Lockout/Tagout in Japan: Recht, EU-Praxis, OSHA im Vergleich

Sie betreiben eine Anlage eines japanischen Herstellers oder gehören zu einem Konzern mit japanischer Muttergesellschaft. Das japanische Instandhaltungshandbuch sagt: Maschine stoppen, Startschalter abschließen, Schild anhängen. Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit, die Elektrofachkraft oder ein Auditor erwarten dagegen Freischalten, Sichern, Spannungsfreiheit feststellen und eine dokumentierte Gefährdungsbeurteilung. Beide Seiten meinen dasselbe Ziel, aber nicht in derselben Tiefe.
Lockout/Tagout (LOTO) bedeutet: Vor Reinigung, Inspektion oder Reparatur werden alle Energiequellen getrennt und dieser Zustand wird mit Schlössern und Anhängern gehalten, damit niemand die Maschine während der Arbeit wieder in Gang setzt. Das japanische Recht verlangt den Kern davon: Maschine stoppen, Startvorrichtung abschließen oder mit einem Schild sichern. Die US-Norm OSHA 29 CFR 1910.147 macht daraus ein dokumentiertes Programm mit Verfahren, Unterweisung und regelmäßiger Überprüfung.
Dieser Beitrag erklärt, was LOTO umfasst, welche japanischen Vorschriften gelten und wie sie sich zu Maschinenrichtlinie, BetrSichV, VDE 0105-100 und OSHA verhalten. Danach folgen die sechs Schritte, Freigabe und Gruppensicherung, typische Fehler sowie eine Checkliste für Werke, die Japan, Deutschland und andere Standorte unter einen Standard bringen müssen. Der Beitrag beschreibt, was zu prüfen ist und wer entscheidet. Er ist keine Arbeitsanweisung für eine bestimmte Maschine.
- LOTO bedeutet, vor Reinigung, Inspektion oder Reparatur alle Energiequellen zu trennen und die Trennung mit Schloss und Anhänger zu halten.
- Das Schloss macht die Trenneinrichtung physisch unbedienbar. Der Anhänger zeigt, wer abgeschaltet hat und warum. Das Schloss ist das Hauptmittel, der Anhänger ergänzt es.
- In Japan verlangen Art. 107 und Art. 339 der Verordnung über Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Maschinen stillzusetzen und Startvorrichtungen bzw. Schalter abzuschließen oder zu kennzeichnen. Das Wort „Lockout/Tagout“ kommt im Gesetz nicht vor.
- In Deutschland und der EU ergibt sich Vergleichbares aus Maschinenrichtlinie (Trennen von den Energiequellen), BetrSichV, DGUV-Regelwerk und – für elektrische Arbeiten – den fünf Sicherheitsregeln nach DIN VDE 0105-100. OSHA 1910.147 ergänzt Verfahren, Unterweisung in drei Gruppen und eine jährliche Überprüfung.
Inhalt
- Was ist Lockout/Tagout (LOTO)?
- Warum „gestoppt“ nicht „sicher“ bedeutet
- LOTO in japanischem Recht und japanischen Normen
- Japan, Deutschland/EU und OSHA im Vergleich
- Zu trennende Energie: nicht nur Elektrizität
- Die sechs LOTO-Schritte
- Freigabe, persönliche Schlösser und Gruppensicherung
- LOTO im Betrieb verankern: Verfahren, Einrichtungen, Unterweisung, Überprüfung
- Häufige LOTO-Fehler
- LOTO zwischen japanischen und lokalen Teams abstimmen
- Grenzen dieses Beitrags
- Lockout/Tagout: häufige Fragen
Was ist Lockout/Tagout (LOTO)?
Lockout/Tagout ist ein Sicherheitsverfahren für alle Tätigkeiten, bei denen Personen in den Gefahrbereich einer Maschine gelangen, etwa Reinigung, Inspektion oder Reparatur. Die Energiequellen werden getrennt und mit Schlössern und Anhängern getrennt gehalten, bis die Arbeit beendet ist. In japanischen Werken sind die Begriffe rokku auto / taggu auto und die Abkürzung LOTO üblich.
Lockout heißt, ein Schloss an einer Energietrenneinrichtung wie einem Leistungsschalter oder Hauptventil anzubringen, sodass sie physisch nicht bedient werden kann. Tagout heißt, einen Anhänger mit einem Hinweis wie „Es wird gearbeitet – nicht bedienen“ anzubringen, der zeigt, wer abgeschaltet hat und warum.
Beide haben unterschiedliche Aufgaben. Das Schloss verhindert den Wiederanlauf, der Anhänger erklärt, warum er nicht erlaubt ist. Ein Anhänger allein kann übersehen oder ignoriert werden. Wo sich eine Einrichtung abschließen lässt, ist das Schloss daher das Hauptmittel und der Anhänger kommt hinzu.
Zur Begrifflichkeit: Im Deutschen heißt dieselbe Sache meist „Freischalten und gegen Wiedereinschalten sichern“ (bei elektrischer Energie) oder „Energiezufuhr trennen und sichern“. „Verriegeln“ bezeichnet dagegen meist eine Schutzeinrichtung wie die Verriegelung eines Schutzgitters. Das ist etwas anderes als LOTO.
Ein Schloss verhindert die Bedienung. Ein Anhänger erklärt, warum nicht bedient werden darf.
