Lieferspezifikation (Nonyu Shiyosho): Was Sie prüfen sollten

Sie haben bei einem japanischen Gerätehersteller bestellt. Einige Wochen später kommt ein umfangreiches PDF mit dem Titel 納入仕様書 (nonyu shiyosho), und auf dem Deckblatt wird Ihre Freigabe verlangt. Auf den ersten Blick wirkt es wie die Angebotsspezifikation, auf die Sie sich bereits geeinigt haben. Das ist es aber nicht: Sobald Sie es mit Freigabe zurückgeben, kann der Lieferant das Gerät genau so fertigen, wie es dargestellt ist.
Dieser Beitrag erklärt, was eine Lieferspezifikation ist, wie sie sich von der Einkaufsspezifikation, der Angebotsspezifikation und den Freigabezeichnungen unterscheidet und was Sie vor der Rückgabe prüfen sollten. Er richtet sich an Technik und Einkauf außerhalb Japans, die entweder eine Lieferspezifikation von einem japanischen Lieferanten erhalten oder selbst eine für einen japanischen Kunden erstellen müssen. Rückgabecodes, Stempel und Rückgabefristen behandelt der Beitrag zu den Freigabezeichnungen (shonin-zu).
Inhalt
- Was ist eine Lieferspezifikation (Nonyu Shiyosho)?
- Einordnung: Einkaufs-, Angebots- und Lieferspezifikation
- Was eine Lieferspezifikation enthält
- Unterschied zur Angebotsspezifikation
- Vier Punkte vor der Rückgabe
- Lieferspezifikation, Freigabezeichnung und Bestandszeichnung
- Wenn Sie Lieferant sind: Lieferspezifikation für einen japanischen Kunden
- Checkliste zur Prüfung einer Lieferspezifikation
- Wo die Praxis abweicht
- FAQ
- Quellen
Was ist eine Lieferspezifikation (Nonyu Shiyosho)?
Eine Lieferspezifikation ist ein Dokumentensatz, den der Lieferant (meist der Gerätehersteller) nach der Bestellung vorlegt. Sie beschreibt die Spezifikation und die Zeichnungen des Geräts, das tatsächlich geliefert wird. Die Freigabezeichnungen (shonin-zu, 承認図) sind diejenigen Zeichnungen aus diesem Satz, die der Besteller freigeben soll.
Genau genommen heißen Zeichnungen, die zur Freigabe eingereicht werden, shonin-yo-zu (承認用図), und Zeichnungen, die der Besteller freigegeben und zurückgeschickt hat, shonin-zu. Die Fertigung beginnt auf Basis der zurückgegebenen Zeichnungen. In der Praxis nennen viele beides „shonin-zu“.
Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Unternehmen und Kunde. Manche Besteller geben die gesamte Lieferspezifikation als ein Paket frei, andere nur die Zeichnungen als Freigabezeichnungen. Welche Variante in Ihrem Projekt gilt, steht in der Regel in der Einkaufsspezifikation oder in der Bestellung.
Einordnung: Einkaufs-, Angebots- und Lieferspezifikation
In einem japanischen Anlagenprojekt laufen die Dokumente meist in dieser Reihenfolge. Der Anlagenplaner schreibt auf Basis seiner Berechnungen eine Einkaufsspezifikation (kobai shiyosho, 購買仕様書), die die geforderte Leistung des Geräts festlegt. Der Lieferant antwortet mit einer Angebotsspezifikation (mitsumori shiyosho, 見積仕様書) für ein Gerät, das er nach seinen eigenen Auslegungsgrundsätzen ausgewählt hat. Nach einigen Runden bestellt der Besteller, sobald beide Seiten Spezifikation und Preis vereinbart haben.
Danach folgt die Lieferspezifikation. Die vielen Dokumentnamen lassen sich drei Phasen zuordnen: Angebot, nach der Bestellung sowie Fertigung bis Lieferung.
