierten Text (ST). Alle großen Hersteller geben an, dass ihre Software diese Norm erfüllt.
Normkonformität bedeutet jedoch nicht, dass sich ein Programm von einer Marke auf eine andere übertragen lässt. Jedes Softwarepaket hat ein eigenes Projektformat, eine eigene Befehlssyntax und eine eigene Art, Hardware zu konfigurieren; ein Markenwechsel läuft daher praktisch auf eine Neuprogrammierung hinaus. Genau diese Wechselkosten erklären, warum die Kompatibilität mit bestehenden Anlagen so schwer wiegt.
Mitsubishi, Keyence, Omron und Siemens im Überblick
Die folgende Übersicht nennt für jeden Hersteller aktuelle Serien, Software, Standardnetzwerke und Sprachen, basierend auf den offiziellen Websites mit Stand Oktober 2026.
Jeder Hersteller kombiniert seine Serien mit eigener Software und eigenem Netzwerk.
Von MONOSCOPE aus den offiziellen Websites der Hersteller zusammengefasst. Unterstützte Netzwerke und Sprachen unterscheiden sich je nach Modell; prüfen Sie vor der Entscheidung Katalog und Handbücher.
Auf das Entscheidende reduziert, sehen die vier Hersteller so aus:
| Mitsubishi Electric | Keyence | Omron | Siemens | |
|---|---|---|---|---|
| Marke | MELSEC | KV-Serie | SYSMAC | SIMATIC |
| Wichtigste aktuelle Serien | iQ-R, iQ-F | KV-X, KV-8000 | NJ, NX | S7-1500, S7-1200 G2 |
| Software | GX Works3 | KV STUDIO | Sysmac Studio | TIA Portal |
| Zentrales Netzwerk | CC-Link IE | EtherNet/IP, EtherCAT | EtherCAT, EtherNet/IP | PROFINET |
| Häufig in der engeren Wahl, wenn | bestehende Linien in japanischen Werken bereits mit MELSEC laufen | die Ursachenverfolgung bei Maschinenstörungen Priorität hat | eine Mehrachsmaschine in einer einzigen Softwareumgebung entstehen soll | der Konzernstandard des Kunden SIMATIC ist |
Alle vier bieten eine Linie für große Systeme und eine Kompaktlinie, und alle unterstützen sowohl Kontaktplan als auch ST. Die eigentlichen Unterschiede liegen im Standardnetzwerk und in der Software. Mitsubishi setzt auf CC-Link IE, Omron auf EtherCAT und Siemens auf PROFINET, während Keyence im KV-X sowohl EtherNet/IP als auch EtherCAT integriert.
Die nächste Abbildung zeigt, wo die Stärken der einzelnen Hersteller typischerweise zum Tragen kommen. Lesen Sie sie als „Bedingungen, unter denen eine Marke häufig in die engere Wahl kommt“, nicht als Rangfolge.
Alle vier decken ein breites Anwendungsspektrum ab und werden oft auch außerhalb dieser Szenarien gewählt.
Allgemeine Tendenzen, zusammengestellt von MONOSCOPE; keine Rangfolge der Hersteller.
Die vier Hersteller: aktuelle Serien und Besonderheiten
Dieser Abschnitt behandelt für jeden Hersteller das aktuelle Programm, die Software und den Netzwerkansatz. Ältere und abgekündigte Serien stehen in der Praxis oft neben aktuellen; deshalb wird auch gekennzeichnet, was was ist.
Mitsubishi Electric MELSEC
Mitsubishi Electric vertreibt seine SPS unter der Marke MELSEC. In Japan nennt das Unternehmen sie „Sequencer“ (japanisch shīkensa); das Wort begegnet Ihnen auf japanischen Zeichnungen, Stücklisten und Handbüchern und bedeutet schlicht SPS. Auf der offiziellen Website sind die iQ-R-Serie als Kern der neuen Generation und die kompakte iQ-F-Serie gelistet, daneben die älteren Serien Q, L und F. Die Sicherheitssteuerungen QS/WS und die langjährige A-Serie gelten als abgekündigt.
Die iQ-R ist ein modulares System: Sie montieren Baugruppen auf einer Baugruppenträger-Basis und können neben der Standard-SPS-CPU auch Motion-CPUs und C-Sprachen-Controller wählen. Die iQ-F ist eine Kompaktsteuerung, die Netzteil, CPU, E/A, Ethernet und SD-Kartenslot in einem Gerät vereint; schnelle Zähler und Positionierfunktionen sind integriert.