Nach OSHA 29 CFR 1910.147 gilt Lockout als Regel für Einrichtungen, die abschließbar sind. Tagout allein ist nur zulässig, wenn der Arbeitgeber gleichwertigen Schutz nachweisen kann.
„Energie“ meint hier nicht nur elektrischen Strom. Dazu zählen Druckluft, Hydraulikdruck, durch Schwerkraft absinkende Teile, Federn, Wärme und Medien in Rohrleitungen. Der Ausgangspunkt von LOTO ist: Jede Energie, die die Maschine bewegen oder Menschen verletzen kann, muss getrennt werden.
Warum „gestoppt“ nicht „sicher“ bedeutet

Im Normalbetrieb schützen Schutzeinrichtungen und Sicherheitsfunktionen die Personen. Bei Reinigung, Schmierung, Inspektion, Reparatur und Einstellung ist das anders: Schutzeinrichtungen werden entfernt, und Personen greifen in die Maschine hinein. Die Arbeit findet also ohne die üblichen Schutzmaßnahmen statt. Das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) zählte 2024 in der japanischen Fertigungsindustrie 4.692 Tote und Verletzte durch Einklemmen und Erfassen an Maschinen, knapp ein Fünftel von insgesamt 26.676 im Sektor.
Zwei tödliche Fälle aus dem Sicherheitsportal des MHLW (Shokuba no Anzen Site) zeigen, wie so etwas geschieht:
- Brückenkran: Ein Instandhalter, der den Kranträger inspizierte, wurde zwischen der fahrenden Laufkatze und einem Schaltschrank eingeklemmt. Die Hauptstromversorgung war nicht abgeschaltet, in der Kabine hing kein Hinweis „Nicht bedienen“, und die Inspektion war nicht mit den Kranführern abgestimmt. Diese bewegten den Kran, ohne zu wissen, dass jemand darauf arbeitete.
- Kraftpresse: Zwei Beschäftigte arbeiteten an einer Presse. Der Mitarbeiter an der Rückseite hatte aus ungeklärtem Grund den Oberkörper zwischen Ober- und Unterwerkzeug gebracht. Sein Kollege an der Vorderseite betätigte die Bedienung, und der hintere Mitarbeiter wurde von den sich bewegenden Werkzeugen tödlich eingeklemmt. Der Lichtvorhang an der Rückseite war schon länger defekt und wurde dennoch weiterverwendet.
In beiden Fällen waren „die Maschine steht“ und „niemand wird sie starten“ nicht dasselbe wie „die Maschine kann nicht anlaufen“.
Das Risiko entsteht dort, wo Trennung, Sicherung oder Absprache fehlen.
Typischer Ablauf auf Grundlage von Unfallbeispielen im Sicherheitsportal des MHLW.
Idealerweise werden solche Gefährdungen bei der Beschaffung einer Anlage oder bei der Überarbeitung von Arbeitsabläufen erkannt. Tägliche Routinen wie kiken yochi (KY, Gefahrenvorhersage) und hiyari hatto (Beinahe-Unfall-Meldungen) bieten weitere Gelegenheiten, ausgelassene Trennschritte zu bemerken, bevor jemand verletzt wird.
LOTO in japanischem Recht und japanischen Normen
Das japanische Recht kennt den Begriff „Lockout/Tagout“ nicht. Der Inhalt – Maschine stillsetzen, Startvorrichtung abschließen, Schild anbringen – ist aber Arbeitgeberpflicht nach der Verordnung über Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (Rodo Anzen Eisei Kisoku, kurz Anei-soku). Sie gehört zum Gesetz über Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (Rodo Anzen Eisei Ho) und gilt für Arbeitsstätten in Japan. Japanische Werke im Ausland folgen dem dortigen Recht.
Art. 107: Stillsetzen bei Reinigung und ähnlichen Arbeiten
Art. 107 betrifft Reinigung, Schmierung, Prüfung, Reparatur und Einstellung von Maschinen (Schneidteile regelt Art. 108 gesondert). Können dabei Beschäftigte gefährdet werden, muss der Arbeitgeber die Maschine stillsetzen. Eine Ausnahme gilt für Arbeiten, die nur bei laufender Maschine möglich sind, sofern Maßnahmen wie das Abdecken gefährlicher Stellen getroffen werden.
Absatz 2 verlangt: Ist die Maschine stillgesetzt, muss der Arbeitgeber die Startvorrichtung abschließen, ein Schild anbringen oder Entsprechendes tun, damit niemand außer den Arbeitenden sie betreiben kann. Das ist Lockout und Tagout in der Sache, nur unter anderem Namen.
Art. 339: Arbeiten an spannungsfreien elektrischen Anlagen
Für elektrische Arbeiten gilt Art. 339. Nachdem ein Stromkreis zum Arbeiten geöffnet wurde, muss der Arbeitgeber am dafür verwendeten Schalter eine von drei Maßnahmen treffen:
- den Schalter abschließen
- einen Hinweis „Nicht einschalten“ anbringen
- eine Aufsichtsperson abstellen
Restladungen in Starkstromkabeln, Leistungskondensatoren und ähnlichen Betriebsmitteln müssen sicher und zuverlässig entladen werden. Bei Hoch- und Höchstspannung verlangt der Artikel zusätzlich, den spannungsfreien Zustand mit einem Spannungsprüfer festzustellen und Erdungs- und Kurzschließvorrichtungen anzubringen. Vor dem Wiedereinschalten muss der Arbeitgeber sich vergewissern, dass keine Stromschlaggefahr besteht und die Erdungsvorrichtungen entfernt sind. Art. 350 ergänzt, dass der Arbeitsleiter Abschaltung, Schlösser, Hinweise oder Aufsichtspersonen und Erdung prüft, bevor er die Gruppe mit der Arbeit beginnen lässt.