Die Lieferspezifikation wird nach der Bestellung und vor der Fertigung vorgelegt. Kommt sie mit Freigabe zurück, werden ihre Zeichnungen zu Freigabezeichnungen.
Dokumentnamen und Phasen unterscheiden sich je nach Unternehmen, Branche und Besteller. Manche Lieferanten reichen Lieferspezifikation und Freigabezeichnungen gemeinsam ein, andere nur die Zeichnungen zur Freigabe.
Die folgende Tabelle vergleicht die drei Spezifikationen. Achten Sie darauf, wie der Verfasser vom Besteller zum Lieferanten wechselt und der Zweck von „mitteilen“ über „einigen“ zu „Fertigungsfreigabe erhalten“ wandert.
Dasselbe Gerät, drei Dokumente, drei unterschiedliche Aufgaben.
(kobai shiyosho)
(mitsumori shiyosho)
(nonyu shiyosho)
Lieferumfang und Zuständigkeit (shosho, 所掌) bedeutet: welche Partei welche Position liefert oder montiert.
Lastenheft und Pflichtenheft: eine grobe Entsprechung
Wer das deutsche Begriffspaar kennt, kann sich so orientieren: Die Einkaufsspezifikation entspricht in ihrer Funktion in etwa einem Lastenheft. Angebots- und Lieferspezifikation liegen in der Nähe eines Pflichtenhefts, das nach DIN 69901-5 die vom Auftragnehmer erarbeiteten Realisierungsvorgaben zu den Anforderungen des Auftraggebers beschreibt.
Eine 1:1-Übersetzung ist das nicht. Die Lieferspezifikation ist ein Dokumentensatz mit Berechnungen, Zeichnungen und Montageanweisungen, der erst nach der Bestellung entsteht und mit der Freigabe die Fertigung auslöst. Klären Sie deshalb im Projekt, welche Dokumente Ihr japanischer Partner konkret meint.
Was eine Lieferspezifikation enthält
Der Inhalt hängt vom Gerät und von den Anforderungen der Einkaufsspezifikation ab. Eine typische Lieferspezifikation enthält die folgenden Abschnitte. Die rechte Spalte zeigt, was der Besteller jeweils prüft.
| Abschnitt | Prüfpunkt |
|---|---|
| Gerätespezifikation, Lastbedingungen und Schnittstellenangaben | Passt das Gerät zu Fundament und Rohrleitungsplanung? |
| Garantiebedingungen | Stimmen garantierte Leistung und Gewährleistungsfrist mit dem Vertrag überein? |
| Zusammenbauzeichnung und Detailzeichnungen einzelner Teile | Form und Maße; Lage und Ausrichtung der Stutzen |
| Spezifikation und Detailzeichnungen des Zubehörs | Sind Messgeräte, Armaturen und anderes Zubehör im Lieferumfang? |
| Leistungsberechnungen (Kapazität) | Nachweis, dass das Gerät die Leistung aus der Einkaufsspezifikation erfüllt |
| Ersatz- und Verschleißteile | Mengen, und ob sie im Angebot enthalten waren |
| Ergänzende Unterlagen, z. B. Montage- und Isolierungsanweisungen | Lässt sich die Arbeit vor Ort tatsächlich ausführen? |
Unterschied zur Angebotsspezifikation
Die Spezifikation entspricht im Kern der Angebotsspezifikation. Neu sind Inhalte, die erst nach Fortschreiten der Detailkonstruktion vorliegen, sowie detaillierte Zeichnungen des Zubehörs. Die Angebotsspezifikation diente der Einigung über den Preis. Die Lieferspezifikation dient der Fertigungsfreigabe und verdient daher eine genauere Prüfung bis in die Zeichnungen.