Die Software ist nach Generation getrennt: GX Works3 für iQ-R und iQ-F, GX Works2 für die Serien Q, L und F. GX Works3 erfüllt IEC 61131-3 und unterstützt modulare, strukturierte Programmierung. Die zentralen Netzwerke sind CC-Link IE TSN und CC-Link IE Field. CC-Link IE TSN nutzt TSN (Time-Sensitive Networking) für Zeitsynchronisation und Bandbreitenplanung; die CC-Link Partner Association (CLPA) fördert es als offenen Standard.
Wenn Ihre japanische Anlage eine SPS der Q- oder L-Serie enthält, prüfen Sie die Abkündigungstermine. Beide Serien stehen noch auf der Mitsubishi-Website, doch die Abkündigung wurde modellweise angekündigt, vor allem für CPU-Baugruppen. Laut der japanischen Liste abgekündigter Produkte und dem technischen Bulletin FA-A-0418-A von Mitsubishi nahmen einige Modelle der Q-Serie (Universal-Modelle wie Q03UDCPU und Q06UDHCPU) ab dem 30. September 2026 keine Bestellungen mehr an, die Produktion endet am 30. Oktober 2026, repariert wird bis zum 31. Oktober 2033. Modelle wie die Q03UDVCPU sollen 2029 auslaufen. Die L-Serie-CPUs einschließlich L02CPU, L06CPU und L26CPU sollen am 29. Oktober 2027 aus der Produktion gehen. Als empfohlenen Ersatz nennt Mitsubishi unter anderem iQ-R-CPUs.
Die Termine können je nach Region abweichen: Eine europäische Abkündigungsmitteilung für dieselben Q-Serie-CPUs nennt ein früheres Datum für den letzten Kauf (Last Time Buy), nämlich den 30. August 2026. Klären Sie die für Ihren Lieferweg geltenden Daten mit Ihrer Mitsubishi-Niederlassung oder Ihrem Distributor.
Keyence KV-Serie
Die SPS von Keyence bilden die KV-Serie; die aktuellen Hauptmodelle sind KV-X und KV-8000. Der KV-X verwendet eine Quad-Core-CPU, und laut Keyence ist die Zykluszeit etwa 7,8-mal kürzer als bei der Vorgängergeneration. Zum CPU-Angebot gehören KV-X550, X530 und X520, die sich in der Zahl der unterstützten Achsen unterscheiden, sowie die KV-X500 ohne EtherCAT.
Der KV-X hat EtherNet/IP und EtherCAT integriert und unterstützt serienmäßig OPC UA (ein Standard zur Anbindung von Anlagen an IT-Systeme). Über die Ethernet-Baugruppe KV-XLE02 lässt er sich an CC-Link IE Field und PROFINET anbinden. Der KV-8000 hat EtherNet/IP integriert und erreicht EtherCAT, PROFINET und CC-Link IE Field über Baugruppen wie die KV-XLE02.
Die Software heißt KV STUDIO und unterstützt Kontaktplan sowie ST nach IEC 61131-3. Für den KV-8000 nennt Keyence zusätzlich erweiterten Kontaktplan, KV Script und Mnemonik als Programmiersprachen. Keyence hebt Funktionen hervor, die Inbetriebnahme und Wartung verkürzen, etwa eine Drive-Recorder-Funktion, die das Maschinenverhalten vor und nach einer Störung aufzeichnet und wiedergibt.
Auch der Vertrieb ist anders. Nach eigener Aussage betreibt das Unternehmen weltweit einen Direktvertrieb ohne Distributoren; Kauf und technische Fragen laufen also über Ihren Keyence-Vertriebsmitarbeiter. Wenn Ihr Werk Automatisierungskomponenten mehrerer Hersteller über einen Distributor bezieht, klären Sie frühzeitig, wie sich die Bestellung von Keyence-Teilen in diesen Prozess einfügt.