Auslegungsseite: MHLW-Leitlinie und JIS B 9714
Die Leitlinie des MHLW für umfassende Sicherheitsstandards für Maschinen (Kikai no hokatsuteki na anzen kijun ni kansuru shishin) richtet sich an Maschinenhersteller. Sie verlangt, dass sich jede Energiequelle trennen lässt, dass die Trenneinrichtungen eindeutig erkennbar und bei Bedarf in der getrennten Stellung abschließbar sind und dass nach dem Trennen verbleibende Energie ohne Gefährdung abgebaut werden kann. Das ist inhaltlich nahe an Anhang I Nr. 1.6.3 der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG; ein Ersatz dafür ist die Leitlinie nicht.
Die zugehörige Konstruktionsnorm ist JIS B 9714, „Sicherheit von Maschinen – Vermeidung von unerwartetem Anlauf“. Sie entspricht ISO 14118 und damit der europäischen EN ISO 14118. Japan hat nach der Überarbeitung von ISO 14118 im Jahr 2017 am 25. Dezember 2024 eine überarbeitete Ausgabe veröffentlicht. Funktionale Sicherheit senkt das Risiko durch zuverlässige Steuerungen. LOTO geht anders vor: Es verlässt sich nicht auf die Steuerung, sondern trennt die Energiequelle selbst.
Drei Ebenen: Betreiberpflichten in Japan, Konstruktionsvorgaben für Maschinenhersteller und die US-Programmnorm.
Nur Zusammenfassungen. Geltungsbereich und Ausnahmen bitte im Originaltext prüfen.
Japan, Deutschland/EU und OSHA im Vergleich
In Deutschland und der EU sind die Pflichten auf mehrere Ebenen verteilt: Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG (ab 20. Januar 2027 die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230) richtet sich an den Hersteller. Der Betreiber folgt Arbeitsschutzgesetz, BetrSichV (§ 10 Instandhaltung, konkretisiert in TRBS 1112 und DGUV Information 209-015) und für elektrische Arbeiten DGUV Vorschrift 3 sowie DIN VDE 0105-100. Die Tabelle stellt die Punkte nebeneinander. Die Spalte Deutschland/EU ist unsere Einordnung, keine vollständige Rechtsauskunft.
Viele japanische Unternehmen gehen in ihren eigenen Regeln über das gesetzliche Minimum hinaus. Fragen Sie deshalb immer auch nach dem Konzernstandard.
| Punkt | Japan: Verordnung Art. 107, 108, 339, 350 | Deutschland/EU (Einordnung) | USA: OSHA 29 CFR 1910.147 |
|---|---|---|---|
| Begriff „Lockout/Tagout“ | Nicht verwendet | Kein Rechtsbegriff. Üblich: Energie trennen, Freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern | Verwendet und definiert |
| Schloss oder Anhänger | Maschinen: Startvorrichtung abschließen, Schild anbringen „oder Entsprechendes“. Elektrik: Schloss, Hinweis oder Aufsichtsperson | Maschinenrichtlinie Anh. I Nr. 1.6.3: Trenneinrichtungen müssen abschließbar sein, wenn ein Wiedereinschalten Personen gefährden kann (so auch DGUV Information 209-015) | Lockout, wo die Einrichtung abschließbar ist. Tagout allein nur bei gleichwertigem Schutz |
| Wo das Schloss angebracht wird | Startvorrichtung (Art. 107); Schalter, mit dem der Stromkreis geöffnet wurde (Art. 339) | Einrichtung, die die Maschine von der Energiequelle trennt (Maschinenrichtlinie Anh. I Nr. 1.6.3; EN ISO 14118) | Energietrenneinrichtung. Drucktaster und Wahlschalter zählen nicht |
| Elektrische Arbeiten | Art. 339: Entladen, Spannungsprüfung, bei Hochspannung Erdung | Fünf Sicherheitsregeln nach DIN VDE 0105-100 in fester Reihenfolge; DGUV Vorschrift 3 | Elektrische Gefährdungen überwiegend in Subpart S, nicht in 1910.147 |
| Schriftliche Verfahren | In diesen Artikeln nicht ausgeführt | Ergeben sich aus Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und ggf. Arbeitsfreigabe. Konkretisiert in TRBS 1112 und DGUV Information 209-015. Umfang legt der Betrieb fest | Vorgeschrieben, mit festgelegtem Inhalt (enge Ausnahme für einfache Einzelenergie-Anlagen) |
| Unterweisung | In diesen Artikeln nicht ausgeführt | Unterweisung nach § 12 ArbSchG und § 9 BetrSichV | Autorisierte, betroffene und übrige Beschäftigte mit jeweils eigenem Inhalt; bescheinigt |
| Regelmäßige Überprüfung | In diesen Artikeln nicht ausgeführt | Wirksamkeitskontrolle der Schutzmaßnahmen nach § 3 ArbSchG. Eine feste jährliche LOTO-Überprüfung wie bei OSHA ist uns nicht bekannt | Mindestens einmal jährlich, durch eine autorisierte Person, die das Verfahren nicht selbst anwendet; bescheinigt |
| Gruppenarbeit, Fremdfirmen, Schichtwechsel | In diesen Artikeln nicht ausgeführt (Art. 350: Arbeitsleiter bei Stromabschaltung) | Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber nach § 8 ArbSchG; Regelungen meist im Betrieb (Erlaubnisschein, Arbeitsfreigabe) | Eigene Regeln für jeden Fall |
| Arbeiten, die Energie erfordern | Zulässig mit Maßnahmen wie Abdecken gefährlicher Teile (Ausnahme in Art. 107) | Nur mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen nach Betriebsanleitung und Gefährdungsbeurteilung | Geringfügige Wartung im Normalbetrieb nur mit wirksamem Alternativschutz ausgenommen |
Bei der Zusammenarbeit zwischen japanischer und lokaler Praxis treten drei Lücken besonders häufig auf:
- Startvorrichtung oder Energiequelle. Art. 107 nennt die Startvorrichtung. In der EU gilt das Trennen von der Energiequelle (Maschinenrichtlinie Anh. I Nr. 1.6.3), und OSHA verlangt das Schloss an der Energietrenneinrichtung, ohne Drucktaster und Wahlschalter. Ein japanisches Handbuch mit „Startschalter abschließen“ erfüllt das möglicherweise nicht.