Vergleichen Sie Typ, Werkstoffe und Zubehörumfang mit dem letzten Änderungsstand der Angebotsspezifikation. Kleine Abweichungen gleichen Sie im Rahmen des Vertragspreises aus. Würde eine Änderung den Preis berühren, klären Sie mit dem Lieferanten, ob sie als Mehrkosten behandelt werden soll.
Haben Sie in der Angebotsphase Abweichungen vereinbart, stehen sie meist in einer Abweichungsliste (in Japan oft debikura genannt, von debieshon risuto). Prüfen Sie jeden Punkt anhand seiner Nummer darauf, ob er in der Lieferspezifikation wiederzufinden ist.
Hier ein fiktives Beispiel für einen Gegenüberstellungs-Check bei einer Pumpe.
| Position | Angebotsspezifikation (letzter Änderungsstand) | Lieferspezifikation | Maßnahme |
|---|---|---|---|
| Typ | Typ A-100 | Typ A-100 | In Ordnung |
| Gehäusewerkstoff | Gemäß Abweichungsliste, Punkt 3 | Wie Abweichungsliste, Punkt 3 | In Ordnung |
| Manometer | Enthalten | Dargestellt, aber zur Wand gerichtet | Rotvermerk: bitte zum Gang hin drehen |
| Gegenflansche, Schrauben, Dichtungen | Lieferumfang Lieferant | Nicht aufgeführt | Nachfragen: weiterhin im Lieferumfang des Lieferanten? |
| Ersatz-Gleitringdichtung | 1 Satz | 2 Sätze | Nachfragen: Ist der zusätzliche Satz im Preis enthalten? |
Vier Punkte vor der Rückgabe
Beim Prüfen einer Lieferspezifikation verfolgen Sie vier Hauptziele. Alle vier sind Punkte, die vor der Rückgabe mit Freigabe geklärt sein sollten: durch Abgleich mit Ihren eigenen Unterlagen und mit den beteiligten Abteilungen.
Prüfen Sie jeden Punkt gegen Ihre eigenen Unterlagen und gemeinsam mit den Teams, die das Gerät nutzen werden.
1. Zusammenbauzeichnungen und Zubehör
Zur Lieferspezifikation gehören Gerätezeichnungen (nonyu-hin-zu, 納入品図): eine Zusammenbauzeichnung, die das Gerät im Detail zeigt, und Detailzeichnungen des Zubehörs wie Messgeräte. Anhand dieser Zeichnungen stellen Sie sich Aufstellung und Nutzung vor Ort vor und fordern bei Bedarf Änderungen der Ausrichtung an.
Ein Manometer, das vom Gang abgewandt ist, kann das Bedienpersonal nicht ablesen. Ein Armaturenhandrad auf der Wandseite lässt sich nur schlecht bedienen und prüfen. Geben Sie die Zeichnungen auch an Betrieb und Instandhaltung, nicht nur an die Konstruktion, dann rutschen solche Punkte seltener durch.
2. Schnittstellen (Toriai)
Fast jedes Gerät ist an Medien wie Wasser, Strom oder Dampf oder an andere Prozessleitungen angeschlossen. Auf Japanisch heißen diese Anschlussstellen toriai (取合い). Prüfen Sie, dass jede Schnittstelle zum Gerät oder zur Rohrleitung passt, mit der sie verbunden wird.
Wo das Gerät an vor- oder nachgelagerte Anlagenteile angeschlossen wird, bestätigen Sie Lage und Ausführung jedes Anschlusses und klären, wer Schrauben, Muttern und Dichtungen liefert. Am zuverlässigsten ist es, wenn Rohrleitungs-, Elektro- und MSR-Planer ihre jeweiligen Anschlüsse selbst prüfen.
Die Schnittstelle ist die Grenze, an der das Gerät des Lieferanten auf Rohrleitungen und Kabel trifft, die ein Dritter installiert.
Prüfen Sie, wer Gegenflansche, Dichtungen, Schrauben und Muttern liefert, anhand der in der Angebotsspezifikation vereinbarten Zuständigkeit (shosho). Elektrische Klemmenkästen und MSR-Anschlüsse prüfen Sie auf dieselbe Weise.