Omron SYSMAC
Die Steuerungen von Omron tragen die Marke SYSMAC; der aktuelle Kern ist die Serie NJ/NX, die Omron „Machine Automation Controller“ nennt. Die NJ (NJ5/NJ3/NJ1) ist eine modulare Steuerung, zur NX-Linie gehören NX7, NX5, NX1 und die kompakte NX1P. Die Zahl der EtherCAT-Slaves und der synchronisierten Achsen hängt vom Modell ab. NJ/NX-Steuerungen haben EtherCAT- und EtherNet/IP-Ports serienmäßig, einige Modelle unterstützen OPC UA.
Die Software ist Sysmac Studio. Über die Steuerung hinaus konfiguriert und programmiert sie Servos, Frequenzumrichter, HMIs, Vision-Sensoren und Sicherheitsgeräte in einer Umgebung. Sie erfüllt IEC 61131-3 und unterstützt Kontaktplan, ST und Funktionsbausteine; die Motion-Befehle basieren auf den Spezifikationen von PLCopen (der Organisation, die Motion Control standardisiert).
Die kompakte CP-Serie (etwa CP2E) verwendet dagegen die ältere Software CX-Programmer, die Teil der Suite CX-One ist. Behalten Sie diese Trennung im Blick, wenn Sie entscheiden, welche Omron-Familie Sie standardisieren.
Siemens SIMATIC
Der deutsche Hersteller Siemens vertreibt seine Steuerungen unter der Marke SIMATIC. Den aktuellen Kern bilden die Hochleistungsserie S7-1500 und die S7-1200 G2 für die Basisautomatisierung. Daneben gibt es dezentrale Steuerungen wie die ET 200SP CPU, die redundante S7-1500 R/H, Software-Controller für Industrie-PCs und die virtuelle SPS S7-1500V. Die S7-1200 G2 hat Siemens im April 2024 als erste neue Controller-Generation seit zehn Jahren angekündigt; die Auslieferung war ab Winter 2024 geplant.
Jede S7-1500-CPU hat Motion Control und PROFINET integriert. Unterstützte Sprachen sind LAD (Kontaktplan, KOP), FBD (Funktionsplan, FUP), SCL (entspricht ST), GRAPH (entspricht SFC bzw. Ablaufsprache) und STL (Anweisungsliste, AWL). Die Software ist TIA Portal. Ihr SPS-Programmierwerkzeug STEP 7 gibt es als Professional, das alle Generationen von SIMATIC-Steuerungen abdeckt, und als Basic, eine günstigere Ausgabe mit weniger Funktionen. Werkzeuge für Sicherheitsprogramme sind in die STEP-7-Oberfläche integriert, und Siemens betont, dass Steuerungen, HMIs und Antriebe in einem einzigen Projekt bearbeitet werden.
Auch bei älterer Siemens-Hardware ist Aufmerksamkeit nötig. Siemens kündigte im Oktober 2023 das Phase-out der langjährigen S7-300 an; sie sei noch rund zwei Jahre als Neuprodukt bestellbar und gehe danach in den Ersatzteilstatus über. Laut der von einem Distributor wiedergegebenen Mitteilung endete die Bestellbarkeit als Neuprodukt am 1. Oktober 2025, Ersatzteile werden mindestens bis zum 1. Oktober 2033 geliefert. Auch die Produktseite von Siemens nennt die S7-300 als bis 2033 verfügbar. Wenn in Ihrem Werk importierte Anlagen noch eine S7-300 enthalten, richten Sie die Modernisierungsplanung an dieser Ersatzteilfrist aus.
Weitere SPS-Hersteller, auf die Sie treffen können
Weltweit sind viele weitere Hersteller im Einsatz. Je nach nordamerikanischem Werksstandard, Kundenstandard, PC-basierter Steuerung oder Herkunft der Bestandsanlagen kommen häufig die folgenden ins Spiel.
Kundenstandards oder der Bestimmungsort der Anlage können auch diese Hersteller vorgeben.
Nur Beispiele. Panasonic gibt an, dass Programme zwischen FPWIN GR7 und FPWIN Pro7 nicht kompatibel sind.
Netzwerke und Sprachen: Wo sich die Marken wirklich unterscheiden
Wie der Vergleich zeigt, unterscheiden sich die Marken am stärksten beim industriellen Netzwerk. Eine SPS arbeitet selten allein: Über das Netzwerk ist sie mit Servoverstärkern, Remote-E/A, HMIs und Robotersteuerungen verbunden und bildet so die Maschine.
Die Standards sind offen, aber jeder Hersteller entscheidet, welchen er integriert.