- „Schloss oder Schild“ oder „Schloss zuerst“. Japanische Vorschriften nennen Schloss und Schild als Beispiele zulässiger Maßnahmen. Bei OSHA und im deutschen Elektrobereich ist das reine Schild die Ausnahme. Werke, die in Japan mit Schildern auskamen, brauchen anderswo womöglich Schlösser und Abschließvorrichtungen.
- Fehlende Verfahrensunterlagen. Was in Japan als Anleitung im Handbuch steht, muss in Deutschland in Betriebsanweisung und Gefährdungsbeurteilung des Betreibers einfließen. Dort wird festgelegt, welche Energien an welchen Stellen getrennt werden.
Für Maschinen, die in die EU geliefert werden, gehört „Trenneinrichtungen abschließbar, eindeutig gekennzeichnet“ in die Einkaufsspezifikation. In den USA verlangt OSHA zusätzlich, dass nach dem 2. Januar 1990 installierte, ersetzte oder umgebaute Anlagen Trenneinrichtungen mit Abschließmöglichkeit haben. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Einkaufsspezifikation (kobai shiyosho). Für Schaltschränke ist EN 60204-1 (Elektrische Ausrüstung von Maschinen) der übliche Bezugspunkt; Anforderungen an Netztrenneinrichtungen sind dort geregelt.
Zu trennende Energie: nicht nur Elektrizität

OSHA definiert eine Energiequelle als jede Quelle elektrischer, mechanischer, hydraulischer, pneumatischer, chemischer, thermischer oder anderer Energie. LOTO scheitert oft daran, dass nur der elektrische Hauptschalter betätigt und alle anderen Quellen übersehen werden.
Ein Pneumatikzylinder etwa hält auch nach dem Abschalten des Magnetventils Druckluft in Leitungen und Zylinderraum. Ein Pressenstößel oder Hubtisch in oberer Stellung kann durch Schwerkraft absinken. Kondensatoren in Frequenzumrichtern und Servoverstärkern bleiben nach dem Abschalten noch einige Zeit geladen.
Ein Verfahren sollte auch festhalten, was nach dem Betätigen der Trenneinrichtungen übrig bleibt.
Nur typische Beispiele. Welche Energie wo verbleibt, hängt von der Anlage ab. Deshalb muss das Verfahren jeder Maschine sie ausweisen.
Um keine Quelle zu übersehen, listen viele Werke für jede Maschine die Energiequellen auf und zeigen die Trenneinrichtungen auf Fotos oder Plänen. Eine Maschine hat oft mehrere Trenneinrichtungen, daher muss das Verfahren festlegen, welche, wie viele und in welcher Reihenfolge. In einer Roboterzelle gehören dazu neben der Roboterspeisung auch die Druckluft der Peripherie und die Förderer.
Die sechs LOTO-Schritte
OSHA 1910.147(d) legt die Reihenfolge fest: Abschaltung vorbereiten, abschalten, trennen, Schlösser und Anhänger anbringen, gespeicherte Energie abbauen, Trennung verifizieren. Dieselbe Reihenfolge funktioniert in japanischen Werken und gibt japanischen und lokalen Teams beim Vergleich ihrer Verfahren einen gemeinsamen Rahmen. Die Schritte unten erläutern den Zweck jeder Stufe. Das tatsächliche Vorgehen an einer Maschine ergibt sich aus ihrem dokumentierten Verfahren und den Regeln des Standorts.
Vorbereitung vor dem Abschalten und Verifizierung nach dem Sichern gehören zur selben Abfolge.
Nach der Abfolge in OSHA 29 CFR 1910.147. Die Arbeit beginnt erst nach der Verifizierung.
Schritt 1: Vorbereiten
Vor der Arbeit sollte das maschinenspezifische Verfahren zeigen, welche Energiequellen die Anlage hat und wo jede getrennt wird. In dieser Phase werden auch Schlösser, Anhänger, Spannungsprüfer, Manometer und Sicherungsstützen bereitgelegt. Fehlt das Verfahren oder wurden Verdrahtung oder Rohrleitungen umgebaut, ist hier der Punkt, anzuhalten und zu klären. Eine Lücke in der Vorbereitung lässt sich in späteren Schritten nicht mehr ausgleichen.