Unterscheiden sich Flanschnormen oder Nenndruckstufen, passen die Schraubenlöcher nicht zueinander. Japanische Flansche folgen meist JIS (Druckstufen wie 10K), europäische EN 1092-1 (PN-Stufen). Gehen Sie nicht von Austauschbarkeit aus, sondern prüfen Sie Lochkreis, Lochzahl und Bohrungen anhand der Zeichnung und lassen Sie sich die Entsprechung vom Lieferanten bestätigen. Eine falsche Schnittstelle führt zu Nacharbeit auf der Baustelle und kann den Terminplan verzögern. Das ist daher die Prüfung, die am meisten Sorgfalt braucht.
3. Montageanweisungen
Ist der Lieferant nicht für die Montage zuständig, legt er in der Regel eine Montageanweisung (koji yoryosho, 工事要領書) vor, die Hinweise zur Ausführung und das Schweißverfahren enthält. Prüfen Sie sie gemeinsam mit Ihrem Montageteam und stellen Sie sicher, dass sich die Arbeit ohne Schwierigkeiten ausführen lässt.
Liegt eine Aufstellungs- oder Fundamentzeichnung vor, stimmen Sie Lage und Lasten der Ankerschrauben mit der Fundamentplanung ab. Die Isolierungsanweisung klären Sie auf dieselbe Weise mit der Isolierfirma.
4. Fertigungsfreigabe
Sind Lieferspezifikation und Gerätezeichnungen unbedenklich, geben Sie sie mit Freigabe zurück (shonin henkyaku, auch juryo henkyaku genannt, 受領返却). Damit ermächtigen Sie den Lieferanten, das Gerät nach diesen Zeichnungen zu fertigen. Rechnen Sie vom Liefertermin zurück und stellen Sie sicher, dass der Satz vor dem notwendigen Fertigungsbeginn zurückgegeben wird.
Die Rückgabeentscheidungen gliedern sich meist in drei Arten: freigegeben, freigegeben mit Anmerkungen und Neuvorlage. Bei einer Freigabe unter Auflagen kann der Lieferant die Fertigung beginnen, sofern die Anmerkungen eingearbeitet werden. Halten Sie fest, welche Auflage, wer sie erfüllt und bis wann, und schließen Sie den Vorgang erst, wenn die überarbeitete Zeichnung die Korrektur zeigt. Ändert sich nach der Freigabe etwas, zeigt der Lieferant, was sich warum geändert hat, und der Besteller gibt erneut frei. Die Freigabezeichnungen dienen außerdem als Beurteilungsgrundlage, wenn Sie die Werksprüfung im Beisein des Bestellers durchführen. Rückgabecodes, Stempel und Fristen behandelt der Beitrag zu den Freigabezeichnungen ausführlich.
Lieferspezifikation, Freigabezeichnung und Bestandszeichnung
Rund um die Lieferspezifikation tauchen mehrere ähnliche Begriffe auf. Sie unterscheiden sich darin, zu welcher Projektphase sie gehören und welchen Zustand des Geräts sie beschreiben.
Der gesamte Dokumentensatz, die freigegebenen Zeichnungen und die Dokumentation des fertigen Geräts.
(nonyu shiyosho)
(shonin-zu)
(kansei-zu)
Bezeichnungen und Abgrenzungen unterscheiden sich je nach Unternehmen und Besteller. Viele nennen die Zeichnungen auch schon vor der Freigabe „shonin-zu“.
Lieferspezifikation und Freigabezeichnung
Die Lieferspezifikation ist ein Bündel, das zeigt, was geliefert wird: Spezifikation, Berechnungen und Zeichnungen. „Freigabezeichnung“ nennt die Zeichnungen aus diesem Bündel, die der Besteller freigibt.