Mit einer Netzwerkbaugruppe oder einem Gateway lässt sich eine SPS mitunter an ein Netzwerk anbinden, das sie nicht integriert hat. Prüfen Sie die Unterstützung modellweise.
Das Netzwerk ist so wichtig, weil es bestimmt, welche Geräte Sie anschließen können. Viele Ingenieure arbeiten rückwärts: Sie prüfen, welches Netzwerk ihre bevorzugten Servos, Roboter und Sensoren unterstützen, und wählen erst danach die SPS.
Bei den Sprachen unterstützen alle Hersteller Kontaktplan und ST, aber nicht alle bedienen die fünf Sprachen der IEC 61131-3 in gleicher Weise. In Deutschland sind dafür die Kürzel KOP, FUP, AWL, ST und AS (Ablaufsprache) gebräuchlich; Siemens deckt das Äquivalent aller fünf unter eigenen Namen wie SCL und GRAPH ab, und Fuji Electric sowie Panasonic mit FPWIN Pro7 nennen alle fünf ausdrücklich. Andere ergänzen eigene Syntax, etwa Keyence mit KV Script.
Selbst der Kontaktplan ist nicht universell. Befehlsschreibweise und Bezeichnungen der Operanden (Speicherbereiche) unterscheiden sich je nach Hersteller. Auch wer Kontaktplan fließend liest, braucht Zeit, sich in die Software einer anderen Marke einzuarbeiten; planen Sie das ein.
Sechs Kriterien für die Wahl des SPS-Herstellers

Auf Grundlage der bisherigen Unterschiede folgen sechs Kriterien, die Sie prüfen sollten, wenn Sie einen Hersteller wählen oder entscheiden, ob Sie die vom japanischen Maschinenbauer vorgeschlagene Marke akzeptieren. Welche zuerst kommen, hängt von Ihrem Unternehmen und der Maschine ab.
Die Kriterien, die in keinem Katalog-Datenblatt stehen, bestimmen den Aufwand nach der Installation.
1. Bestehende Anlagen und Kundenstandards
Die Kompatibilität mit bestehenden Anlagen hat den größten Einfluss. Wenn die Linien eines Werks denselben Hersteller nutzen, lassen sich Ersatzteile gemeinsam bevorraten, Instandhalter schulen und Programme wiederverwenden. In Branchen wie dem Automobilbau nennt das bestellende Werk in der Maschinenspezifikation mitunter den SPS-Hersteller und das Netzwerk.
Maschinenbauer und Systemintegratoren müssen deshalb oft mehrere Hersteller unterstützen, um der jeweiligen Kundenspezifikation zu entsprechen. Ausgangspunkt ist also der Standard des Kunden, nicht nur die Präferenz des Herstellers. Wenn Ihr Werk einen Standard hat, schreiben Sie ihn in die Spezifikation, damit der Hersteller ihn einplanen kann.
2. Netzwerk und Gerätekompatibilität
Bei Maschinen, die Mehrachs-Servos, Roboter und Bildverarbeitung kombinieren, kommt die Wahl des Netzwerks fast der Wahl der SPS gleich. Geräte desselben Herstellers lassen sich meist in einem Softwarepaket konfigurieren. Mischen Sie Geräte anderer Hersteller ein, werden die von ihnen unterstützten Netzwerke zur Randbedingung.
In der Schaltschrankplanung ändert das Netzwerk Verdrahtung, Kabel und Baugruppenaufbau. Sobald die Typen der Peripheriegeräte feststehen, stellen Sie deren unterstützte Netzwerke in einer Liste gegenüber. So vermeiden Sie, später Baugruppen nachrüsten zu müssen.
3. Verfügbarkeit und Support vor Ort
Wird die Anlage ins Ausland geliefert oder eine Linie in ein Werk in einem anderen Land kopiert, stellen sich zwei Fragen: Gibt es die Teile vor Ort, und gibt es einen Ansprechpartner in der Landessprache?
Häufig heißt es, PROFINET sei in Europa und EtherNet/IP in Nordamerika verbreitet. In der Praxis hängt das vom Kunden und von der Anlage ab; prüfen Sie daher, welches Netzwerk das jeweilige Werk tatsächlich einsetzt.