Schritt 2: Informieren und abschalten
Bediener und andere vom Stillstand Betroffene erfahren, welche Arbeit wie lange geplant ist. Im Kranfall führte die fehlende Absprache unmittelbar zum Unfall. Üblich ist der normale Stoppablauf, nicht der Not-Halt. Ein abruptes Stoppen kann Material verklemmen oder Teile mitten im Hub stehen lassen und so die gespeicherte Energie erhöhen.
Schritt 3: Trennen
Jede im Verfahren aufgeführte Trenneinrichtung, etwa Hauptschalter, Trennschalter sowie Hauptventile für Druckluft und Hydraulik, wird betätigt, um die Anlage von den Energiequellen zu trennen. Ein Stopp im Steuerstromkreis oder ein Stopp-Schalter am Bedienpult ist keine Trenneinrichtung. Taster und SPS-Signale können die Maschine durch einen Fehler oder einen Programmzustand wieder anlaufen lassen. Deshalb wird bei LOTO auf der Leistungsseite getrennt. Siehe auch Verriegelungsschaltungen auf japanischen Zeichnungen.
Schritt 4: Schlösser und Anhänger anbringen
Jede Person bringt an jeder Trenneinrichtung ein persönliches Schloss und einen Anhänger an. Auf dem Anhänger stehen üblicherweise Name, Abteilung, Tätigkeit sowie Datum und Uhrzeit. Viele Schalter und Ventile nehmen kein Vorhängeschloss direkt auf, daher kommen Abschließvorrichtungen für Leitungsschutzschalter, für Ventile und für Stecker zum Einsatz. OSHA verlangt von Schlössern und Anhängern, dass sie:
- haltbar sind
- im Betrieb einheitlich sind (Farbe, Form oder Größe)
- so stabil sind, dass sie nicht leicht entfernt werden können
- erkennen lassen, wer sie angebracht hat
Schritt 5: Gespeicherte Energie kontrollieren
Die in Abbildung 4 aufgeführte gespeicherte Energie wird abgebaut oder blockiert. Typisch sind Entlüften, Hydraulikdruck ablassen, Kondensatoren entladen lassen sowie angehobene Teile absenken oder mit Sicherungsstützen abstützen. Kann sich während der Arbeit erneut Energie aufbauen, wird bis zum Arbeitsende weiter geprüft. Trennen allein genügt nicht. Erst wenn keine Energie mehr anliegt, ist die Anlage sicher.
Schritt 6: Verifizieren
Zum Schluss bestätigt die arbeitende Person, dass sich die Maschine tatsächlich nicht bewegen kann. Gängige Methoden sind ein Startversuch, während sich niemand an der Maschine aufhält, bei dem keine Reaktion eintritt, die Prüfung auf Spannungsfreiheit mit einem Spannungsprüfer und die Bestätigung von null am Manometer. Nach einem Startversuch wird der Bedienschalter wieder in Aus-Stellung gebracht. Bleibt er eingeschaltet, kann die Maschine bei erneutem Zuschalten der Trenneinrichtung nach der Arbeit sofort anlaufen. Die Arbeit beginnt erst nach der Verifizierung.
Zuordnung zu den fünf Sicherheitsregeln
Wer in Deutschland an elektrischen Anlagen arbeitet, kennt die fünf Sicherheitsregeln nach DIN VDE 0105-100: Freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken. Sie lassen sich grob den LOTO-Schritten zuordnen, sind aber nicht identisch:
- Freischalten entspricht dem Trennen (Schritt 3).
- Gegen Wiedereinschalten sichern entspricht dem Anbringen von Schlössern und Anhängern (Schritt 4).
- Spannungsfreiheit feststellen entspricht der Verifizierung (Schritt 6) und gehört bei elektrischen Arbeiten zu dem, was ein Startversuch allein nicht ersetzt.
- Erden und Kurzschließen sowie das Abdecken benachbarter Teile haben im allgemeinen LOTO-Ablauf keine eigene Stufe. Sie kommen bei elektrischen Arbeiten hinzu.
Die fünf Sicherheitsregeln gelten für elektrische Energie. Für Pneumatik, Hydraulik, Schwerkraft und thermische Energie gibt es keine gleichwertige Norm-Abfolge. Dort hilft nur das maschinenspezifische Verfahren.
Freigabe, persönliche Schlösser und Gruppensicherung

Das Entfernen von Schlössern ist riskanter als das Anbringen. Nach getaner Arbeit lässt die Aufmerksamkeit nach, es wird weniger sorgfältig geprüft, und die Energie wird zugeschaltet, obwohl noch jemand an der Maschine steht.
Schlösser werden erst entfernt, wenn Personen und Arbeitsbereich geprüft sind.
Nach den Freigabeanforderungen in OSHA 29 CFR 1910.147 und Art. 104 der japanischen Verordnung (Startsignale).
Ein Mensch, ein Schloss, ein Schlüssel
Im Zentrum von LOTO steht die Regel, die japanische Werke ichinin-ichijo-ikken nennen: Jede Person hat ein eigenes Schloss, und nur sie besitzt den Schlüssel. Solange Ihr Schloss hängt, kann niemand sonst die Maschine starten, an der Sie arbeiten. Diesen Zustand schaffen Sie selbst.
Zweitschlüssel im Instandhaltungsbüro oder gemeinsame Schlösser mit gleichem Schlüssel brechen diese Regel. Werke machen die Besitzer durch Farbe oder Namensschild erkennbar und untersagen das Verleihen von Schlössern.