Die Freigabe beschränkt sich nicht immer auf Zeichnungen. Eine Richtlinie der japanischen Beschaffungsbehörde des Verteidigungsministeriums (Acquisition, Technology & Logistics Agency, ATLA) fasst unter den zur Freigabe vorgelegten Unterlagen Zeichnungen, Dokumente und Fotos zusammen. Auch eine schriftliche Spezifikation kann also Gegenstand der Freigabe sein. Ob Ihr Projekt die gesamte Lieferspezifikation oder nur die Zeichnungen freigibt, legen die Einkaufsspezifikation oder die Bestellung fest.
Lieferspezifikation und Bestandszeichnung
Eine Bestandszeichnung (kansei-zu, 完成図) zeigt das Gerät im fertigen Zustand. Im Bau und bei Anlagen heißt sie auch shunko-zu (竣工図). Lieferspezifikation und Freigabezeichnungen sind dagegen Unterlagen vor der Fertigung, die festlegen, was gebaut wird.
Ändern sich Maße oder Teile während der Fertigung oder Aufstellung, spiegeln die Bestandszeichnungen das Ergebnis wider. Betrieb, Instandhaltung und spätere Umbauten stützen sich auf die Bestandszeichnungen. Bei Geräten werden sie oft bei der Lieferung als Teil einer Abschlussdokumentation (kansei tosho, 完成図書) zusammen mit Betriebsanleitung und Prüfprotokollen übergeben. Ein Beispiel: Die gemeinsame Spezifikation, die das japanische Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus (MLIT) für den Einkauf von Telekommunikationsanlagen verwendet, verlangt vom Lieferanten, bis zum Abschluss der Lieferung einen Lieferordner mit Betriebsanleitung, Prüfprotokollen und Lieferfotos vorzulegen.
Weitere Namen: Nonyu-zu und Shiyo-zu
Für nonyu-zu (納入図, „Lieferzeichnung“) haben wir in den Normen keine Definition gefunden. In der Praxis behandeln Sie den Begriff als nahezu gleichbedeutend mit den Gerätezeichnungen (nonyu-hin-zu), die zu einer Lieferspezifikation gehören: Zusammenbauzeichnungen, Maßbilder und Zubehördetails.
Eine shiyo-zu (仕様図, „Spezifikationszeichnung“) bringt Angaben wie Typ, Maße und Leistung auf eine Zeichnung. Bei Standardprodukten sendet ein Lieferant mitunter ein einziges Blatt, das Spezifikation und Maßbild vereint, unter einem Namen wie nonyu shiyo-zu (納入仕様図). Ganz gleich, wie es heißt: Sie prüfen denselben Inhalt. Am Deckblatt oder Begleitschreiben erkennen Sie, ob das Dokument zur Freigabe eingereicht wird.
Japanische Behörden verwenden noch einen weiteren Namen. In der gemeinsamen Spezifikation des MLIT heißen die nach Vertragsschluss vorgelegten detaillierten Spezifikationen und Maßbilder kakunin tosho (確認図書, „Bestätigungsunterlagen“). Der Lieferant reicht sie ein, um die Bestätigung der Behörde zu erhalten.
Wenn Sie Lieferant sind: Lieferspezifikation für einen japanischen Kunden
Bittet Sie ein japanischer Kunde um eine nonyu shiyosho, erwartet er den oben beschriebenen Dokumentensatz, der nach der Bestellung und vor der Fertigung eingereicht wird. Einige Punkte beschleunigen die Prüfung.
- Entnehmen Sie der Einkaufsspezifikation oder der Bestellung Anzahl der Exemplare, Format (Papier oder PDF) und Abgabefrist sowie ob der Kunde den ganzen Satz oder nur die Zeichnungen freigibt.
- Kennzeichnen Sie Deckblatt oder Begleitschreiben deutlich als zur Freigabe eingereicht.