Ob lokale Servicefirmen die Marke kennen, beeinflusst auch, wie schnell nach der Inbetriebnahme Probleme behoben werden. Legen Sie vorab fest, wer im Zielland Störungen behebt.
4. Bedienbarkeit der Software und Lizenzierung
Ingenieure arbeiten täglich in der Programmiersoftware, und die Hersteller verfolgen bei Programmierkomfort, Debugging, Simulation und Teamarbeit unterschiedliche Ansätze. Am verlässlichsten vergleichen Sie, indem die künftigen Anwender Testversionen oder praktische Seminare ausprobieren.
Prüfen Sie auch das Lizenzmodell. Manche Pakete, etwa Sysmac Studio von Omron und STEP 7 von Siemens, gibt es je nach Funktionsumfang oder Nutzerzahl in mehreren Ausgaben. Lassen Sie sich vor der Entscheidung die benötigten Arbeitsplätze und Verlängerungskosten anbieten, damit das Budget später nicht knapp wird.
5. Know-how des Fachpersonals und Schulung
Ein SPS-Programm wird auch lange nach der Installation für Änderungen und Fehlersuche bearbeitet. Kennen Ihre Instandhalter, Ihr Integrator oder lokale Servicefirmen die Marke bereits, lassen sich Stillstände in der Nachtschicht leichter bewältigen.
Wenn Sie eine neue Marke einführen, planen Sie Zeit für Schulungen, Trainingsgeräte und Handbücher ein. Auch wie viel Unterstützung die technischen Mitarbeiter und Field Application Engineers (FAE) des Herstellers oder Distributors leisten, gehört zum Vergleich.
6. Lebenszyklus und Teileverfügbarkeit
Fabrikanlagen laufen oft 10 oder 20 Jahre, und der SPS-Typ wird in dieser Zeit sehr wahrscheinlich abgekündigt. Viele Hersteller liefern nach Verkaufsende noch eine Zeit lang Ersatzteile, so wie Siemens bei der S7-300, doch diese Frist unterscheidet sich je nach Modell.
Prüfen Sie bei der Auswahl, wie lange die Serie bereits auf dem Markt ist und ob Migrationswerkzeuge und -verfahren für einen Nachfolger bestehen. Für Bestandsanlagen sollten Sie die veröffentlichten Abkündigungsmitteilungen der Hersteller regelmäßig prüfen.
Beispielszenarien: Die sechs Kriterien in der Anwendung

Die drei folgenden Szenarien sind fiktiv. Sie beschreiben keine realen Unternehmen oder Projekte, sondern zeigen nur, wie sich die sechs Kriterien auswirken.
„Eine SPS wählen“ heißt je nach Situation, zuerst Unterschiedliches zu prüfen.
Alle Beispiele sind fiktiv und stellen keine tatsächlichen Auswahlergebnisse dar.
In Szenario A verringert der Gleichklang mit den bestehenden Linien den Wartungsaufwand am stärksten. Ist das bestehende Modell aber schon nahe an der Abkündigung, kann der Wechsel zur Nachfolgeserie desselben Herstellers die bessere Entscheidung sein.
In Szenario B entscheidet meist die Spezifikation des Kunden, und der Maschinenbauer muss ihr auch dann folgen, wenn er den Hersteller normalerweise nicht einsetzt. Planen Sie Schulungszeit ein und sichern Sie sich früh den lokalen Support-Ansprechpartner. Sind Sie selbst der Besteller, zeigt das, warum es sich lohnt, den eigenen Standard in die Spezifikation zu schreiben.
In Szenario C legen Sie zuerst Geräte und Netzwerk fest und grenzen die Kandidaten danach ein, welche Software diese am besten abdeckt.
Auswahlprozess in sechs Schritten
Gehen Sie von Ihren Randbedingungen aus, nicht von einem Katalogvergleich.
Beginnen Sie mit den Randbedingungen und enden Sie mit praktischen Tests und der Aktualisierung Ihres Werksstandards.
Bei kleinen Maschinen lassen sich die Schritte 01 bis 03 mitunter in kurzer Zeit gemeinsam erledigen.
Sprechen Sie in Schritt 4 mit dem technischen Team des Herstellers, mit Distributoren oder Handelshäusern und mit der Stelle in Ihrem Unternehmen, die Anlagenstandards verwaltet. Produktionsstatus, Nachfolger und Lizenzpreise ändern sich, klären Sie den aktuellen Stand deshalb immer mit dem Vertriebskanal. Dieser Artikel fasst offizielle Angaben mit Stand Oktober 2026 zusammen und ersetzt diese Prüfung nicht.