Gruppensicherung bei mehreren Beschäftigten
Arbeiten mehrere Beschäftigte oder Fremdfirmen an derselben Anlage, etwa bei einem Anlagenstillstand, kommt eine Gruppensicherung zum Einsatz. Gängig ist eine Mehrfach-Verschlussklammer (Hasp), an der jede Person ein persönliches Schloss an einer Trenneinrichtung anbringt. Zum Hintergrund japanischer Anlagenstillstände siehe teishu (Anlagenrevision) in Japan.
Bei Anlagen mit vielen Trenneinrichtungen wird oft ein Gruppenschlosskasten verwendet. Eine verantwortliche Person schließt jede Trenneinrichtung ab und legt die Schlüssel in den Kasten, und jede Person bringt ein persönliches Schloss am Kasten an. OSHA verlangt, dass die Gruppensicherung jeder Person gleichwertigen Schutz wie ein persönliches Schloss bietet und dass eine autorisierte Person für die Gruppe verantwortlich ist.
Die Schlüssel der Trenneinrichtungen sind erst frei, wenn die letzte Person ihr Schloss entfernt hat.
Die verantwortliche Person übernimmt Trennung und Verifizierung und leitet den Wiederanlauf erst ein, nachdem alle persönlichen Schlösser entfernt sind.
Schichtwechsel und abwesende Personen
Läuft eine Arbeit über mehrere Schichten, bringt die ankommende Person ihr Schloss an, bevor die gehende Person ihres entfernt. Das Prinzip: Es darf keinen Moment ohne Schloss an der Einrichtung geben. OSHA verlangt dafür ein festgelegtes Verfahren.
Manchmal geht jemand nach Hause und lässt das Schloss hängen. Muss eine Führungskraft es dann entfernen, braucht der Betrieb ein vorab festgelegtes Verfahren. Ein typisches japanisches Verfahren bestätigt, dass die Person nicht erreichbar und nicht vor Ort ist, und informiert sie beim nächsten Arbeitsbeginn. OSHA erlaubt das Entfernen durch Dritte nur nach einem dokumentierten Verfahren, nachdem bestätigt wurde, dass die Person nicht im Betrieb ist, und nach angemessenen Versuchen, sie zu erreichen. Sie muss informiert werden, bevor sie dort die Arbeit wieder aufnimmt.
LOTO im Betrieb verankern: Verfahren, Einrichtungen, Unterweisung, Überprüfung

Schlösser und Anhänger zu kaufen, verankert LOTO nicht. Schritte werden ausgelassen, weil es „nur ein kurzer Eingriff“ oder „die übliche Maschine“ ist. LOTO funktioniert nur als Programm, wenn Verfahren, Einrichtungen, Unterweisung und Überprüfung zusammenkommen. So ist auch die OSHA-Norm aufgebaut.
Maschinenspezifische Verfahren
Eine allgemeine Regel wie „vor der Arbeit Strom abschalten“ sagt nicht, welche Einrichtungen zu betätigen sind. Ein Blatt pro Maschine, in ihrer Nähe ausgehängt, nimmt das Rätselraten weg. Es enthält typischerweise die Energiequellen, Lage und Nummer jeder Trenneinrichtung, den Umgang mit gespeicherter Energie und die Art der Verifizierung. Blätter mit mehr Fotos und weniger Text werden eher genutzt.
Einrichtungen und Aufbewahrung
Persönliche Schlösser, Anhänger, Mehrfach-Verschlussklammern sowie Abschließvorrichtungen für Leitungsschutzschalter und Ventile liegen gebündelt an einer Station je Arbeitsbereich. Manche Werke kodieren Schlösser nach Gruppen, etwa Rot für Instandhaltung, Blau für Produktion und Gelb für Fremdfirmen. Bei älteren Anlagen, deren Trenneinrichtungen sich nicht abschließen lassen, prüft der Betrieb, ob Zusatzvorrichtungen passen, und nimmt sie sonst in die Ersatzplanung auf. Bei Neuanlagen vermeidet die Festlegung „Trenneinrichtungen müssen abschließbar sein“ in der Spezifikation spätere Probleme.
Unterweisung nach Rolle
OSHA teilt die Unterweisung in drei Gruppen. Autorisierte Beschäftigte, die Schlösser anbringen, lernen, Energiequellen zu erkennen und zu trennen. Betroffene Beschäftigte wie Maschinenbediener lernen den Zweck des Verfahrens. Alle übrigen lernen, dass sie abgeschlossene oder gekennzeichnete Anlagen nicht wieder einschalten dürfen. Die Unterweisung sollte Produktionsmitarbeiter und Fremdfirmen einschließen, nicht nur die Instandhaltung. Die Instandhaltung bringt die Schlösser an, aber wer versehentlich einschaltet, ist oft jemand aus der Umgebung. In Deutschland ergibt sich die Unterweisungspflicht aus § 12 ArbSchG und § 9 BetrSichV.
Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung
OSHA verlangt mindestens einmal jährlich eine Überprüfung jedes Verfahrens durch eine autorisierte Person, die es nicht selbst anwendet. Abweichungen zwischen Verfahren und tatsächlicher Anlage werden sofort korrigiert. Auch Umbauten und Änderungen der Verdrahtung sind Anlässe zur Überprüfung. Wer LOTO-Reviews in den Instandhaltungsplan neben zeitbasierter (TBM) und zustandsbasierter Instandhaltung (CBM) aufnimmt, hält Verfahren eher aktuell. Siehe hozen und Instandhaltungsarten in japanischen Werken.