- Zeigen Sie anhand der Punktnummer, wo jeder Eintrag der Abweichungsliste berücksichtigt ist.
- Halten Sie Typ, Werkstoffe und Zubehörumfang konsistent mit Ihrer letzten Angebotsspezifikation. Weisen Sie auf preisrelevante Unterschiede selbst hin, statt sie den Kunden finden zu lassen.
- Zeigen Sie an jeder Schnittstelle den Lieferumfang: wer Gegenflansche, Dichtungen, Schrauben und Muttern liefert.
- Aktualisieren Sie Änderungsstand und Datum bei jeder erneuten Einreichung, damit alle die aktuelle Version erkennen.
- Reichen Sie bei Änderungen nach der Freigabe eine Überarbeitung ein, die zeigt, was sich warum geändert hat, und warten Sie die Freigabe ab, bevor Sie das betreffende Teil fertigen.
Checkliste zur Prüfung einer Lieferspezifikation
Verwenden Sie diese Liste, wenn Sie eine Lieferspezifikation eines japanischen Lieferanten prüfen. Als Lieferant sehen Sie daran, was Ihr japanischer Kunde voraussichtlich kontrolliert.
| Prüfpunkt | Abgleich mit / Rückfrage bei |
|---|---|
| Typ, Werkstoffe und Zubehörumfang | Letzter Änderungsstand der Angebotsspezifikation |
| Alle Punkte der Abweichungsliste berücksichtigt | Abweichungsliste, Punkt für Punkt |
| Garantierte Leistung und Gewährleistungsfrist | Vertrag und Einkaufsspezifikation |
| Leistungsberechnungen erfüllen den geforderten Betriebspunkt | Einkaufsspezifikation |
| Lage und Ausrichtung von Stutzen und Messgeräten | Aufstellungsplan; Betrieb und Instandhaltung |
| Lage, Größe, Ausführung und Norm des Anschlusses an jeder Schnittstelle | Rohrleitungs-, Elektro- und MSR-Pläne |
| Wer liefert Gegenflansche, Dichtungen, Schrauben und Muttern | Lieferumfang in der Angebotsspezifikation |
| Lage und Lasten der Ankerschrauben | Fundamentplanung |
| Montage-, Schweiß- und Isolierungsanweisungen vor Ort umsetzbar | Montageteam; Isolierfirma |
| Ersatz- und Verschleißteile: Mengen und Preisabdeckung | Angebot |
| Änderungen mit Preiswirkung | Klären, ob sie als Mehrkosten behandelt werden |
| Rückgabetermin | Vom Liefertermin zurückgerechneter Fertigungsbeginn |
| Auflagen bei einer Freigabe unter Auflagen | Festhalten: was, wer, bis wann |
Fragen an den japanischen Lieferanten
- Wird dieses Dokument zur Freigabe oder nur zur Information eingereicht?
- Soll die gesamte Lieferspezifikation freigegeben werden oder nur die Zeichnungen?
- Auf welchem Änderungsstand der Angebotsspezifikation beruht sie?
- Wo ist jeder Punkt der Abweichungsliste in dieser Einreichung berücksichtigt?
- Wer liefert an jedem Stutzen Gegenflansche, Dichtungen, Schrauben und Muttern?
- Wirkt sich eine Änderung gegenüber dem Angebot auf Preis oder Liefertermin aus?
- Bis wann benötigen Sie unsere Rückgabe, um den Fertigungsplan einzuhalten?
- Was enthält die Abschlussdokumentation, und wie viele Exemplare liefern Sie?
- Welche Konformitäts- und Prüfunterlagen, die wir für den Betrieb in der EU benötigen (z. B. CE-Konformitätserklärung, Prüfbescheinigungen), gehören zum Lieferumfang und wann werden sie geliefert?
Wo die Praxis abweicht
- Dokumentnamen und Phasen unterscheiden sich je nach Unternehmen, Branche und Besteller. Viele nennen die Zeichnungen schon vor der Freigabe „shonin-zu“.