Halten Sie fest, warum Sie sich für den Hersteller entschieden haben. Wenn jemand die Anlage Jahre später modernisiert, macht die nachvollziehbare Begründung die nächste Entscheidung deutlich leichter.
Fragen an den japanischen Maschinenbauer
Wenn ein Maschinenbauer in Japan eine Maschine anbietet, bringen diese Fragen die SPS-Entscheidung auf den Tisch, bevor die Konstruktion feststeht. Sie können sie in Ihre Anfrage oder die Agenda des Kickoff-Termins übernehmen.
- Welchen SPS-Hersteller, welche Serie und welches CPU-Modell planen Sie? Ist das Modell aktuell, und ist eine Abkündigung angekündigt?
- Können Sie die Maschine stattdessen mit unserer Standard-SPS (Hersteller und Serie) bauen? Wie würde das Preis und Lieferzeit verändern?
- Über welches Netzwerk ist die SPS mit Servos, Remote-E/A, HMIs und Robotern verbunden? Lässt es sich an unser Werksnetz anbinden, und braucht das eine zusätzliche Baugruppe oder ein Gateway?
- In welcher Software und Version ist das Programm geschrieben? Liefern Sie die vollständige Projektdatei, mit Kommentaren in englischer Sprache?
- Welche Ersatzteile empfehlen Sie uns zu bevorraten, und können wir sie in unserem Land lokal kaufen?
- Wer übernimmt die Fehlersuche nach der Inbetriebnahme: Ihr Team, die lokale Niederlassung des SPS-Herstellers oder ein lokaler Partner?
- Was ist der Nachfolger, wenn die SPS abgekündigt wird, und wie viel Anpassungsaufwand bedeutet die Migration?
Kurze Checkliste, bevor Sie die SPS-Marke akzeptieren
- SPS-Hersteller und Serie entsprechen Ihrem Werksstandard, oder die Ausnahme ist genehmigt
- Netzwerk mit der bestehenden Werksausstattung und den Geräten der Maschine abgeglichen
- Lizenzen der Programmiersoftware vorhanden, mit passender Ausgabe und Anzahl der Arbeitsplätze
- Fachpersonal intern oder bei einem lokalen Integrator, das das Programm warten kann
- Lokale Teileversorgung und Support-Ansprechpartner in Ihrem Land bestätigt
- Abkündigungsstatus von CPU und wichtigen Baugruppen für Ihre Region bestätigt
- Programmquelle, Kommentare und Handbücher sind im Lieferumfang enthalten
Grenzen dieses Leitfadens
- Angaben zu Serien, Software und Netzwerken fassen die offiziellen Websites der Hersteller mit Stand Oktober 2026 zusammen. Die Unterstützung unterscheidet sich je nach Modell; prüfen Sie Kataloge und Handbücher.
- Die Abkündigungstermine der Mitsubishi-Serien Q und L stammen aus japanischen Mitsubishi-Informationen. In anderen Regionen können die Termine abweichen.
- Die Szenarien unter „Häufig in der engeren Wahl, wenn“ sind allgemeine Tendenzen, keine Rangfolge oder Empfehlung.
- Die Zuordnung der Normen (IEC 61131-3 ↔ EN 61131-3 / DIN EN 61131-3) ist eine Orientierung; maßgeblich ist die jeweils gültige Ausgabe.
- Welche Marke die beste ist, hängt von Ihrem Werk, der Maschine und den Standards Ihrer Kunden ab.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen einer SPS und einem Sequencer?
Es gibt keinen. „Sequencer“ (japanisch shīkensa) ist der Name, den Mitsubishi Electric in Japan für seine SPS verwendet, und in japanischen Werken werden beide Wörter oft austauschbar benutzt. Ein „Sequencer“ auf einer japanischen Zeichnung ist eine SPS.
Lässt sich ein SPS-Programm auf eine andere Marke umsetzen?
Nicht direkt. Auch wenn beide Hersteller IEC 61131-3 erfüllen, hat jedes Softwarepaket sein eigenes Projektformat, seine eigene Befehlssyntax und Hardwarekonfiguration; der Wechsel zu einer anderen Marke bedeutet daher praktisch, das Programm neu zu schreiben.