Häufige LOTO-Fehler
Die meisten Fehler entstehen durch ausgelassene Schritte und die Annahme, ein anderer habe es erledigt.
Für Arbeiten, die nur bei laufender Maschine möglich sind, verlangt Art. 107 der japanischen Verordnung gesonderte Maßnahmen wie Abdeckungen.
Besonders häufig wird bei kurzen Stillständen (choko-tei), etwa beim Beseitigen einer Stauung, abgekürzt. Je häufiger eine Tätigkeit anfällt, desto größer die Versuchung, Schritte auszulassen. Die Anlage so zu verbessern, dass die Stauung seltener auftritt, ist eine Maßnahme neben LOTO. Auch bei jishu hozen (autonome Instandhaltung) reinigen und inspizieren Bediener Anlagen. Der Betrieb muss deshalb festlegen, wann diese Tätigkeiten LOTO erfordern.
LOTO zwischen japanischen und lokalen Teams abstimmen
Ein Werk mit japanischer Beteiligung hat oft drei Erwartungshaltungen: den Sicherheitsstandard des Mutterkonzerns, das lokale Recht und die Gewohnheiten japanischer Ingenieure und Monteure, die zur Installation oder zum Anlagenstillstand kommen. Am Standort gilt das lokale Recht. Der japanische Standard kann Regeln hinzufügen, ersetzt aber keine lokalen Anforderungen. Wie beides zusammengeführt wird, entscheiden Ihre Arbeitssicherheit und Ihre Rechtsberatung. Die Checkliste zeigt, was zu klären ist.
Checkliste: ein LOTO-Standard für ein Werk mit japanischer Beteiligung
| Prüfpunkt | Was zu klären ist |
|---|---|
| Geltende Regeln | Welche lokalen Vorschriften gelten und welche Teile des Konzernstandards der Standort zusätzlich übernimmt |
| Ort des Schlosses | Das Verfahren sichert Energietrenneinrichtungen, nicht nur Startschalter oder Bedienpult |
| Schloss oder Schild | Ob noch Tätigkeiten nur auf ein Schild vertrauen und wie dann gleichwertiger Schutz nachgewiesen wird |
| Alle Energiearten | Das Verfahren jeder Maschine nennt elektrische, pneumatische, hydraulische, Schwerkraft-, Feder-, thermische und chemische Quellen |
| Japanische Maschinen | Trenneinrichtungen nehmen Schlösser auf; Betriebsanleitung und Kennzeichnung liegen in der Landessprache vor; Stellen mit gespeicherter Energie sind vom Hersteller benannt |
| Japanische Gäste und Fremdfirmen | Externe und Gastgeberwerk tauschen LOTO-Verfahren vor der Arbeit aus; alle verwenden persönliche Schlösser |
| Schlossfarben und Anhänger | Ein Farb- und Anhängerschema für Abteilungen, Fremdfirmen und Besucher; Anhänger in den am Standort genutzten Sprachen lesbar |
| Gruppensicherung und Schichtwechsel | Benannte verantwortliche Person; schriftliche Übergabe- und Schlossentfernungsverfahren |
| Unterweisung | Autorisierte, betroffene und übrige Beschäftigte jeweils unterwiesen, auch japanische Entsandte, die an Anlagen arbeiten |
| Überprüfung und Aufzeichnungen | Wer Verfahren prüft, wie oft und wo die Nachweise liegen |
| Arbeiten mit Energie | Welche Tätigkeiten als Ausnahme laufen und welcher Schutz LOTO ersetzt |
Fragen an die japanische Seite
- Hat der Mutterkonzern einen schriftlichen LOTO-Standard? Können wir ihn auf Deutsch oder Englisch erhalten?
- Verlangt der Standard Schlösser an Energietrenneinrichtungen, oder akzeptiert er auch das Abschließen des Startschalters oder ein Schild allein?
- Können Sie für jede gelieferte Maschine eine Liste der Energiequellen, der Lage der Trenneinrichtungen und der Stellen mit gespeicherter Energie liefern?
- Nehmen die Trenneinrichtungen Ihrer Anlagen ein Vorhängeschloss ohne Zusatzteile auf?
- Werden Ihre Ingenieure an unserem Standort unser LOTO-Verfahren befolgen und unsere persönlichen Schlösser verwenden?
- Welche Tätigkeiten in Ihrem Instandhaltungshandbuch erfolgen unter Energie, und welchen Schutz sehen Sie dafür vor?
Mustertext für eine Anfrage an einen japanischen Anlagenlieferanten
Betreff: LOTO-Informationen zu [Maschinenbezeichnung / Bestellnummer]
Sehr geehrte(r) [Name],
für die Gefährdungsbeurteilung und die Betriebsanweisung zur Instandhaltung von [Maschinenbezeichnung] benötigen wir folgende Angaben: (1) eine Liste aller Energiequellen (elektrisch, pneumatisch, hydraulisch, Schwerkraft, Feder, thermisch, chemisch), (2) Lage und Zeichnungsnummer jeder Energietrenneinrichtung, (3) Stellen, an denen nach dem Trennen Energie gespeichert bleibt, und den Umgang damit laut Ihrem Handbuch, (4) die Bestätigung, dass jede Trenneinrichtung ein Vorhängeschloss aufnimmt, und (5) die Betriebsanleitung in deutscher Sprache. Falls Tätigkeiten Ihres Handbuchs unter Energie erfolgen, nennen Sie uns bitte diese Tätigkeiten und den vorgesehenen Schutz. Für Standorte in den USA richten wir uns zusätzlich nach OSHA 29 CFR 1910.147.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Grenzen dieses Beitrags
- Der Rechtsvergleich beschränkt sich auf die genannten Vorschriften. Weitere japanische Regeln, Konzernstandards und Branchenrichtlinien können Anforderungen ergänzen.