- Ob der ganze Satz oder nur die Zeichnungen freigegeben werden, hängt von der Einkaufsspezifikation oder der Bestellung ab.
- Die hier genannten Inhalte entsprechen Anlagengeräten. Standard-Katalogprodukte kommen mitunter nur mit einer einzigen Spezifikationszeichnung.
- Die Bezeichnungen der Rückgabeentscheidungen unterscheiden sich je nach Unternehmen, und Rückgabefristen legen Einkaufsspezifikation oder Bestellung fest. Klären Sie sie in jedem Projekt.
- Die Entsprechung zu Lastenheft und Pflichtenheft ist nur eine Orientierung. Maßgeblich ist, was der Vertrag für die Lieferspezifikation festlegt.
FAQ
Ist eine Konyu Shiyosho dasselbe wie eine Kobai Shiyosho?
In den meisten Fällen ja. Konyu shiyosho (購入仕様書) und kobai shiyosho (購買仕様書) sind zwei Namen für dieselbe Einkaufsspezifikation: das Dokument des Bestellers, das Leistung, Bedingungen und Normen festlegt, die das Gerät erfüllen muss.
Ist eine Nonyu Shiyosho dasselbe wie eine Nohin Shiyosho?
Beide Namen werden manchmal für ein Dokument verwendet, das die Spezifikation gelieferter Waren zeigt, und es gibt keine feste Unterscheidung. Verwenden Sie den Namen, der im Vertrag oder in den Unterlagen des Kunden steht.
Wie viele Exemplare einer Lieferspezifikation sind erforderlich, und in welchem Format?
Die Einkaufsspezifikation oder die Bestellung legt meist Anzahl der Exemplare, Format (Papier oder PDF) und Frist fest. Die gemeinsame Spezifikation des MLIT für Telekommunikationsanlagen überlässt zum Beispiel die Anzahl der Exemplare der Lieferunterlagen der besonderen Spezifikation des jeweiligen Projekts. Aktualisieren Sie bei jeder erneuten Einreichung Änderungsstand und Datum, damit die aktuelle Version klar ist.
Was passiert, wenn sich nach der Freigabe etwas ändert?
Der Lieferant reicht eine Überarbeitung ein, die zeigt, was sich warum geändert hat, und fertigt das betreffende Teil erst nach erneuter Freigabe. Die ATLA-Richtlinie nennt diese überarbeitete Einreichung „Unterlagen zur Änderungsfreigabe“ (henko shonin-yo tosho). Geht die Änderung auf den Besteller zurück, besprechen Sie auch Mehrkosten und Auswirkungen auf den Liefertermin.
Quellen
- Zur Freigabe vorgelegte Unterlagen (einschließlich Zeichnungen, Dokumente und Fotos), Fertigungsbeginn nach Freigabe und Unterlagen zur Änderungsfreigabe: Acquisition, Technology & Logistics Agency (ATLA), Richtlinie zur Erstellung und Einreichung von Unterlagen und Mustern zur Freigabe (japanisch)
- Bestätigungsunterlagen (kakunin tosho) nach Vertragsschluss, Lieferunterlagen und Anzahl der Exemplare: Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus (MLIT), Gemeinsame Spezifikation für den Einkauf von Telekommunikationsanlagen (März 2021, japanisch)
- Definition der Fertigstellungszeichnungen (shunko-zu): Präfektur Shimane, Richtlinie zum Umgang mit Fertigstellungszeichnungen im Hochbau (japanisch)
- Pflichtenheft nach DIN 69901-5 (Begriffsdefinition): REFA-Lexikon, Pflichtenheft
Originalartikel auf JapanischDieser Leitfaden beruht auf einem MONOSCOPE-Artikel für Leser in Japan: 承認図と仕様書の違いは?納入仕様書・納入図・完成図を表で整理