Ist die Mitsubishi-Q-Serie noch erhältlich?
Die Q-Serie steht noch auf der Mitsubishi-Website, doch die Abkündigungstermine wurden modellweise angekündigt, vor allem für CPU-Baugruppen. Bevor Sie Anlagen der Q-Serie erweitern oder ersetzen, klären Sie Produktionsstatus und den empfohlenen iQ-R-Ersatz mit Ihrem lokalen Vertriebskanal.
Wofür steht SPS, und wie heißt sie auf Japanisch?
SPS steht für speicherprogrammierbare Steuerung, englisch Programmable Logic Controller (PLC). Auf Japanisch heißt sie oft puroguramaburu kontorora (Programmable Controller). Einige Hersteller verwenden andere Namen: Omron etwa vertreibt die Serie NJ/NX als Machine Automation Controller.
Mit welcher SPS-Marke sollte ich anfangen zu lernen?
Beginnen Sie mit der Marke, die in Ihrem Werk oder bei Ihren wichtigsten Kunden eingesetzt wird, damit Sie das Gelernte sofort anwenden können. Alle Hersteller unterstützen Kontaktplan und ST; wer die Grundlagen bei einer Marke beherrscht, findet sich bei den anderen leichter zurecht.
Quellen
Hersteller- und Netzwerkseiten wurden am 1. Oktober 2026 geprüft; das Mitsubishi-Bulletin und die europäische Mitteilung, die Keyence-Seite zur KV-XLE02 und die Siemens-Pressemitteilung wurden am 22. Oktober 2026 erneut geprüft.
- Mitsubishi Electric MELSEC, Programm, Software und abgekündigte Modelle: Mitsubishi Electric FA, „Sequencer MELSEC“ (japanisch); MELSEC iQ-R Series (japanisch); MELSEC iQ-F Series (japanisch); MELSOFT GX Works3 (japanisch); MELSEC-Q, abgekündigte Modelle und Ersatz (japanisch); MELSEC-L, abgekündigte Modelle und Ersatz (japanisch); Mitsubishi Electric FA FAQ, von GX Works2 unterstützte SPS (japanisch)
- Abkündigung der CPUs der Q-Serie (englisch): Mitsubishi Electric, Technisches Bulletin FA-A-0418-A; Mitsubishi Electric Europe, End-of-Life-Mitteilung zur QnUDCPU
- Keyence KV-Serie: Keyence, „KV-X Series“ (japanisch); Keyence, „KV-8000 Series“ (japanisch); Keyence, Ethernet-Baugruppe KV-XLE02; Keyence, „Geschäftsmodell und Stärken“ (japanisch)
- Omron SYSMAC: OMRON, „Machine Automation Controllers“; OMRON, „Sysmac Studio“; Omron Industrial Automation, „Programmable Controllers“ (japanisch); Omron, „Sysmac Studio, Merkmale“ (japanisch); Omron FAQ, CX-Programmer-Versionen für CP2E/CP1 (japanisch)
- Siemens SIMATIC: Siemens, „SIMATIC Controllers“; Siemens, „SIMATIC S7-1500“; Siemens, „STEP 7 (TIA Portal)“; Siemens-Pressemitteilung, 16. April 2024; Siemens Blog, „The Simatic S7 product family is getting upgrades“ (22. August 2023); Phase-out-Mitteilung S7-300/ET 200M (wiedergegeben von Conrad Automation)
- Weitere Hersteller: Rockwell Automation, „CompactLogix 5380“; Beckhoff, „TwinCAT“; Fuji Electric, „SX-Programmer Expert (D300win)“ (japanisch); Panasonic FAQ, Unterschiede zwischen FPWIN GR7 und FPWIN Pro7 (japanisch)
- Netzwerke: CC-Link Partner Association, „CC-Link IE TSN“ (japanisch); EtherCAT Technology Group, „EtherCAT Technology“; ODVA, „EtherNet/IP“; PROFIBUS & PROFINET International
- Norm: Wikipedia, „EN 61131“ (EN 61131-3, Programmiersprachen)
Originalartikel auf JapanischDieser Leitfaden beruht auf einem MONOSCOPE-Artikel für Leser in Japan: PLCメーカー比較|三菱電機・キーエンス・オムロン・シーメンスの選び方