- Die Zusammenfassungen der Artikel stammen von uns. Prüfen Sie den Originaltext der Verordnung, der BetrSichV, der Normen und von 29 CFR 1910.147, bevor Sie sich auf einen Punkt verlassen. Alle können geändert werden.
- Die Spalte „Deutschland/EU“ ist eine Einordnung. Branchenregeln, Berufsgenossenschaften und Normenfassungen können abweichen.
- Elektrische Arbeiten, Bau und einige Branchen unterliegen anderen OSHA-Normen. Andere Länder haben eigene Regeln.
- Die sechs Schritte beschreiben den Zweck jeder Stufe. Sie sind kein Verfahren für eine bestimmte Maschine. Wie die Arbeit ausgeführt wird, bestimmen Ihre Arbeitssicherheit und das dokumentierte Verfahren der Anlage.
Lockout/Tagout: häufige Fragen
Ist Lockout/Tagout in Japan gesetzlich vorgeschrieben?
In der Sache ja, auch wenn der Begriff nicht verwendet wird. Art. 107 der Verordnung über Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz verlangt, Maschinen stillzusetzen und die Startvorrichtung abzuschließen oder zu kennzeichnen. Art. 339 verlangt bei Arbeiten an spannungsfreien elektrischen Anlagen, den Schalter abzuschließen, einen Hinweis anzubringen oder eine Aufsichtsperson abzustellen.
Genügt die japanische Anweisung „Startschalter abschließen“ in Deutschland?
Das sollten Sie nicht annehmen. Die Maschinenrichtlinie spricht vom Trennen von den Energiequellen, und OSHA schließt Drucktaster und Wahlschalter als Trenneinrichtungen aus. Klären Sie mit Hersteller und Arbeitssicherheit, welche Einrichtungen für die Instandhaltung vorgesehen sind. Das Ergebnis gehört in Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung.
Genügt ein gewöhnliches Vorhängeschloss für LOTO?
Entscheidend ist, dass das Schloss die Anforderungen erfüllt: haltbar, schwer zu entfernen, einem Besitzer zuzuordnen und im Betrieb einheitlich. Zweckentfremdete private Vorhängeschlösser machen Besitzer schwer erkennbar und lassen doppelte Schlüssel kursieren. Deshalb verwenden Werke eigens für LOTO vorgesehene Schlösser.
Ist LOTO bei einer Stauung nötig, die nur wenige Minuten dauert?
Gelangt der Körper in den Gefahrbereich der Maschine, ist die kurze Dauer allein keine Ausnahme. Japan erlaubt Arbeiten unter Energie nur mit Maßnahmen wie Abdeckungen. Auch die OSHA-Ausnahme für geringfügige Wartung verlangt wirksamen Alternativschutz. Solche Fälle gehören ins Verfahren, und die Ursache der Stauung sollte beseitigt werden.
Was gilt, wenn die Person, die das Schloss angebracht hat, nach Hause gegangen ist?
Eine Führungskraft darf es nur nach einem vorab festgelegten Verfahren entfernen. Typisch wird bestätigt, dass die Person nicht erreichbar und nicht vor Ort ist, und sie wird beim nächsten Arbeitsbeginn informiert, damit die Maschine nie ohne ihr Wissen anläuft.
Quellen
- US Occupational Safety and Health Administration (OSHA), 29 CFR 1910.147, The control of hazardous energy (lockout/tagout) und Control of Hazardous Energy (Lockout/Tagout)
- Rodo Shimbun, Labor Law Search, Verordnung über Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Art. 101–111 und Art. 339–340 (Japanisch)
- Arbeitsamt Shiga, Arbeitsaufsichtsamt Hikone, „Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Fertigungsindustrie“ (Art. 104 und 107, Japanisch)
- MHLW, Leitlinie für umfassende Sicherheitsstandards für Maschinen (Japanisch)
- Japanese Standards Association, Pressemitteilung zu JIS B 9714:2024, Sicherheit von Maschinen – Vermeidung von unerwartetem Anlauf (Japanisch); ISO, ISO 14118:2017
- MHLW Sicherheitsportal (Shokuba no Anzen Site), Unfallbeispiele: tödliches Einklemmen bei der Inspektion auf einem Kranträger; tödliches Einklemmen in Pressenwerkzeugen (Japanisch)
- Deutschland/EU: § 10 BetrSichV (Instandhaltung); DGUV Information 209-015 „Instandhaltung“; Richtlinie 2006/42/EG (Maschinenrichtlinie), Anhang I Nr. 1.6.3; Verordnung (EU) 2023/1230 (Maschinenverordnung); DIN VDE 0105-100 und DGUV Vorschrift 3 (fünf Sicherheitsregeln)
Originalartikel auf JapanischDieser Leitfaden beruht auf einem MONOSCOPE-Artikel für Leser in Japan: ロックアウト・タグアウト(LOTO)とは?意味・法令と保全作業のエネルギー遮断6ステップ


